TOUR DIARY
BLACKBURN

Anreise: Doettingen – Flensburg 04.05. – 05.05. 2004
Nach monatelanger Vorbereitung ist es endlich soweit: Der Nightliner steht vor dem Proberaum. Nachdem wir uns mit Olaf, unserem Driver fuer die naechsten 3 Wochen bekannt gemacht haben, geht es ans Einladen, was sich als nicht ganz so einfach wie gedacht herausstellte. Mit Wuergen und Quetschen ist um kurz nach 20 Uhr dann doch das ganze Equipment im Bus und die Reise ins Ungewisse beginnt. The Blackburn-Tour 2004 has just started…
Flensburg 07.05.2004
Nach ueber 16 Stunden on the road und etwa 327 Flaschen Whiskey treffen wir vor dem Roxy in Flensburg ein, wo wir nach den afrikanischen Ziegen des Veranstalters auch unsere Freunde von Jaded Heart antreffen. Ein besonders herzliches und erfreuliches Wiedersehen bei Kaffee und Broetchen im Catering-Bereich des neu renovierten Ladens. Bei dieser Gelegenheit stoesst auch Kimmy zu uns, die einige Tage Tourluft schnuppern darf.

Das Konzert steht ganz im Zeichen des Einlebens und Kennenlernens; alles verlaeuft soweit problemlos (na ja, mal abgesehen davon, dass der Veranstalter frueh morgens einen Kasten Bier und seine Handtuecher vermisst und diese dann auch unbedingt zurueck haben will. Keine Ahnung wo das Zeug abgeblieben ist. Zitat Olaf: "Bloss weg hier!!!") und nach einigen wenigen Stunden Schlaf im Bus geht es morgens um 9 weiter in Richtung Luebeck…
Luebeck 06.05.2004
In Luebeck angekommen, fasziniert uns zuallererst das Lokal. Rider’s Café nennt sich der Schuppen und haelt exakt, was der Name verspricht: Biker-Atmosphaere pur. Vor einer ziemlich grossen, ziemlich hohen Buehne bietet eine grosse Flaeche genuegend Platz fuer viele Zuschauer. Ueber der Bar im hinteren Teil des Lokals gibt es eine zweite Etage wo die Leute von oben auf die Buehne herabschauen koennen. Geiler Schuppen, hier fuehlen wir uns zu Hause.
Waehrend die Jungs die Anlage aufbauen, machen sich die Maedels mit Jaded Heart-Merchandiserin Wasanna auf den Weg in das ueberdimensionale Einkaufszentrum Luebecks. Oder konkreter: In den Asia-Shop dieses Einkaufszentrums. Mit den Einkaeufen (nachdem die kleine Wasanna wieder hinter den riesigen Regalen aufgetaucht ist) bekocht Wasanna die ganze Truppe – was vor allem Rushi doch schon sehr behagt. Er setzt sich gleich direkt hinter den Topf mit der Suppe. Wer nach Rushi kommt, verpasst die wohl beste thailaendische Suppe aller Zeiten…
Nicht ganz so toll ist dann jedoch der Weg zur Dusche im naechsten Gebaeude. Die beiden Bullterrier des Veranstalters laufen im Hinterhof zwischen den beiden Haeusern frei herum – betreten nur, nachdem die Hunde weggesperrt sind. Dass die beiden in ihrem "Gehege" leider so einige Spuren hinterlassen, finden wir spaeter anhand unserer Schuhe dann auch noch raus. Aehhh…
Das Konzert hinterlaesst bei allen zufriedene Gesichter und ist sicherlich eine mindestens 50%ige Steigerung gegenueber dem Konzert in Flensburg. Die Euphorie in den beiden Bands steigt merklich.
Nachdem sich der befuerchtete Achsenbruch des Jaded Heart – Busses als verlorene Radkappe herausgestellt hat, schlaeft Lesi auf dem Stuhl ein und Keyboarder Henning ist ein Fenster. Spaeter ist er ein Stuhl. Noch etwas spaeter ist er ein Bier. Und bevor er noch Schlimmeres wird, machen wir uns auf den Weg nach Hamburg…
Hamburg 07.05.2004
Zum Glueck weiss Olaf, dass in Hamburg an diesem Wochenende das Hafenfest mit insgesamt ueber einer Million Zuschauern stattfindet und faehrt nachts noch los. Als wir morgens um 4 Uhr in Hamburg ankommen, sind gluecklicherweise die Strassen noch nicht gesperrt und wir koennen direkt zum Fischmarkt fahren. Dass morgens um 4 allerdings die Fischer die ganze Strasse blockieren, hatte auch Olaf nicht bedacht. So stehen wir da und warten. Und warten. Und warten. Und nachdem Olaf die Schnauze voll hat vom Warten, uebt er Rueckwaertsfahren mit Anhaenger ausgerechnet in den verwinkeltsten Strassen Hamburgs. Mit Hilfe der Stadtpolizei erreichen wir dann das Headbanger’s Ballroom doch noch.
Bus parken, ab in die Koje, schlafen. Schlafen? Wie jedermann weiss, befindet sich der Hamburger Fischmarkt direkt an der Elbe. Und so fuehlen wir uns, als fahre die Titanic quer durch unseren Bus als die Schiffe das Gefuehl haben, tuuten zu muessen.
