TATTOO-STILE
Weihachten
ist ja nun schon ne Weile um, draußen herrschen seit Wochen eisige Temperaturen
und wir vom Team haben uns wieder angezogen :-) (siehe letzten Tattoo-Artikel).
Nun will ich euch mit der Zeit die einzelnen Stile und die dazugehörigen Motive
erklären und beschreiben und natürlich auch mit Bildern zeigen. Manchmal muss
ich dazu etwas weiter ausholen, denn einige der Stile haben Tradition und
Geschichte.
Wir
fangen natürlich am Anfang an. Nein, keine Angst, nicht bei Ötzi oder der
Steinzeit, sondern bei den Seefahrern, die das Tätowieren von ihren Seefahrten
mit in die Neuzeit brachten. Der aufmerksame Leser wird jetzt sicher bemerken,
dass wir dieses Thema schon einmal kurz angerissen haben. Richtig, aber das hier
wird kein Aufwärmen des älteren Artikels. Es ist eher so, dass sich das eine
oder andere Thema überschneidet.
Die
Seefahrer entdeckten auf ihren Fahrten rund um den Erdball, als die Welt noch
nicht globalisiert war, sondern noch abenteuerlich und exotisch, mystisch und
magisch war, das Tätowieren in der Südsee. Die Südsee erschien ihnen wie ein
Paradies! Und als Beweis, dass sie im Paradies waren, brachten sie Tattoos mit.
Entweder ließen sie sich vom Heiligen des Stammes inken, oder, von einem
Seemannskollegen, der aufmerksam zugesehen hatte. Oft waren die Seeleute wochen-
und monatelang unterwegs, und z.B. bei einer Flaute machte sich Langeweile breit
und so tätowierten sie sich gegenseitig.
(Dolch, Pin-Up,
Schwalbe)
Wir
kennen sie alle, die typischen Seemannsfahrer-Motive, wie z.B. den Anker, das
Scared Herz, der Dreimaster, die Schwalben, Pin-Ups, Meerjungfrauen und, und,
und. Auf die nähere Motivbeschreibung wollen wir aber erst etwas später
eingehen.
Die Seefahrer wussten, dass sie nur ein Spielball der Natur waren, sie wussten wie schnell alles aus sein konnte, wenn ein Gewitter oder ein Sturm aufzog. So beteten sie zu Gott, dass sie wieder heil nach Hause kamen. Daraus entstand wohl eins der ersten Motive: „Glaube, Liebe, Hoffnung“. Das Kreuz symbolisiert den Glauben, das Herz, die oft zurückgelassene Liebe, und der Anker, die Hoffnung auf die Heimkehr.

(böse Schwalbe)
Die
ersten Kunstwerke waren noch recht einfach gehalten, mit wenig, bis kaum Farbe,
meist nur in Schwarz, daraus entwickelte sich der Old School-Stil. Mittlerweile haben sich die Charaktereigenschaften
dieser Stilart ins Gegensätzliche gekehrt. Heute sind Old School-Tattoos
farbenfroh und mit starken Outlines. Man findet sie in jeglicher Größe und an
jeder nur erdenklichen Körperstelle.
Zu
den Old School-Motiven gesellen sich aber auch noch andere Bilder als nur die gängigen
Seemanns-Motiven. Unter anderem wären das:

(Cards)
Old School ist eine traditioneller Tätowier-Stil, aus dem sich wiederum ein neuer Stil entwickelt hat, New School. Diese Hautbilder sind einen (oder gerne auch mal mehrere) Ticks bunter, schräger, mit kräftigen, plakativen Farben, stilisierten Bildern (wenig realistischen), wie auch die Old School-Tattoos mit starken Outlines. Die sogenannten Fun- und Comic-Tattoos zählen zu dieser Stilrichtung.

(new school)
Viele
der Motive erklären sich von selber. So stehen die Würfel und die Spielkarten natürlich für
das Glück im Spiel.
Rosen
mit ihren
Dornen, nicht selten für die Liebe,
die auch mal weh tun kann.
Der
Totenschädel sieht nicht nur
gruselig aus, er verkörpert auch das Vergängliche im Leben. Totenschädel ziehen sich übrigens durch sämtliche Stilrichtungen
und sind ein sehr beliebtes Tattoo-Motiv.
Der Dolch, der durch ein Herz stößt steht für Rache. Wenn wir schon mal beim Herz sind, das Scared Heart steht für Stärke. Das Herz dabei steht für die Liebe (wie kann es auch anders sein?) und das Leben, die Dornen, die die Narben symbolisieren, für den Schmerz, der die Liebe und das Leben mit sich bringt und für die Leidenschaft. Was einen nicht umbringt macht einen stärker, nicht wahr?!

(Biene, new school, skull)
Die
Schwalbe hat mehrere Bedeutungen. In
erster Linie steht sie für Freiheit und gleichzeitig für Heimkehr. Oft
wird die Schwalbe mit einem Brief
dargestellt, dann ist sie die Überbringerin
der Liebe und will sagen: „Warte
auf mich, ich komme zu dir zurück!“
Die
Seemänner waren auf hoher See oft höheren Gewalten ausgeliefert und nicht oft
waren sie deswegen sehr abergläubisch. Was wiederum die christlichen Tattoos
erklärt, wie das Kreuz, Rosenkranz u. ä. dazu gehört auch das Seemannsgrab,
das oft als untergehendes Schiff, mit
Rettungsring, Gewitterwolken oder Sonnenuntergang
dargestellt wird. Die Seemänner glaubten, wenn sie sich das Seemannsgrab
unter die Haut stechen ließen, konnten sie nicht untergehen.
Und
natürlich last but not least, das Segelschiff!
Was man sich als Seefahrer natürlich erst verdienen musste. Ab einer bestimmten
Anzahl an Seemeilen durfte man sich das Schiff stechen lassen.
Ich
hoffe der kleine Ausflug in die Anfänge unserer Tätowierungen hat euch
gefallen.
Bis zum nächsten mal… wir machen auf alle Fälle immer wieder mal weiter mit den Stilrichtungen:-)
Liebe Grüsse,
Eure Melanie (Mail)




