BEIM LEBEN MEINER SCHWESTER (2010)

Regie: Nick Cassavetes
Cameron Diaz: Sara
Jason Patric: Brian
Abigail Breslin: Anna
Sofia Vassilieva: Kate

Sara und Brian Fitzgerald führen mit Tochter Kate und Sohn Jesse ein unbeschwertes Familienleben - bis bei Kate im Alter von zwei Jahren Leukämie festgestellt wird. Sara und Brian befolgen den Hinweis des Arztes und setzen ein drittes Kind (Anna) in die Welt, um durch dessen Blut, Gene etc. Kate's Leben retten zu können. Wo Kate's Leben durch die Krankheit bestimmt wird, so ergeht es auch ihrer kleinen Schwester Anna, denn sobald es Kate schlecht geht, führt auch ihr Weg ins Krankenhaus - sei es zur Entnahme von Rückenmark oder der Bildung von Zellen, welche bei Kate's Genesung helfen könnten. Sohn Jesse hingegen wird immer mehr zum Aussenseiter der Familie, da sich in erster Linie alles um die krebskranke Tochter dreht. Die Eltern widerum zerbrechen fast an Kate's Krankheit, wodurch auch ihre Ehe und somit auch die Familie desöfteren auf dem Spiel steht. Eigentlich genug Stoff für ein erschütterndes Melodram, doch die Geschichte nimmt eine Wendung, als die noch minderjährige Anna einen Anwalt aufsucht, der ihr helfen soll, selber über ihren Körper bestimmen zu dürfen, damit sie nicht länger die schmerzhafte Tortur als "Materiallager" für ihre kranke Schwester dienen muss. Dieser Film entstand nach dem gleichnamigen Roman von Jodi Picoult, doch da mir die Vorlage nicht bekannt ist, kann ich leider nicht sagen, ob sich die Verfilmung weit vom Roman entfernt hat oder nicht. Was jedoch auffällt ist die Tatsache, das hier viele kleine und grosse Tragödien nur angeschnitten werden, aus denen man alleine schon einen abendfüllenden Film hätte machen können - je nachdem, aus welcher Sicht man die Geschichte erzählen würde. Einerseits ist es schön, das aus BEIM LEBEN MEINER SCHWESTER kein Tragödien-Taschentuch-Tränen-Film wurde, obwohl gerade Kate's schlimme Krankheit genug Stoff abliefern würde, andererseits wird vieles nur oberflächlich angekratzt, was einem Familien-DVD-Abend zwar zugute kommt und einem dadurch bei der tragischen Geschichte kein Erdnüsschen im Hals steckenbleibt, andererseits vermisst man etwas die Tiefe. Und doch gebe ich dem Film ein positives Urteil, denn er wirft Fragen auf. Wie weit würde ich selbst für mein Kind gehen - und was würde ich meinem Kind zumuten? Wo liegt die Grenze der Würde? BEIM LEBEN MEINER SCHWESTER ist ein Film, der ein seltsames Gefühl hinterlässt. Man wird den Eindruck nicht los, das da noch viel mehr hätte sein müssen und man nur von weit entfernt in die ganze Thematik blicken konnte - und trotzdem reicht es aus, das man nachts im Bett wach liegt und sich mit dem Film und seinen Fragen auseinandersetzt. Somit ist dieses Drama um Krankheit, Tod, Liebe und Würde empfehlenswert, auch wenn mehr drin gewesen wäre. (Ralph)

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