Nach dieser schwierigen Nacht schauen sich einige den Hafenmarkt an (wo einen Tag spaeter Doro Pesch spielen wuerde), andere die Reeperbahn inklusive Herbertstrasse (wo sich uebrigens auch die Duschen befinden, die dann keiner benutzt), wiederum andere bauen die Anlage auf. Das Headbanger’s Ballroom erweist sich als das bisher kleinste Lokal der Tour, weshalb Lesi dann auch zum ersten Mal ueber das Set von Jaded Heart – Drummer Axel spielen darf. So gestrahlt hat er bisher noch nie… Der Laden ist spaeter proppenvoll, die Leute gehen schon bei uns supergeil mit, bei Jaded Heart geht dann erst so richtig die Post ab. Hier wird uns zum ersten Mal so richtig bewusst, was auf dieser Tour noch so alles abgehen koennte… Hamburg rocks!!
Weil sich einige komische Gestalten in der Naehe unseres Busses aufhalten, muss beim Einladen jeweils einer den Bus bewachen, damit nichts geklaut wird. Einer dieser Gestalten will allerdings nichts klauen, sondern fragt einfach nur, ob er mit nach Kiel (?!) fahren koenne. Nun, da Kiel nicht auf unserem Weg liegt und wir zudem kein Linienbus sind, koennen wir ihn leider nicht mitnehmen. Immerhin kriegt er einen Apfel und zieht dann damit von Dannen. Ein paar Vitamine schaden in diesem Zustand sicherlich nie.
Spaeter bei uns im Bus ist Henning ein Gnom und Lesi schlaeft wieder auf dem Stuhl ein…
Bochum 08.05.2004
Bochum. Heimspiel fuer Jaded Heart. Das Busparkieren vor dem Einkaufszentrum neben der Matrix erweist sich als relativ schwierig ("Aber hier muss doch heute nach Feierabend meine Frittenbude hin" – warum die nicht stehen bleiben kann, wo sie den ganzen Tag steht, versteht keiner so wirklich). Nachdem wir jedoch auf Nebenstrassen um halb Bochum gefahren sind und die Betonkloetze, die dann da noch im Weg stehen, weggeraeumt haben, stehen die beiden Busse dann endlich, wo sie hingehoeren. Leider ist das Lokal noch nicht auf, also bleibt Corinne nichts anderes uebrig, als mit der Zahnbuerste auf dem Klo des Einkaufszentrums zu verschwinden…
Am Nachmittag erleben wir etwas, was wir wohl nie mehr vergessen werden. Zum ersten Mal in unserer Bandgeschichte stehen schon Stunden vor Tueroeffnung Fans vor dem Lokal und warten auf uns, nur damit sie ein Autogramm kriegen. Wahnsinn…
Die Matrix befindet sich im Keller. In verwinkelten, dunklen Ecken und Gaengen finden sich ueberall kleine Bars und Tanzflaechen, in einer Ecke steht ein Sarg und ganz unten findet sich die Konzerthalle. So gross hatten wir uns das nicht in unseren kuehnsten Traeumen vorgestellt. Alleine der Backstagebereich ist groesser, als manche Lokale auf der Tour. Hier haben wir dann zum ersten Mal getrennte Duschen (leider…) und hauen uns erst mal die Baeuche voll – solange Rushi den Weg ans sensationelle Buffet noch nicht gefunden hat.

Und der Abend haelt dann auch, was der ganze Tag schon versprochen hat: Die Leute stroemen in Scharen vor die Buehne und bereiten uns eine unvergessliche Atmosphaere. Die singen sogar mit!! Leider duerfen wir als Support die lautstark geforderte Zugabe nicht spielen, dafuer gehen spaeter unsere CD’s weg wie warme Semmel. Wir geben an diesem Abend Autogramme ohne Ende und fuehlen uns zum ersten Mal wirklich wie Rockstars…
Da uns heute alle Freunde aus Duisburg besuchen, beschliessen wir spontan, erst am Morgen weiterzufahren und eine grosse Party in unserem Bus zu feiern. Wie viele Leute passen denn eigentlich auf einmal in so einen Nightliner? Jedenfalls ziemlich viele, und so kommt es ob der Platznot, dass Jaded-Saenger Micha irgendwann auf Rushi einschlaeft, Henning ein Fenster ist und Lesi lieber wieder zurueck in die Matrix geht und sich dort promt auch verlaeuft (nein, wir sind nicht ohne ihn losgefahren wie urspruenglich angedroht). Und nach einem Abschied, der allen verdammt schwer faellt, schlaeft auch Andy zum ersten Mal auf dem Stuhl ein.
