Hallo Leute

Heute habe ich 2 verschiedene Sachen für Euch. Einerseits das etwas spezielle Tattoo des KuDos' Drummers Marco, andererseits das Revival des Tribals.

Viel Spass beim Lesen!

KUDOS

Diesmal will ich euch Marco, Drummer der Münchner Band KuDos, vorstellen.

Er ist Besitzer eines nicht alltäglichen, etwas ausgefallenen und sehr individuellen Tattoos. Er hat sich das Band–Logo in seiner Haut verewigen lassen. Wie er selber sagt, spiegelt es einen Teil seiner Jugend wieder, da die Formation seit 2001 besteht, er bei der Bandgründung 17 war und die Band einen großen Teil seiner Jugend ausmachte.

Der Entwurf stammt aus der Feder von Bandmitglied René, Gitarrist, das nur etwas abgeändert wurde.

Gestochen hat es  Bernd Weiss aus München / Lerchenau, aus dem Studio STINGRAY TATTOO (www.tattoo-muenchen.de), gedauert hat es 3 1/4 Stunden und ist  mittlerweile 2 Jahre alt!

KuDos befinden sich zurzeit im Studio und wollen demnächst ihre erste Cd auf den Markt werfen!

 


DAS TRIBAL – REVIVAL

Wir kennen sie alle: Die zumeist in schwarz gehaltenen, in sich geschwungenen Linien, die zu einem mehr oder weniger harmonischem Muster verschmelzen – das TRIBAL!

Mitunter scheinen sie einfallslos. Man hört manch einen Tattoo–Fan abfällig raunen: “…der/die hat ja nur ein Tribal!“

Sind es wirklich NUR Tribals? Oder steckt mehr dahinter als nur ein paar schwarze Striche? Wo kommen die Tribals eigentlich her? Was sagen sie aus? Sind sie wirklich so einfallslos, wie von manchen behauptet wird? Oder steckt mehr dahinter?

Sucht man ein traditionelles und bedeutungsvolles Tattoo mit Geschichte, landen viele bei Tribals. Auch der eine oder andere Star hat die bedeutungsschwangeren Tribals der Maori oder anderen Stämmen für sich entdeckt (z.B. Robbie Williams).

Wie beim letzten Mal schon erwähnt, entstanden die ersten „Tattoos“ durch Kriegsverletzungen der Speere.  Die wiederum so etwas wie schwarze Striche hinterließen – ein Tribal, wenn auch nur im weitesten Sinne. Man kann also sagen, das Tribal war eins der ersten Motive. Daraus entwickelten sich die verschiedensten Bedeutungen der verschiedensten Stämme (Maori, Polynesien… usw). Anhand des Musters in der Haut konnte man z.B. bei manchen Stämmen, auch heute noch, den Familienstand oder den Kriegerrang ablesen. Auch für ihre Gottheiten und die tief verwurzelten Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschheit (wie überall sind dies Liebe, Gesundheit, Glück, Macht, Reichtum … usw.) kreierten die Eingeborenen ihre Motive.

  

Dem Laien sei als gut gemeinter Rat(!) gesagt: erkundigt euch vor dem Stechen, ob ihr mit dem Motiv nicht den Stamm beleidigt! Viele sehen es nicht gerne, wenn sich Ausserstämmische ihre Gottheiten in die Haut stechen lassen. Es beleidigt sie! Gut, wer nie vorhat, den Stamm zu besuchen, um stolz das Tattoo zu präsentieren, dem kann es egal sein, aber allen anderen sei gesagt… VORSICHT, wenn ihr nicht als Schrumpfkopf enden wollt (ok, etwas übertrieben, aber sie sehen es einfach nicht gerne!).

Nun aber zurück in die sogenannte Zivilisation. 

Seit Mitte der 90`ger sieht man sie von Schulterblättern, Hüften, Steiß, Waden… und etlichen anderen Körperstellen blitzen – schwarze geschwungene Muster, die, wenn man genau hinsieht, auch etwas darstellen sollen (z.B. Tribal –Drache, -Schmetterling, -Blume… usw.) und manchmal einfach nur als schön empfunden werden (zumindest vom Träger).

Das Arschgeweih hat sich zum Renner entwickelt und wurde regelrecht zu einer Modeerscheinung! Kaum ein Mädel, bei dem aus der Hüftjeans nicht ein String mit einem Arschgeweih lugte. Aber mit Mode–Tattoos ist es wie mit allem in der Mode, hat es jeder, oder haben es viele, ist es nichts Besonderes mehr. Und wer ein Tattoo trägt, will sich abgrenzen von der Masse, was bei dem Arschgeweih nicht mehr der Fall war/ist! Es gab und gibt sie in den verschiedensten Formen und Größen, kunstvoll und weniger einfallsreich, aufregend und langweilig…

Natürlich kam das Tribal auch an anderen Körperstellen zum Einsatz. Nur ganz kleine versteckte, oder richtig große, die sich über den ganzen Körper verteilen und zu einem Ganzen werden. Der Kreativität waren/ sind keine Grenzen gesetzt.

  

Auch von Tätowierern wurde das Tribal oft unterschätzt, denn es sind eben oft mehr als nur schwarze Striche und Balken. Es gab/gibt ein paar Dinge, die zu beachten und/oder zu entscheiden wären: Körperstelle und Form müssen zusammen passen oder angepasst werden (wobei das Tribal dem Körper angepasst werden muss, andersrum funktioniert s nur in den seltensten Fällen *zwinker*), sonst wirkt's leicht deplaziert (sieht man bei einigen Arschgeweihen, die zu hoch oder gar schief angesetzt wurden; oder an der Hüfte, wenn sich die Hüfte anders schwingt als das Tribal), ausgefüllte Linien oder nicht, Schattierungen oder nicht (damit erzielt man einen 3D–Effekt), farbig oder ganz schwarz… Ihr sehr, es ist also nicht NUR ein TRIBAL!

Und es sagt sicher auch einiges über den Träger aus, oder zumindest über dessen Geschmack. Eher geschwungen, verspielte oder eher gerade oder gar aggressive Linien, z.B. ein verspieltes filigranes im floralem Stil gehaltenes Tribal will einem wohl dasselbe mitteilen wie ein Schmetterling und Blüten. Ein Tribal kann also auch eine Geschichte erzählen!

Das Tribal ist oft ein Einsteiger–Motiv, aber es gibt auch richtig, großflächig angelegte Projekte, z.B. eine ganze Körperseite von der Schulter bis zum Knöchel, oder quer über den Rücken von Schulter bis zur Hüfte, oder wie bei Thomas D. von den Fantastischen Vier über beide Arme und den Rücken (wie weit geht das Ding von ihm eigentlich? Weiß das jemand?).

Es gibt wunderschöne Tribals, aber auch ziemlich einfallslose – wie wohl bei allen Motiven (z.B. Delphine, kleine rote Teufel, kleine Rosen… 08/15–Motive, aus denen man sicher was machen könnte, viele aber nicht tun).

Das Tribal an sich hat schon ein paar tausend Jahre auf dem Buckel und wird nie wirklich aus der Mode kommen. Da es eine viel zu verwurzelte Geschichte und Bedeutung in der Szene hat, werden wohl viele Tattoo–Fans immer wieder darauf zurück kommen.

Das Tribal–Revival ist sozusagen eine Never–Ending–Story!

 


Liebe Grüsse,

Eure Melanie (Mail)

 

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