DIE FRAU DES ZEITREISENDEN (2010)

Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Bruce Joel Rubin (Drehbuch), Audrey Niffenegger (Roman)
Henry DeTamble: Eric Bana
Clare Abshire: Rachel McAdams

Es gibt Filme, da lohnt es sich nicht gross, auf die Story einzugehen, denn man weiss, was einen erwartet. In diese Kategorie gehören Filme wie „Final Destination“, „Rocky“ oder z.B. SAW (um nur ein paar wenige zu nennen). Dann wiederum gibt es Filme, wo man gerne auf die Story eingehen würde, doch die Thematik macht es einem fast unmöglich. Um solch einen Film handelt es sich bei DIE FRAU DES ZEITREISENDEN, denn sobald das Thema Zeitreisen ins Spiel kommt, gerät man Gefahr, sich beim Beschrieb der Story hoffnungslos in Details zu verzetteln. Henry (gespielt von Eric Bana) leidet seit frühester Jugend an einem Gendefekt, sodass er immer wieder an wichtige Punkte in seinem Leben, egal ob vergangene oder zukünftige, „gezogen“ wird. Hinzu kommt seine Liebe zu Clare, die er seit ihrer Jugend durch seine Zeitreisen besucht und später beide in ihren 30ern gemeinsam trotz aller Widrigkeiten ihre Liebe aufleben lassen und vertiefen. DIE FRAU DES ZEITREISENDEN ist grundsätzlich ein Romantikfilm, dem durch das Thema Zeitreisen ein interessanter (und vor allem „frischer“) Aspekt hinzugefügt wird. Henry deckt den Tisch, während Clare das Essen zubereitet, als Henry sich wieder einmal (ungewollt) in Luft auflöst und in irgendeiner Zeit seines Lebens landet. Clare sitzt darauf hin am Tisch, stochert in ihrem Essen rum und weiss, das Henry irgendwann wieder auftauchen wird, doch sie weiss nicht wann. In solchen Momenten zeigt der Film eine Liebe, die ständig auf die Probe gestellt wird, auch wenn sowohl Clare wie auch Henry wissen, dass sie eigentlich nur für ihre Liebe leben (wollen). Durch Clare’s Liebe fühlt sich Henry das erste Mal in seinem Leben sicher und „zuhause“. Clare geniesst es, endlich ihr Leben mit dem Mann zu verbringen, den sie eigentlich schon seit Ihrer Kindheit liebt – und trotzdem ist sie alleine. Alleine dieser Aspekt würde ausreichen, um daraus einen schönen, dramatischen Liebesfilm zu machen. Die Tatsache, dass die beiden versuchen, ein Kind zu bekommen, es aber ständig Komplikationen gibt, da das ungeborene Kind scheinbar Henry’s Gendeffekt vererbt bekommen hat und Henry’s baldiger Tod, den er durch seine Zeitreisen erkennt, geben dem Film noch zusätzlichen Schwung. Wie so manche Filme über Zeitreisen macht auch DIE FRAU DES ZEITREISENDEN ein paar Logikfehler, doch sollte man versuchen, diese auszublenden, denn letztendlich bleibt ein schöner, unterhaltsamer Liebesfilm mit dem nötigen Schuss Drama. In Zeiten, wo man ständig nur seichten 08/15 Liebes-Komödien begegnet, ist für mich DIE FRAU DES ZEITREISENDEN (übrigens eine Buchverfilmung) eine wohltuende Abwechslung und empfehlenswert für alle, die gerne träumen, lieben und weinen. (Ralph)

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