Willkommen zur neuen Sparte "INK - Under your Skin" auf medazzarock.ch !

Für den Start haben wir folgende Themen für Euch:

- Tattoos - Eine Modeerscheinung ?
- Tattoos und Ihre Bedeutung
- Die Geschichten meiner Tattoos

Natürlich dürft Ihr Euch auf regelmässige Updates freuen. Manchmal mit komplett neuem Inhalt, manchmal auch nur mit Updates bestimmter Sparten auf dieser Tattoo-Seite. So werden wir z.B. bald einmal die Tattoos diverser Musiker etwas genauer unter die Lupe nehmen. Nun aber viel Spass beim lesen...

 


 

TATTOOS- EINE MODEERSCHEINUNG ???

Rockmusik und Tattoos gehöre ja wohl zusammen wie… Pommes und Kechtup! Kaum ein Musiker der nicht tätowiert ist. Mittlerweile sind sie aber in (fast) jeder Musikrichtung vertreten, ausser vielleicht in der Volksmusik (die tragen ihre Tats wohl an sehr versteckten Stellen!).

Zur Zeit sieht man aber auch viele der „Normalos“ mit den bunten, gestochenen Bildern unter der Haut. Einer, der unzähligen Modetrends denen wir folgen? Oder steckt mehr dahinter? Sicher hat jede Zeit ihre Tattoos mit ihren Lieblings-Motiven, doch gibt es eine Menge Motive mit Bedeutung und Tradition.

Wie alt oder woher genau das Tätowieren stammt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, nur, dass es eine sehr, sehr lange Tradition hat... Die älteste tätowierte Mumie ist 7000 Jahre alt und Ötzi hatte fünf Tattoos. Wahrscheinlich technisch nicht so ausgefeilt wie die heutigen Kunstwerke, aber immerhin!  

Die allerersten Tattoos sind wohl im Kampf entstanden. Einige Urvölker haben ihre Speere in Russ getaucht. Wenn sie im Kampf den Gegner verletzt hatten, blieben schwarze Narben- tata- und schon hatte man das erste Tattoo der Menschheitsgeschichte! Je mehr solcher Narben ein Krieger hatte, für umso kampferfahrener und mutiger wurde er gehalten. Sicher dauerte es nicht lange und die Krieger haben sich solche „Kriegsverletzungen“ selbst zugefügt um den Gegner zu beeindrucken. Vielleicht auch die Frauen, die ja bekanntlicherweise auf starke, mutige, erfolgreiche Männer standen, stehen und immer stehen werden!

Es gibt immer noch viele Ureinwohner, die ihre traditionellen Tätowierungen tragen. Dazu gibt es die verschiedensten Bedeutungen, das hier aufzuzählen würde Seite um Seite um Seite um Seite… füllen. Auch die Kelten trugen solch einen Körperschmuck. Ja, sie waren schon ein wilder Haufen, laut, ungestüm, wild und tätowiert! Da sollte so ein kultivierter Römer keine Angst bekommen!

Zu uns kamen die Bilder auf der Haut allerdings erst wieder durch die Seefahrer, die die verschiedensten Kontinente bereisten, tätowierte Menschen mitbrachten und diese so ihre Tradition auch bei uns unter die Leute brachten. Die frühen Tätowierten gehörten zur Subkultur, Seefahrer, Sträflinge, Soldaten, Rocker… usw. Leute, die sich von der Masse abheben, zum Teil sicher auch gefährlicher wirken, oder sich einer bestimmten Gruppe angehörig zeigen wollten.

Lange Zeit blieb das auch so. Mittlerweile hat sich das mehr und mehr gewandelt.

Wenn die warme Jahreszeit beginnt, sieht man wie viele Menschen Tattoos tragen. Und man fragt sich wohl zu Recht, ob es zu einer neuen Modeerscheinung geworden ist! Wahrscheinlich eher nicht! So eine Tätowierung hat man ein Leben lang und im Normalfall weiss man das auch. Aber viele wollen ihre Individualität damit zum Ausdruck bringen, wollen sich wie eh und je von der breiten Masse abheben, verbinden mit dem Tattoo vielleicht auch ein besonderes Ereignis in ihrem Leben, oder - es gefällt ihnen einfach nur gut (was auch ein sehr guter Grund für ein Tattoo ist!).  

Die Gründe sind so unterschiedlich, wie auch die Motive und die Körperstellen unterschiedlich sind an denen sie getragen werden. Verschiedene Stile und verschiedene Techniken, ja eine regelrechte Kunstform hat sich daraus entwickelt. Jede Zeit ihre Mode-Motive, man erinnere sich nur an das Steiss- Tribal (Arschgeweih), oder zur Zeit Schriftzüge oder Sterne. Und nicht jedes Tattoo muss eine Bedeutung haben, aber jedes Tattoo hat seine Zeit und erinnert den Träger immer daran zurück!

