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5150 ELM'S WAY
Regie: Eric Tessier
Yannick Bérubé: Marc-André Grondin
Jaques Beaulieu: Normand D'Amour
Maude: Sonja Vachon
Michelle: Mylene St-Sauveur
Ich mag die Franzosen nicht. Ich mag ihre Sprache nicht, mag nicht, was sie essen und wie sie reden und ich mag ihre Filme nicht. In den letzten 10 Jahren habe ich lediglich 2-3 französische Filme gesehen, die ich mochte. Aus diesem Grund war meine Panik groß, als beim Beginn von 5150 ELM'S WAY französische Namen über den Bildschirm huschten. Nun gut, meine Panik hat sich etwas verflüchtigt, als ich sah, dass es sich um einen kanadischen Film handelte. Doch worum geht's eigentlich in diesem Psycho-Drama-Thriller von Regisseur Eric Tessier? Der Jugendliche Yannick Bérubé verunfallt mit seinem Fahrrad und sucht Hilfe beim nächst-besten Haus. Dort trifft er auf Jaques Beaulieu, der ihn zwar nicht telefonieren lässt, ihm jedoch anbietet, dies für ihn zu erledigen. Um seine Wunde zu säubern, betritt Yannick nichts ahnend ebenfalls das Haus und bemerkt Hilferufe aus dem ersten Stock. Als er den Fremden retten will, wird er vom Herrn des Hauses niedergeschlagen und wird nun als Gefangener gehalten. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei Jaques Beaulieu um einen religiösen Fanatiker, welcher das Gesetz in die eigene Hand nimmt, um die Welt von schlechten Menschen zu "säubern". Das Problem ist nur: Yannick ist kein schlechter Mensch - und somit darf ihn Jaques nicht töten.
Nach unzähligen SAW-Variationen, mutierten Hinterwäldlern und von Dämonen besessenen Mädchen ist es eine Wohltat, mit 5150 ELM'S WAY mal eine andere, durchaus interessante Story vorgesetzt zu bekommen. Ebenfalls ist erfreulich zu sehen, dass die Figuren in diesem Film eine (für dieses Genre) eher untypische Tiefe aufweisen. Mit Jaques haben wir den religiösen Fanatiker, der im Namen Gottes tötet und inmitten des Grauens das perfekte Familienleben zelebriert. Maude ist seine treue Ehefrau, die Jacques Gräueltaten duldet und unter Existenz- und Minderwertigkeitskomplexen leidet. Die Folterfamilie wird komplettiert durch Tochter Michelle, welche eigentlich ihr eigenes Leben leben möchte, letztendlich aber doch auch nur eine Tochter ist, die von ihrem Vater akzeptiert und respektiert werden möchte. Inmitten dieser Familie kämpft nun Yannick um seine Flucht.
Ja, ich gebe zu, 5150 ELM'S WAY konnte mich begeistern. Es ist kein Film mit einem Riesen-Budget, doch die wenigen Effekte sind gut umgesetzt, die Story bietet endlich mal etwas Neues und die Figuren besitzen, wie oben erwähnt, eine nichterahnte Tiefe. Es gibt Filme, die man am nächsten Tag bereits wieder vergessen hat und solche, die einem noch Tage später immer wieder mal durch das Gedächtnis huschen. 5150 ELM'S WAY gehört definitiv zu dieser Sorte und ist es wert, angesehen zu werden. (Ralph)
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