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SHOTGUN MESSIAH |
"Shotgun WER?" fragt sich jetzt vielleicht so manch einer. Ich gebe zu, Shotun Messiah waren nie eine wirklich grosse Nummer im Rock-Business und wenn man den Begriff "Milestones" hört, denkt man wohl eher an Scheiben wie "Back In Black" von AC/DC oder das schwarze Album von Metallica. Doch natürlich müssen Milestones nicht zwingend bekannt und millionenfach verkauft worden sein. Nein, sie müssen grossartig und auch Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch geil klingen. Aus diesem Grund ist "Second Coming" der schwedischen Band SHOTGUN MESSIAH für mich ein "Milestone". Gestartet ist man 1989 mit dem gleichnamigen Album, damals noch mit Sänger Zinny J. Zan hinter dem Mikro. Beim Debüt klang noch alles sehr Glam-lastig und hatte nicht viele Ecken und Kanten, das änderte sich jedoch, als Zinny J. Zan die Band verliess und Tim Skold vom Bass ans Mikro wechselte. Man veröffentlichte "Second Coming" (1991) und als ich damals die Scheibe zum ersten Mal hörte, war es um mich geschehen. Im Vergleich zum gleichnamigen Debüt ging die Band eine Spur dreckiger zu Werke und wo früher Glam-Rock auf der Fahne stand, prangte nun "Hard Rock mit einer minimalen Prise Punk" auf dem Banner. Shotgun Messiah ist mit "Second Coming" etwas geglückt, was nur wenige Bands schaffen: Ein Album nur mit grossartigen und abwechslungsreichen Songs ohne Füller und alles sauber und knackig produziert.
Ihr
wollt ein paar Highlights und Anspieltipps? Natürlich könnte ich hier jeden Song nennen, doch ich will mich auf ein paar ausgewählte Songs beschränken. Da wäre z.B. der dreckig-rockende Opener "Sexdrugsrock'nroll" oder das knackige "Nobody's Home". Ganz gross ist natürlich der kleine Hit "Heartbreak Blvd", der viel grösser hätte rauskommen müssen, wenn es Gerechtigkeit auf dieser Welt geben würde. Natürlich wären da noch das fast hymnische "Ride The Storm" oder "You & Me", dessen Refrain man einfach nicht mehr aus dem Ohr kriegt. Wie gesagt, eigentlich könnte man hier aber jeden Song erwähnen, denn den Schweden ist mit "Second Coming" ein Album ohne Füller gelungen. Schön auch die Tatsache, dass die Scheibe zwar fett aber nicht überproduziert klingt. Wer sich gerne selber von der Qualität dieses Meisterwerks überzeugen möchte, darf sich weiter unten noch ein paar Videos der Band reinziehen. Natürlich habe ich mich bei der Auswahl lediglich auf Songs aus diesem Album beschränkt.
Wie es danach mit der Band weiterging? Nun, 1993 veröffentlichte man mit "Violent New Breed" ein erstaunlich hartes und elektronisches Album, wechselte also vom "Hardrock mit Punk-Prise" zum "Industrial Rock", bevor sich die Band aufgrund der üblichen "persönlichen Differenzen" auflöste. Die Bandmitglieder machten Solo weiter oder widmeten sich anderen Projekten, wobei Sänger und Bassist Tim Skold sicherlich am fleissigsten war. So war er bei KMFD tätig, veröffentlichte ein Solo-Album und war 6 Jahre lang als Bassist und Mit-Songschreiber bei Marilyn Manson tätig.
Wie auch immer, Shotgun Messiah haben zwar nie zu den ganz grossen im Rock-Business gezählt, doch ein Meilenstein (wenn auch ein wenig beachteter) ist ihnen mit "Second Coming" zumindest gelungen.
(Ralph)
