DEAD SNOW (2010)

Regie: Tommy Wirkola
Vegar Hoel: Martin
Stig Frode Hendrisken: Roy
Charlotte Frogner: Hanna

Und wieder einmal ein Zombie-Film. Haben wir davon in den letzten Jahren nicht schon genug gesehen? Es gab 28 DAYS LATER, 28 WEEKS LATER, MUTANTS, PONYPOOL, Remakes alter, kultiger Zombie-Streifen und natürlich den eher witzig aufgemachten Zombie-Film SHAUN OF THE DEAD. Ganz ehrlich? So langsam hab ich genug Zombies gesehen - besonders auch, weil man mittlerweile eigentlich immer denselben Käse aufgetischt bekommt. DEAD SNOW beginnt dann auch wie so manch anderer Zombie/Grusel-Film. Eine Gruppe Jugendlicher verschlägt es in ein abgelegenes Haus (hier eine Ski-Hütte in den Bergen Norwegens, da sich die jungen Damen und Herren beim Schneesport austoben wollen) und auch die Tatsache, das Nachts plötzlich ein Fremder an der Tür klopft, um eine Tasse Kaffee bittet, danach irgendwelche Schauergeschichten erzählt und man sich nicht sicher ist, ob dieser Typ nun gut oder böse ist - auch das gab es schon desöfteren in der Geschichte des Horror-Films. Somit unterscheidet sich DEAD SNOW in den ersten (ca.) 45 Minuten nicht gross von dem Grusel-Allerlei ähnlicher Couleur. Als der Fremde dann die Legende von gefallenen Wehrmachts-Soldaten erzählt, die angeblich in der Gegend rumspuken sollen, wird der Film langsam unterhaltsam. Denn die Legende entpuppt sich als wahr und eine Horde von Zombies in SS-Uniformen, unter der Leitung von Oberst Herzog, macht Jagd auf unsere kleine Gruppe Jugendlicher. Das ist doch mal ne Story, die vom 08/15-Zombie-Film abweicht! Die äusserst klugen und schnellen Zombies sind gut in Szene gesetzt, es gibt ein paar deftige Splatter-Szenen und sogar der Humor kommt hier nicht zu kurz. Die Tatsache, das sich das Ganze im Schnee abspielt, gibt dem Ganzen noch eine zusätzliche, interessante Note. Hier gibts keine wackelige Handkamera, keine Zombies die sich nur Nachts zeigen (was es für die Maske einfacher machen würde) und keine Story, die sich ernster nimmt, als sie ist. Dieser Zombie-Streifen aus Norwegen ist professionell aufgemacht, die Zombies wirken gut ausgeleuchtet im Schnee noch gefährlicher und die wohldosierte Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor macht DEAD SNOW zu einem Zombie-Erlebnis, wie ich es schon länger nicht mehr erleben durfte. Ich dachte wirklich, das Thema Zombie-Film sei für mich erledigt, doch DEAD SNOW hat mir bewiesen, das ich auch nach all den anfangs erwähnten Filmen immer noch Spass an einem Film mit Untoten haben kann. Danke hierfür! (Ralph)
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