Ludwigsburg 09.05.2004
Die Euphorie ist noch nicht wieder ganz verflogen, als am Morgen irgendwo auf `ner Autobahnraststaette die Ersten, noch nicht ganz wach, aus der Koje kriechen. So kommt es dann, dass einige Minuten nach der Weiterfahrt Kimmy’s Handy klingelt: "Hallo?" – "Hi. Hier ist Nadia. Wuerde es Euch vielleicht etwas ausmachen, umzudrehen und mich von der Raststaette abzuholen, auf der ihr mich eben vergessen habt?"…
Zumindest kennt Olaf jetzt schon mal die Autobahnausfahrt Ludwigsburg und findet dann nach dem kleinen Umweg auch auf Anhieb die Rock Fabrik. Formel 1 auf Grossleinwand waere eigentlich angesagt, doch kriegen wir irgendwie weder von ner Grossleinwand noch vom Rennen was mit… Leider duerfen wir dann auch nur in dem kleinen Raum in der 2. Etage spielen, wo die Anlage einiges zu wuenschen uebrig laesst. Nach dem obergeilen Abend in Bochum ist das hier ziemlich krass. Naja, da man von Rushi hinter der PA-Anlage nur den Kopf sieht weil die Buehne so klein ist, spielt er ohne Hosen und keiner kriegt was davon mit (Fotos folgen). Die "Light - Show" ist entsprechend Genesis - maessig: Genau drei Lampen brennen. Wer genau steht denn da jetzt auf der Buehne? Zum Glueck koennen wir nach drei Tagen die Setlist auswendig, denn irgendwas zu lesen auf der Buehne waere eine absolute Unmoeglichkeit. Nichtsdestotrotz sind die Leute nach dem Konzert begeistert und auch die vielen anwesenden Presseleute reagieren durchwegs positiv.
Waehrend dem Jaded Heart – Konzert entschliessen sich Gabi und Corinne nach langem Hin- und Her doch noch, im kilometerweit entfernten Backstageraum ein Bier zu holen. Dann steht Corinne neben die Buehne und Henning saeuft ihr das Bier weg. Die Welt ist nicht immer fair…
Im Bus trinken wir mit Stephan und Simone von Misfit eine Cola und nachdem Lesi auf dem Stuhl eingeschlafen ist, verkriechen sich alle andern in ihrer Koje.
Day off 10.05.2004
Muenchen. Vor der Garage angekommen, geht’s hektisch ans Packen. Andy, Corinne, Gabi und Nadia nehmen sich ein Zimmer in einem Hotel in der Stadt und wollen keine Minute Schlaf in einem Bett verpassen. Endlich zum ersten Mal nach einer Woche wieder Big Brother schauen. Abends gehen alle zusammen Steaks essen im Maredo in der Innenstadt (wenn ihr in Muenchen seid, lasst Euch diese Steaks auf keinen Fall entgehen!) und nach einer Fotosession auf dem Marienplatz im Nuernberghaus Bier trinken.
Nach einer doch sehr lehrreichen S-Bahn – Fahrt ("Ihr koennt dann das naechste Mal den Partnertarif waehlen, wenn ihr so viele seid") finden wir den Weg zurueck zum Bus. Direkt neben der Garage gibt es einen Spielsalon mit Internetzugang, wo wir alle endlich unsere E-Mails abrufen koennen. Rushi laesst dann allerdings die Muenzen in den falschen Schlitz, weshalb Lesi 3 Stunden im Internet surfen muss.
Diejenigen mit Hotelzimmer gehen zurueck ins Hotel, um ihre im Bus nassgewordenen Kleider zu trocknen. Waehrenddessen geht Lesi im Spielcasino verloren.
Muenchen 11.05.2004
Irmela, die Fahrerin des anderen Busses und Olaf verbringen den ganzen Tag damit, irgendwas an den Bussen zu reparieren. Wir sind uns allerdings nicht ganz sicher, ob da wirklich was kaputt war, oder ob die beiden die Zeit nicht doch nur fuer "intensive Gespraeche" nutzten. Wie auch immer, nachdem die maennliche Putzfrau uns nach laengeren Diskussionen (oder besser: nachdem Tourmanager Mike fast die Tuere eingeschlagen hat) endlich in die Garage laesst, kann es mit dem Aufbau losgehen. Die Garage ist ansprechend dekoriert, mit Verkehrsschildern, Ampeln und Autos an der Wand. Nur der Backstageraum laesst zu wuenschen uebrig. Dementsprechend haelt sich da auch keiner auf; bei dem schoenen Wetter waer’s schlicht zu schade, nicht auf der Terrasse in dem da platzierten Cabriolet zu sitzen.
Am Nachmittag sind schon die ersten Fans da und wollen Autogramme. Es ist schon erstaunlich, was die Fans auf sich nehmen, nur um etwas mehr von den Bands mitzukriegen. Rock on guys!
Das Abendessen gestaltet sich als relativ schwierig, da der Schinken auf den Pizzen von Corinne, Lesi und Rushi wohl zuerst noch erlegt werden muss. Jedenfalls nehmen wir die Pizzen dann mit in den Bus und die drei essen ihr wohlverdientes Mahl nach dem Gig kalt aus einer Kartonschachtel.
Eigenartigerweise will waehrend dem Konzert trotz vieler anwesender Leute keine allzu tolle Stimmung aufkommen. Komisch, manchmal machen 20 Leute mehr Stimmung als 600…

Die Merch-Verkaeufe sind dann hingegen total crazy. Die Leute haben alle die Poker Face schon in der Innenstadt gekauft und wollen jetzt unbedingt alles haben, was es sonst noch gibt. Ein Fan bietet Nadia sogar 30 Euro fuer die ausverkaufte Demo "Black Limousine".
