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TERRY HOAX |
Ach, Melanie wird mich wohl langsam hassen(Anm. d. Redaktion: Wie könnte ich einen meiner besten Mitarbeiter hassen *schleim*), denn nachdem ich bereits SHOTGUN MESSIAH's "Second Coming" als Milestone gewürdigt hatte, gebe ich erneut einem Album den Ritterschlag, welches nicht die Charts im Sturm aufgerollt hat. Die Rede ist von "Freedom Circus" von TERRY HOAX, welches am 11.08.1992 das Licht der Welt erblickte. Es muss 1993 gewesen sein, als ich als 20jähriger Jungspund in einer neuen Firma einen Bürojob antrat und im Büro nebenan der langhaarige Rolando S. arbeitete. Er war für die Werbung zuständig und oft mit dem Auto unterwegs, um alles mögliche zu erledigen. Aus irgend einem Grund war ich oft dabei, wenn es "on the road" ging. Manchmal war ich für das Halten des Lenkrades zuständig, wenn sich Rolando grad' ne Zigarette in der Autobahnauffahrt anzünden wollte - oder ich wurde als "Helfer" benötigt, wenn man Mailings ins Gefängnis brachte, um es dort verpacken zu lassen. Natürlich hielten wir auf unseren "Reisen" auch mal irgendwo an ner Tanke an für Zigaretten- oder Getränke-Nachschub oder machten sonstige private Besorgungen - während der Arbeitszeit versteht sich. Eines Tages, wir waren wieder einmal unterwegs, musste Rolando noch kurz bei sich zuhause was holen - ich natürlich im Schlepptau. In seiner Dachwohnung in Winterthur angekommen, galt mein Blick sofort dem CD-Regal und Rolando (sozusagen mein Lehrer und Mentor in Sachen Musik und Coolness) drückte mir ein paar CDs in die Hand, die ich "unbedingt anhören müsse", wie er meinte. Darunter war ne Scheibe der Manic Street Preachers, eine von Warrior Soul und auch "Freedom Circus" von TERRY HOAX. Nun, mit Warrior Soul kann ich bis heute nicht viel anfangen, die Manic Street Preachers find ich eigentlich ganz okay, doch Terry Hoax schenkte ich meine musikalische Liebe. Diese Band aus Hannover verstand es, eingängige und "leichte" Rock-Musik mit Pop-Einschlag zu schreiben, die trotz allem einen gewissen Tiefgang aufwiesen. Die Band bestand damals aus Sänger Oliver Perau, Armin Treptau (Bass), Martin Wichary (Gitarre), Marcus Wichary (ebenfalls Gitarre) und Hachy Hachmeister (Drums) und am meisten machten sie wohl zu jener Zeit mit ihrer Cover-Version des Depeche Mode-Hits "Policy Of Truth" von sich reden. Ich persönlich fand diese Cover-Version zwar auch toll, doch im Endeffekt habe ich mich in alle Songs dieses Albums verliebt. Egal ob nun das coole "Insanity", das etwas melancholische aber doch das Leben bejahende "Live All" oder das rockende "Another Face". Terry Hoax, die man immer mal wieder verglich mit Fury In The Slaughterhouse", machte eigentlich schon damals das, was man heute als Alternative Rock kennt - vielleicht nur mit etwas positiverer Grundstimmung. Über allem thront Oliver Perau's Stimme, ein charismatischer Sänger, der für das Mikro und die Bühne geboren scheint. Ich könnte Euch noch stundenlang über dieses Album erzählen, doch am besten ihr hört selbst mal rein - und beginnt vielleicht zu verstehen, warum es ausgerechnet diese Band mir so angetan hat. Noch kurz für die Statistiker: "Freedom Circus" war das zweite Album der Band. Nach dem vierten Album ("Den Kindern geht es gut und sie lassen grüssen") brach die Band jedoch auseinander und Sänger Oliver Perau startete eine Solo-Karierre im Swing-Bereich, bevor man sich vor ein paar Jahren endlich wieder zusammentat und 2009 das tolle Album "Band Of The Day" veröffentlichte. TERRY HOAX haben für mich 1992 mit "Freedom Circus" einen absoluten Meilenstein auf die Menschheit losgelassen, haben einen tollen Sänger am Start und gelten als fantastische und mitreissende Live-Band. Jungs, ich bin stolz darauf, Euch mit diesem "Milestone" zu würdigen :-) (Ralph)