Wir fassen also zusammen: Tätowierungen sind uralt und gibt es wahrscheinlich schon fast so lange wie es den Menschen in aufrechter Gangart gibt! Manchmal mehr und manchmal weniger populär, aber ganz verschwinden werden sie wohl nie!


 

TATTOOS UND IHRE BEDEUTUNG

Drache:
Glücksbringer, allerdings bekämpfen sich zwei Drachen, sie stehen dann im Konflikt zueinander.

Schädel:
Steht für die Vergänglichkeit und den Tod wie kein anderes Motiv

Schlange:
Hat mehrere Bedeutungen, steht zum einen im christlichen Glauben für die Verführung, Sinnbild des Teufels, Eifersucht, aber auch für die Heilkunst

Rose:
Steht klassisch für die Liebe

Lilie:
Reinheit des Herzens und Jungfräulichkeit

Koi:
Steht für die Stärke, Durchsetzungsvermögen und Erfolg im Leben eines Menschens

Schmetterling:
Auferstehung, Wiedergeburt, Unsterblichkeit


Kischblüten:
Stehen für alles Schöne im Leben, aber auch der Vergänglichkeit allem Schönen

Pfingstrose:
Steht für eine der drei weiblichen Schönheitsideale Japans

Hahn:
Potenz

Adler:
Kraft, Stolz, steht, da er als Wappentier in vielen Flaggen vertreten ist auch für Patriotismus

Dolch mit Schlange:
Rache

Schwalbe:
Kommt aus der Seefahrt und steht für die Sehnsucht nach der Heimat

Chrysantheme:
Unsterblichkeit, Vollkommenheit

 

 


 

DIE GESCHICHTEN MEINER TATTOOS

Der beste Grund für ein bestimmtes Tattoo–Motiv ist wohl, dass es einem gefällt und man sich vorstellen kann den Rest seines Lebens damit zu verbringen!

Manche aber, besonders die sehr individuellen Motive, wollen mehr erzählen. Für den Träger hat das Tattoo dann eine bestimmte Bedeutung, die er als so wichtig empfindet, dass er es auf seiner Haut verewigt haben will. Manchmal werden damit bestimmte Erinnerungen, eine bestimmte Zeit, verbunden. Manchmal ist die Story, unter welchen Umständen das Bild unter die Haut gekommen ist, hörens- oder lesenswert ;-).

Hier wollen wir euch einige dieser Geschichten, die die Bilder erzählen näher bringen!

Viel Spass dabei!!!

 

DRAGON/SKULL
Mario (34): "Lange, lange hab ich nach einem Motiv gesucht. Jahre lang! Und dann plötzlich sah ich beim surfen im Internet dieses supergeile Motiv! Ich wusste sofort DAS war mein Motiv! Ich überlegte noch etwas rum, ob ich s mir in black and grey oder in Farbe machen lassen sollte, sah es mir bunt und schwarz/weiss an.

Wie und wo ich mir das Tattoo dann hab stechen lassen ist eine etwas abenteuerliche Story. Ich war gerade beruflich in den USA, ein Kollege von mir kannte einen anderen amerikanischen Kollegen, der einen Tätowierer kannte. Dieser besagte Tätowierer war/ist Marc (Nachnamen interessieren nicht *zwinker*) der aus Georgia gerade neu nach Wellford/South Carolina  gezogen war. Er hatte hier noch kein Studio und tätowierte mich in der KÜCHE! Etwas unkonventionell, aber es war cool!

2,5 Stunden hat das Kunstwerk gedauert bis es in meiner Haut verewigt war! Und es soll nicht das einzige bleiben."

So, nun gehts weiter mit meinen eigenen Tattoos:

PHOENIX

Der Phönix ist ein Feuervogel, der der Sage nach aus der eigenen Asche wieder aufersteht! Im christlichen Glauben steht der Vogel für die Unendlichkeit und die beiden Flügel für das neue und das alte Testament.

Für mich hat er die Bedeutung, dass es immer wieder weiter geht, dass man immer wieder aufstehen muss und weiter machen muss, auch wenn man denkt, man kann nicht mehr! Irgendwann ist man dann nicht mehr am Boden zerstört, das Leben geht weiter und man erstrahlt wieder in voller Grösse und Schönheit. Was einen nicht umbringt macht einen härter, oder zumindest um eine Erfahrung reicher.

Die Geschichte zu meinem Vogel ist die, dass ich dachte ich hätte einen sehr guten Freund. Leider musste ich erkennen, dass er mich nur ausgenutzt, benutzt, von vorne bis hinten beschissen hat. Er hat mich um Träume und Hoffnungen betrogen und es war sehr, sehr schwer für mich. So enttäuscht wurde ich noch nie in meinem Leben! Es hat lange gedauert bis drüber weg war. Es wird leichter mit der Zeit, aber ganz vergessen kann ich es nicht!