Als wir nach dem Konzert noch mit Joey aus Oesterreich im Bus sitzen, vermissen wir ploetzlich Lesi. Wenig spaeter wird er von Axel in einer Tabledance-Bar gesichtet (was nur hat Axel in der Bar gemacht??). Viel spaeter kommt Lesi bis ueber beide Ohren grinsend in den Bus. Weitere Details wissen wir nicht und wollen wir auch nicht wissen. Jedenfalls schlaeft er wenig spaeter auf dem Stuhl ein.
Frankfurt 12.05.2004
Das Nachtleben in Frankfurt befindet sich mitten in der Fussgaengerzone, weshalb Parkieren vor dem Lokal erst ab 16 Uhr moeglich ist. Nun gut, es bleibt uns trotzdem etwas Zeit fuer dies und das: Gabi und Nadia suchen eine Bank mit Bankomat und Rushi seinen Motorradladen, waehrend Corinne und Kimmy von Hand einige Kleider waschen, um dann mitten in der Fussgaengerzone eine Waescheleine zu spannen und die Kleider zu trocknen. Schraege Blicke garantiert.
Das Nachtleben selber befindet sich im Keller eines Cafés, was fuer Alex und uns alle die-Anlage-ueber-die-Treppe-nach-unten-schleppen bedeutet. Natuerlich gibt es ausgerechnet dann keine Helfer, wenn es keinen Lift gibt…
Der Laden ist dann dafuer aber proppenvoll und die Stimmung super, die Leute gehen voll mit. Und hier stimmt auch endlich der Sound wieder, so dass auch Mischer Micha mal zufrieden ist am Ende eines Abends.
Komischerweise ist der Mini-Backstage-Bereich direkt neben der Buehne nur von innen aufschliessbar (ob Alex da was mit zu tun hat, wissen wir leider auch nicht…), was entweder ein seeehr lautes Klopfen gegen die Tuer (waehrend dem Konzert sozusagen unmoeglich), oder ein UEberdiebuehneklettern bedingt, um sich Zutritt nach hinten zu verschaffen.
Nach einer leider viel zu kurzen Party mit Misfit im Bus muessen wir weiter. Wir sind uns allerdings nicht sicher, ob Olaf den Weg durch das Strassengewirr der Frankfurter Innenstadt ohne Irmela, unseren Navigator fuer den Abend (sie wurde als Fahrerin von Thorsten abgeloest), gefunden haette. Lesi kriegt davon nichts mit, weil er kurz vor der Wegfahrt auf dem Stuhl einschlaeft.
Hildesheim 13.05.2004
In Hildesheim angekommen, stehen wir zum ersten Mal nicht direkt vor dem Lokal, sondern vor dem Schwimmbad. Gabi, Corinne, Andy und Nadia genehmigen sich erst mal ein schoenes Bad waehrend die anderen es noch ein wenig in ihrer Koje geniessen. Direkt gegenueber dem Busparkplatz findet sich das Highlight des Tages: Ein Coiffeurgeschaeft namens "Salon Loeckchen", (der allerdings nur fuer Lacher und eine Fotosession mit Andy, nicht aber fuer einen Besuch sorgt). Nach diesem kurzen Intermezzo sind jedenfalls alle entspannter als je zuvor.
Das Vier Linden ist dann eines der geilsten Lokale bisher. Catering, Essen, alles erste Sahne. Alleine der Backstage-Bereich im Keller ist groesser als viele der Lokale, in denen wir bisher auf der Tour zu Gast waren. Dazu kommt, dass wir zum ersten Mal eine Waschmaschine zur Verfuegung haben! Also nix wie los, Klamotten waschen und sofort an der Waescheleine aufhaengen. Dachten wir. Nur bis wir mit der Waesche durch sind, beginnt’s draussen leider ziemlich heftig zu regnen. Also rein mit der nassen Waesche in eine Plastiktuete und im Bus verstaut. Das werden wir wohl oder uebel morgen trocknen muessen.
Drinnen kriegen wir etwas spaeter mit, dass der Lichtmischer an diesem Abend seine Abschlusspruefung macht, was fuer uns geilstes Licht bedeutet. Endlich sind wirklich geile Fotos moeglich. Die Show und das Licht lassen dann auch keine Wuensche offen. Nur schade, dass es so gut wie keine Leute in dem saugrossen Lokal hat, damit ist die Stimmung nicht mehr zu retten.
Am Abend verlaesst uns Kimmy, ein Abschied, der niemandem leicht faellt…
Villingen 14.05.2004
In Villingen sind wir nicht willkommen. Es gibt keinen Parkplatz, also stellt Olaf den Bus auf die Strasse – bei 11% Steigung. Bergsteigen im Tourbus? Naja, der Veranstalter hat offenbar ein Problem damit, unser Konzert durchzufuehren und die Anwohner haben offenbar ein Problem damit, dass hier ueberhaupt Konzerte durchgefuehrt werden. Jedenfalls werden wir an allen Ecken weggescheucht, als wir fragen, ob wir mal eben unsere Waescheleine spannen und unsere noch immer nassen Kleider trocknen duerfen. Also bleibt uns nichts anderes uebrig, als die Leine an einem Strom-Transformator-Haeuschen (oeffentliches Gebaeude, clever!!) zu spannen. Hauptsache, trocken.
