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Lizenz für Lappen weg - Kawasaki ZZR1400 Wer es noch nicht weiß, Lappen wird gemeinhin der Führerschein genannt. Maybe in Schweiz also. Haha... Und, ich will mal versuchen mich etwas kürzer zu halten. Hab ich doch neulich bei Kawasaki die ZX 10-R gegen die ZZR 1400 getauscht und mein erster laut gesprochener Gedanke „...was für ein Ungetüm!“. Die nette Presse-Dame meinte nur lakonisch „Nene... Dass sie sich da mal nicht wundern“. Der hinzu geeilte Mechaniker noch dazu, es sei die ihm liebste Maschine. Recht sollte er behalten, doch dazu später mehr. Nach dem Aufsitzen erst einmal der erste Aha-Effekt! Sportlich, jedoch nicht gestreckt, eher sehr bequem. Bei der Ausfahrt schnell noch ein paar „Schaufenster-Check`s“. Sieht ja doch ganz gut aus. Vielleicht auch weil meine Lederpelle so verdammt gut in das schwarz-graue Farbkonzept passt? Lang, flach, ja fast wie eine angriffslustige Raubkatze duckt sich der als „Tourer“ verkleidete Sportler, so dass man ihm die annähernd 300 Stundenkilometer schon im Stand abnimmt. Bei den 193 PS (plus etwa 10 über das Ram-Air) fängt man unweigerlich das Sabbern an. Dazu kommt noch, aus 1400 ccm Hub sollen diese ziehen? Na dann mal los! Lieber erst mal vorsichtig... so der Plan. Hinfort Plan! Bekanntermaßen geht es ja vom Stützpunkt aus recht schnell auf die Autobahn. Die nächsten 400 Kilometer arteten dann in kompromissloser, allerdings auch Sprit fressender (scheißegal!), Raserei aus. Stets (wo geht) in den Regionen oberhalb der 250 Stundenkilometer unterwegs, fliegt alles an einem nur vorbei. Höchste Konzentration ist hier gefragt. Insgesamt alles nach rechts kickend, dank der Flut an Scheinwerfer(fern)licht, fährt mir jedoch einer wieder mal direkt vor die Räder. ABS heißt der Anker, der Einen beinahe über den Tank katapultiert. Im Hinterher-zuckeln, einhändig versteht sich, mal ein Blick auf den Tacho riskiert, …180! Oh, linke Flosse ran, aber ganz schnell! Ja kann denn das sein? Ja, kann es, die Maschine liegt wie ein Brett und das alles ohne Lenkungsdämpfung oder sonstige mechanische wie technische Hilfen. Somit waren 400 Kilometer in 3 ½ Stunden, trotz ständiger 80er Baustellen und inklusive 2 mal Tank- plus einem SMS-Aufenthalt, erledigt. Kennt ihr das Gefühl, nach dem zu heftigen Alkoholgenuss? Richtig, Bett wird Karussell. Die Beschleunigung von 193 Pferden aus 1400 ccm sollte sachte antrainiert werden, sonst grüßt das Schleuder-Trauma. War in den nächsten Tagen auch kein Ding. Schnell mal eine Sozius-Meinung eingeholt. Super! Dann noch ein paar Runden im Bayernwald, also fast täglich meine ich! Nie habe ich meine Testrunde bisher derart schnell abgespult. Meine Referenz mit der CBR Fireblade hat diesmal und zum ersten mal völlig verkackt. Auf 3 Kilometer 5 Kurven abnehmen, wie herrlich. Schier abartige Kurvenlagen auf den aufgezogenen Bridgestones, Angstnippel im Weg und dank ABS derart spätes Einbremsen in die Kurve hinein, dass es mit Auslassen der Bremse schon wieder ans Gas aufreißen ging. Das alles im 4. Gang und trotzdem volle Power aus der Kurve raus in die nächste hinein. Ich bin belehrt, bitte an alle Motorräder ABS! Wer jetzt noch später bremst, der braucht keine Angst mehr haben, denn später geht nicht. Fireblade selber Bremspunkt? Endete beinahe im Fels! So schnell kann kaum Einer und so kam es wie es kommen musste, es machte BLITZ! Naja, war wohl nur von vorne, habt ihr ein schönes Bild von einem Monster-Bike.
Technische Daten: hier klicken Wie kann das gehen, sind denn 240 Kilo Kampfgewicht nicht zu fett? Nein, die ZZR ist derart ausgewogen und bietet ein spielend leichtes Handling, dass es nicht wundern würde, käme eine Gruppe betagterer Damen aus dem Strick-Verein damit daher. Die 193 Pferdchen bleiben immer gut dosierbar, sind aber auch immer sofort zur Stelle. Der „Bulldog“ (Traktor) wird zum Standhindernis, auch im 5. Gang. Einfach vorbei, denn ehe dessen Fahrer etwas schnallt ist man auch schon wieder weg. Die ZZR macht es einem wahrlich schwer an ihr herum zu mäkeln. Das Design ist mit der langen Front vielleicht nicht jedermanns Sache, ist jedoch einfach dem Einsatz entsprechend. Lange, beschwerdefreie und schnelle Touren. Die monströs wirkende Verkleidung gebietet dem, auch bei mir mit 1,70 m noch gut greifenden, Fahrtwind Einhalt. Dies, die Tatsache dass es kein Staufach gibt und das etwas plump geartete Heck sind für mich die einzigen Kritikpunkte. Über 1,80 m sollte man allerdings mit der Serien-Scheibe nicht sein, dann hängt der Kopf stets im Wind. Fazit des Ganzen. Ich würde sie mir kaufen... Wäre ich 40 und mein Rücken treibt mich von den Supersportlern, dann her damit. Heck-Umbau geht sicher, Akrapovic-Carbon-Anlage gibt`s schon im Zubehör und schon hat man eines der bequemsten, brachial aussehenden und zudem stärksten Motorräder der Welt. Eines habe ich gelernt. Hubraum kannst du nur durch Hubraum ersetzen! Schöne Grüße von 154 Newton-Metern... schade, dass man ja wieder tauschen muss. Nach knapp 3 Wochen, mit 2100 Kilometern mehr drauf zurückgeben, macht einem aber auch ein klein wenig schlechtes Gewissen. Oder? Verdammt, ich hätte mehr fahren sollen.... Bericht by Jan |