Allerdings haben sich für mich, durch den verlorenen Traum andere Wege aufgetan. Neue Wege, bessere Wege. Ich bin also verbrannt und wieder auferstanden, im übertragenen Sinne.

Der Phönix erinnert mich immer daran, dass es weiter geht!

JON BON JOVI-PORTRAIT

Ich trage Jon Bon Jovi am Arm. Nein, ich bin kein verrückter Fan! Jon Bon Jovis Portrait steht für mich für eine Zeit, in der ich mich sehr einsam und verlassen gefühlt habe. Eine fast hoffnungslose Zeit, in der mir nur die Musik Halt, Trost und Hoffnung gegeben hat! Und auch heute ist es noch so, dass Musik an sich eine grosse Rolle in meinem Leben spielt. Mit Bon Jovi kam ich damals zum Hard Rock. Mit der Zeit bin ich zwar musikalisch immer härter geworden, aber Bon Jovi üben heute noch den selben Zauber auf mich aus, wie damals. Balsam für meine Seele! Heute weiss mein Mann, wenn ich mir Bon Jovis frühere Werke reinziehe, dass irgendwas nicht in Ordnung ist. Gut, sehr tiefsinnige Texte haben sie nicht, aber das muss ja auch nicht sein. Texte, in denen sich jeder wieder finden kann. Was ich damals und auch heute ab und an brauche.

Und Jon am Arm? Hm… ein Trostspender, Hoffnungsträger, Erinnerung … ich fühl mich ruhiger seit ich ihn da habe. Auch wenn viele es missverstehen, aber das ist mir egal! Wer will kann mich gerne danach fragen und alle anderen sollen denken was sie wollen! (ausserdem sieht mein Mann mittlerweile ihm ein bisschen ähnlich und das Gerätsel ob er s nun ist oder nicht, find ich immer wieder witzig!)

HENNING – H – BLOCKX

Auf der Innenseite meines linken Unterarms hab ich einen Schriftzug. Es sieht aus wie ein Schriftzug, aber in Wirklichkeit ist es was viel tolleres! Dazu muss ich ein klein wenig weiter ausholen:

Das erste Konzert, auf dem wir unseren Sohn mit dabei hatten waren die H-Blockx im November 2007, in München. Wir dachten uns, ja kleines Konzert, die Karte war auch nicht so teuer, da konnten wir ihn schon mitnehmen. Mein Mann und ich sind doch einigermassen konzerterfahren, aber dieses Konzert war das wildeste, auf dem wir je waren! Es war super geil!

Als es vorbei war, kaufte sich mein Sohn noch ein T-Shirt der Band. Da entdeckte ich Henning neben dem Merchandise–Stand wie er Autogramme schrieb und ich dachte mir, die Chance lass ich mir nicht entgehen, schnappte mir das T-Shirt meines Sohnes und hab mich durchgedrängelt. Ich bekam das Autogramm auf das Shirt, und dachte dann so bei mir: „Hm… ich will aber auch eins haben!“  Ich hatte leider kein Stück Papier bei mir und hielt Henning meinen Arm unter die Nase. Ob er mein bayrisch verstanden hat wage ich zu bezweifeln, aber er wusste was ich wollte, und unterschrieb noch mal auf meinem Unterarm.

Ja geil, dachte ich, nur scheisse wenn ich mich dusche! Irgendwie hab ich das nicht gut durchdacht gehabt!

Zu hause kam ich dann auf die glorreiche Idee, daraus könnte man ein Tattoo machen!  Ich hab's ziemlich intensiv mit meinem Mann besprochen, der sofort voll begeistert davon war und mir eigentlich nur zugeredet hat, als mir davon abzuraten! Ok, am nächsten Tag rief ich meinen Tätowierer an und bat ihn voller Inbrunst mich irgendwo dazwischen zu schieben, weil ich ein Notfalltattoo brauchte. Das wurde ja mit der Zeit immer bleicher!

Er konnte mich an nächsten Tag dran nehmen. Hat nur 10 Minuten gedauert bis es dann fertig war! Ja, und nun steht es da. Mittlerweile ist es voll integriert in den restlichen Arm (der noch nicht ganz fertig ist!). ich find's cool und bin stolz drauf! Hat ja nicht jeder, so ein Autogramm am Arm :-)

 

DIE BILDER STELLTE MIR JAN VON "NEDDLES OF PAIN" AUS D-STRAUBING FREUNDLICHERWEISE ZUR VERFÜGUNG


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Schaut mal wieder rein, denn ich werde die "INK - Under Your Skin"-Sparte natürlich regelmässig updaten.

Liebe Grüsse,

Eure Melanie (Mail)