Im Verlaufe des Nachmittags treffen Petra und Steve, der Rushi fuer den Rest der Tour als Gitarristen abloest, bei uns ein. Damit sich Steve erst mal etwas einleben kann, spielt Rushi das Konzert heute noch und faehrt dann am Morgen mit Petra zurueck nach Hause.
Trotz Widerstand des Veranstalters (lasst Euren Aerger doch bitte nicht via Catering an uns aus…) findet das Konzert am Abend dann doch statt und es kommen auch relativ viele Leute, teilweise sogar aus der Schweiz. Der Laden ist also gut besucht, die Leute gut drauf, die Show geil, aber der Sound ist himmellausig. Irgendwie will an diesem Abend nichts so richtig klappen. Dementsprechend verschwinden wir alle auch ziemlich schnell nach dem Konzert im Bus und verabschieden Rushi gebuehrend. Es war eine geile Zeit mit dir, Danke fuer alles!!!

Nachdem Olaf den Haenger nach mehreren Versuchen doch noch wieder an den Bus bringt, machen wir uns auf den Weg nach Nabburg, und Lesi schlaeft auf dem…
Nabburg 15.05.2004
Als wir am Morgen noch sehr verschlafen aus der Koje kriechen, sehen wir erst mal nur Asphaltwueste. Wir stehen hier offenbar auf irgendeinem Parkplatz in der Pampa. Ein Schritt aus dem Bus und den Blick auf die andere Seite gerichtet, entdeckt dann doch auch das muedeste Huehnerauge den Kitchenclub in seiner ganzen Pracht. Keine Ahnung, wer auf die Idee kommt, einen dermassen geilen Schuppen in die Wueste raus zu bauen. Immerhin hat das Ding seine eigene Autobahnausfahrt.
Innen drin sieht die ganze Sache dann schon wesentlich besser aus. Die wohl groesste Buehne bisher in einer noch viel groesseren Halle, der Cateringbereich zwar klein, dafuer die Auswahl umso vorzueglicher; hier lassen wir es uns gut gehen. Und nach dem organisatorischen Debakel von gestern sind wir nun doch schon mal froh, eine lokaleigene Dusche zu sehen.
Hier stimmt dann auch Licht und Sound wieder einwandfrei. Auf einer solchen Buehne ist darueber hinaus ein ganz anderes Stageacting moeglich, und so sind die Zuschauer nach dem Konzert restlos begeistert und aehnlich nassgeschwitzt wie wir. Aufgrund des Standorts des Clubs haetten wir uns nicht vorstellen koennen, dass Nabburg dermassen rockt.
Nachdem wir bei Jaded Heart in der ersten Reihe mitgerockt haben, gehen wir rueber in die zugehoerige Disco und genehmigen uns ein Feierabendbier. Oder zwei. Oder… Und erfahren, dass Busfahrer Thorsten doch tatsaechlich aus Paderborn kommt (fuer alle in Comedy einigermassen Bewanderten: Dort kommt auch Ruediger Hoffmann her…), das wird er sich wohl noch oefter anhoeren muessen.
Aalen ist nicht weit, darum fahren wir morgens erst um 9 Uhr weiter, was auch unseren beiden Fahrern endlich mal die Gelegenheit gibt, sich zu besaufen (Olaf, Thorsten, sind wir doch mal ehrlich, das war schon ein Biersche zu viel, oder?). Als die Disco schliesst, geht die Party munter im Jaded Heart - Bus weiter. Die Musik hat man noch frueh am Morgen bis zu uns rueber gehoert. Wie Lesi dabei in dem Krach auf dem Stuhl einschlafen konnte, ist uns allen ein Raetsel…
Aalen 16.05.2004
Kaum in Aalen angekommen, geht das Geruecht um, das Konzert koennte heute aus irgendeinem Grund nicht stattfinden. Anyway, wir kriegen die Gelegenheit, Zaehne zu putzen, Kaffee und Broetchen und setzen uns dann raus an die Sonne (endlich Sonne!!). Drinnen geht inzwischen die Diskussion zwischen Tourmanager Mike, dem Veranstalter und telefonisch zugeschaltet dem Booker los. Wir kriegen draussen nicht allzu viel mit, es soll um irgendeine dritte Band gehen, die im Vorprogramm haette spielen sollen, dann aber im Vorfeld gecancelt wurde. Wir warten und warten, die Zeit schreitet voran, und wenn jetzt noch die ganze Anlage aufgebaut werden soll, wird’s langsam eng. Gegen halb 5 geht dann ploetzlich alles ziemlich schnell, der Veranstalter meint, wir sollen bitte alle sofort sein Lokal verlassen, sonst hole er die Polizei. Er habe jetzt keine Lust, ein Konzert zu veranstalten, er wolle lieber nach Hause gehen, um mit seiner Familie zu grillieren (kein Scherz, das haben wir als Begruendung gekriegt!!). Nun gut, uns tut es in erster Linie leid fuer die Fans, die am Abend mit einem laecherlichen Zettel an der Tuer abgespiesen werden, aber wir koennen hier echt nichts mehr tun. Es ist nicht unsere Schuld, wir haben alles versucht, haben zu spielen bereit vor der Tuer gestanden und wurden weggeschickt. Eine Scheiss-Situation fuer uns alle.

Es bleibt uns also nichts anderes uebrig, als direkt nach Nuernberg weiterzufahren.
In Nuernberg nehmen sich Corinne, Gabi, Nadia, Andy und Steve sowie Micha und Tourmanager Mike mit seiner Frau Wasanna sofort ein Zimmer im Etap Hotel direkt neben dem Hirsch. Nach einer halben Stunde Schlaf gehen wir Blackburner griechisch essen und danach relativ schnell direkt zurueck ins Hotel. Die letzten beiden Wochen haben doch an den Reserven gezehrt und ihre Spuren hinterlassen.
Day off 17.05.2004
Nach viiiiiel Schlaf gehen diejenigen, die den Arsch aus den Federn kriegen, schwimmen. Herrliche Wellenbaeder und Whirlpools beleben und machen bereit fuer die letzte Woche der Tour. Am Abend gehen wir zum Chinesen, wo wir nach einem ueppigen Essen und einigen Glaeschen Rosenschnaps die erste Runde Cognac bestellen. Eine verhaengnisvolle Entscheidung, wie sich gleich herausstellen sollte. Denn diese erste Runde zieht die zweite und dritte nach sich, die Cognac werden doppelt und dreifach… Und mit der Rechnung kriegen wir auch noch Pflaumenwein.
Zurueck draussen auf der Strasse fragen wir uns, was wir mit dem angebrochenen Abend anfangen sollen. Hmm, nichts wie ab zur Tanke, mehr Cognac und Whiskey gekauft und zurueck ins Hotelzimmer Big Brother schauen. Nachdem auch Micha zu uns stoesst, taucht ploetzlich der Indische Geschaeftsfuehrer des Hotels auf, der unsere Party sowie die Beschriftung des Zimmers (siehe Foto) nicht ganz so toll findet und uns mit der Polizei droht, wenn wir nicht leiser werden. Och ja, leiser werden wir nur fuer seine Ohren, weil wir die ganze Chose in Michas Zimmer, einige Meter weiter entfernt von seiner Wohnung, verlegen. Und nachdem auch die bestellten Pizzen verschlungen und die letzten Flaschen geleert sind, verkriecht sich jeder in seinem Zimmer, um die restlichen Stunden mit etwas Schlaf zu verbringen.
Nuernberg 18.05.2004
Warum nur sind alle nach einem Day Off immer mueder als sonst???
Hinter dem Hirsch gibt es einen wunderbaren Biergarten, in dem es sich herrlich an der Sonne sitzen laesst, was wir dann auch zur Genuege auskosten. Etwas Sonne in die mueden Gesichter kann eh nicht schaden.
Der Hirsch ist einer der groessten Laeden, in denen wir bislang gespielt haben. Hier merkt man, dass oft und professionell Konzerte durchgefuehrt werden. Leider nicht nur positiv: Zum ersten Mal in der Bandgeschichte muessen wir fuer unseren Merchandising – Stand Standgebuehren bezahlen.
Heute wollen Jaded Heart ihre Live-DVD aufzeichnen, weshalb die Jungs einigermassen angespannt wirken. Was dann leider auch auf das Publikum abzufaerben scheint. Die Halle ist gut gefuellt, aber von Stimmung keine Spur. Man koennte zwischen den Songs eine Stecknadel fallen hoeren, so ruhig ist’s. Schade, denn Sound, Licht und Show sind abgesehen von einigen kleineren Pannen geil heute Abend.
Nachdem wir mit Tatjana und Horst (unserem Mischer, wenn wir nicht gerade auf Tour sind) noch ein, zwei Bier getrunken haben, machen sich die Nachwirkungen vom Day Off doch langsam deutlich bemerkbar und diesmal schlaeft nicht nur Lesi auf dem Stuhl ein…
Ingolstadt 19.05.2004
Endlich Sonne, endlich heiss, endlich grillieren! Heute ist es tatsaechlich soweit: Wir weihen Corinne’s Elektro-Grill ein! Neidische Blicke allerseits garantiert. Nach einer ausgelassenen Wasserschlacht mit den Jaded Heart-Jungs (na ja, war nicht ganz fair, zugegeben…) und nachdem Olaf nach STUNDEN des Schnibbelns doch noch seinen Tomatensalat fertig kriegt, haben wir also das Vergnuegen, die wohl besten Steaks der Tour zu verspeisen. Wir sind ja keine Unmenschen, also lassen wir Headliner, Veranstalter, Fans und wer sich noch alles so vor der Halle tummelt, auch mitgrillen. Dieser Nachmittag macht echt verdammt viel Spass (besonders den Maedels…).

Die Halle ist zwar ziemlich gross und geil, bereitet jedoch Mischer Micha einige Probleme. Da sein Mischpult auf einer Tribuene oben an der Decke steht, kriegt er waehrend dem Soundcheck irgendwie keinen Druck hin auf der Publikumsflaeche unten. Als dann am Abend die Leute die Halle fuellen, ist alles halb so wild und der Sound gut. Allerdings wird’s im Verlaufe des Konzertes so heiss im Ohrakel, dass sogar (und das zum ersten Mal in der Geschichte ueberhaupt!!) der Mischer sich sein T-Shirt auszieht. Und waehrend der Veranstalter die beiden Merchandiserinnen Nadia und Wasanna mit Caipirinhas abfuellt, benuetzen wir schon mal den Shuttle-Service zum Duschen in einem entfernt gelegenen Hotel. Alleine die Dusche zu beschreiben, wuerden den Rahmen hier sprengen – es sei nur eins erwaehnt: Da haben locker 5 Leute aufs Mal drin Platz! GEIL!!
Wir lassen den Abend in der Ohrakel-eigenen Bar ausklingen und verabschieden uns dann schweren Herzens von Ingolstadt.
Fulda 20.05.2004
Kaum erwacht, die obligate morgendliche Frage: "Was ist denn eigentlich hier los?!" – Micha ist also auch schon wach. Nun gut, wir stehen mit den Bussen irgendwo mitten auf einem Rummelplatz. In Fulda ist Bahnhofsfest und wir werden unfreiwilligerweise zu einer Attraktion desselben. Was bleibt uns denn da anderes uebrig, als uns im Garten des Restaurants gegenueber ein Guten-Morgen-Bier zu genehmigen?
Auf der Suche nach dem Kulturkeller, wo wir heute Abend spielen sollen, finden wir zuerst mal gar nichts. Bis uns eine freundliche Kellnerin des Restaurants auf die Spruenge hilft: Der Kulturkeller befindet sich im Innenhof unter dem Museum. Bitte? Dies ist leider kein Scherz und so finden wir denn die ganze Sache doch noch. Catering hervorragend, nur der Raum erschreckt uns auf den ersten Blick doch ein wenig. Dies ist nicht, was man als typische Rock-Location bezeichnen wuerde… Als man uns dann auch noch mitteilt, dass wir das Merchandising heute nicht im Keller, sondern oben beim Museums-Eingang aufstellen sollen, sind wir doch einigermassen erstaunt. Wir lassen uns von unserer Mission jedoch nicht abbringen.
Obwohl man in der ganzen Stadt kein einziges Plakat (ja gut, in der Museumsgarderobe war eins…) finden kann und man den Kulturkeller echt kennen muss, um ihn zu finden, ist der tunnelartige Raum gut gefuellt und die Leute rocken von Beginn weg mit. Wir haetten nicht gedacht, dass Fulda rockt, aber die Leute beweisen uns echt das Gegenteil.

Der Kommentar des Tages kommt diesmal von Simone (Misfit) nach der Show: "Dafuer, dass ihr jetzt schon ueber zwei Wochen unterwegs seid, seht ihr doch noch einigermassen gut aus". Danke Simone!
Und der Abend geht zu Ende, wie alle anderen zuvor: Lesi…
Bremen 21.05.2004
Das Tivoli in Bremen ist die letzte Station in Deutschland auf der Trust-Tour 04. Langsam werden alle etwas wehmuetig. Aber zuerst gilt es jetzt (nachdem Olaf die guenstigste Tankstelle Norddeutschlands doch noch gefunden hat), den Bus mit Haenger rueckwaerts zum Stageeingang des Lokals zu bringen, was sich als nicht allzu leichte Aufgabe entpuppt. Aber mit tatkraeftiger Hilfe von Thorsten und allen, die da sonst noch rumstehen und –schreien, ist es nach einiger Zeit dann doch geschafft – und wir alle endgueltig wach.
Heute besucht uns Kimmy, und sie fasst sich auch gleich eine Aufgabe von Tourmanager Mike: Sie soll irgendwo in der Stadt einen Schal von Fussball-Meister Werder Bremen besorgen, was sie dann nach einigen Stunden auch schafft. Spaeter tragen ihn abwechslungsweise Micha und Axel auf der Buehne…
Die Katakomben des Tivoli werden uns wohl fuer immer ein Raetsel bleiben. Egal, wo man durchgeht, am Ende steht man immer auf der Buehne. Nach diversen Irrgaengen finden wir dann doch noch den Cateringraum, und da Jaded Heart im Star Diners fruehstuecken waren, bleibt diesmal so gut wie das ganze Essen fuer uns uebrig (Kommentar Muelli zu Andy: "Ja, du darfst von den Nudeln haben. Aber nur drei. Und nur die Roten.").
Die Buehne ist etwa 1.50m hoch, was wir dazu benutzen wollen, unsere Kamera auf der Buehne zu positionieren und die Reaktionen der Leute zu filmen. Nun gut, dass die Cam dann vielleicht nicht allzu hoch auf der hohen Buehne stand, hat keiner gemerkt und so sieht man auf dem ganzen Film nicht viel anderes als Corinne’s Ruecken. Shit happens.
Schade eigentlich, denn die Leute waren saugut drauf, davon haetten wir gerne Bilder gehabt. Bremen koennen wir ohne zu zoegern als grossen Erfolg bezeichnen. Auf solchen Buehnen vor einem so geilen Publikum macht es umso mehr Spass, zu spielen.
Den Abend lassen wir mit ein paar Freunden aus der Gegend im Aladdin (geile Rockdisco gleich nebenan) ausklingen. Leider haben wir nicht allzu lange Zeit, denn der Weg in die Schweiz ist verdammt lang, weshalb heute auch Irmela wieder zu uns gestossen ist. Sie faehrt die erste Strecke mit Jaded Heart, waehrend Thorsten unseren Bus uebernimmt und Olaf sich schlafen legt. Verhaengnisvoll fuer Thorsten, der dadurch in den Genuss von Corinne’s Franzoesischkenntnissen (die Sprache natuerlich, was denkt Ihr denn wieder!?!?!) kommt und sich bei jedem Rastplatz wuenscht, mal halt machen zu koennen… Bei den heissen Gespraechen kann nicht mal Lesi einschlafen!
Uster CH 22.05.2004
Nach einem kurzen Ricola- und Toblerone-Kauf (Abschiedsgeschenke fuer unsere deutschen Freunde) auf der Raststaette Pratteln sind wir relativ schnell in Uster beim Rock City. Dort laesst Olaf (der mittlerweile das Steuer wieder uebernommen hat) den Bus noch kurz zum Kuehlen laufen, wie immer, wie normal. Nur hier sind wir in der Schweiz, hier laeuft alles etwas anders. Kaum zwei Minuten spaeter taucht schon der erste gehaessige Eidgenosse auf: "Jetzt macht mal den verdammten Motor aus, das ist verboten und stinkt grauenhaft! Wenn ihr den nicht sofort abstellt, hol ich die Polizei!!" Wunderschoenen guten Morgen Schweiz, herzlich Willkommen zu Hause! Spaetestens jetzt wissen wir alle, weshalb wir unser Heimatland die letzten drei Wochen nicht wirklich vermisst haben. Der Kluegere gibt nach und so hat der Herr seinen Frieden und wir die Hitze im Bus.
Dafuer funktioniert organisatorisch alles schweizerisch-perfekt heute. Im Lokal laeuft schon das Training zur Formel 1 in Monaco, die Duschen sind einwandfrei, das Essen im Restaurant tiptop. Und auch ueber die Vorverkaeufe kann sich keiner beklagen: 74 verkaufte Tickets, und das bei 100 Leuten, die ueberhaupt ins Rock City passen! Wow!
Den Nachmittag verbringen wir damit, uns gegenseitig Tourplakate, CD’s, T-Shirts etc zu signieren, auf Strom im Bus zu warten und die geile Zeit on tour etwas Revue passieren zu lassen. Und natuerlich damit, uns Streiche einfallen zu lassen, schliesslich ist heute der letzte Abend der Tour, da neckt man sich traditionellerweise gegenseitig waehrend dem Konzert. So kommt es, dass waehrend unserem Konzert ploetzlich die versammelte Jaded Heart-Mannschaft die Buehne stuermt und darauf Fussball spielt. Wir revanchieren uns damit, bei ihnen Unterwaesche auf die Buehne zu werfen, was Muelli und Henning dazu verleitet, sie sich ueber den Kopf oder ueber die Hosen zu ziehen. Das Chaos ist perfekt.
Nach dem Konzert bleibt uns nicht allzu viel Zeit, uns voneinander zu verabschieden, denn Jaded Heart spielen morgen ein Konzert in Belgien. Der Abschied faellt keinem so wirklich leicht, denn wir sind in diesen knapp drei Wochen alle verdammt gute Freunde geworden. Von Zoff untereinander nach ein paar Tagen oder von einem Supportband – Unterdruecken, wie man es so oft erlebt, war auf dieser Tour ueberhaupt nichts zu spueren. Im Gegenteil, wir sind von Tag zu Tag eine verschworenere Einheit geworden. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, jedenfalls haben wir fest vor, die gewonnenen Freundschaften zu pflegen und vor allem diese geile Zeit in guter Erinnerung zu behalten. Danke Jaded Heart!!
Wir fahren dann kurze Zeit spaeter zurueck zum UEbungsraum, wo wir unseren ganzen Plunder aus dem Bus raeumen muessen, was sich als muehsamer als erwartet gestaltet. Symptomatischerweise ist das letzte, was wir im Bus noch finden (nach etwa 358 Kontrollgaengen), eine Vitaminbrausetablette…
Dann der Anruf von Busfahrerin Irmela: "Wir stehen hier vor Zuerich und haben zwei platte Reifen am Haenger, koennt ihr uns helfen?" Nach ein paar Telefonaten und einige Lacher spaeter trifft dann offenbar die Pannenhilfe beim Jaded Heart – Bus ein und die Jungs koennen ihren Weg nach Belgien fortsetzen.
Jetzt sitzen wir also wieder im UEbungsraum, wo die ganze Reise begonnen hatte und muessen auch noch das letzte Relikt dieser unglaublich geilen Zeit ziehen lassen: Olaf hat noch einen weiten Weg nach Hause und weg ist der Bus, weg unser "Papi" und weg unser zu Hause der letzten drei Wochen…
Abschliessend moechten wir uns bei allen bedanken, mit denen wir diese geile Zeit erleben durften: Bei Micha, Henning, Muelli, Barish und Axel von Jaded Heart, bei Alex und Nadia, bei "The Drivers" Olaf, Thorsten und Irmela von Fair Line, bei Mike und Wasanna Moeller, bei Micha "Dr. Brinkmann" Spiess, bei Kimmy, beim Fraggle, bei Sven Lohnert, bei Albert Zwingel, bei allen Veranstaltern und Stagehands, bei allen Freunden, die uns auf dieser Tour besucht haben und vor allem bei allen Fans, die teilweise Hunderte von Kilometern Weg auf sich genommen haben, um mit uns Abend fuer Abend abzurocken. Ihr seid die Geilsten!!!
Wir lieben Euch alle, DANKE!!!!!