KROKUS
Hellraiser“ / 14 Tracks / 55 Min
GADGET RECORDS
www.krokusonline.seven49.net
Tja, da sind sie wieder. 32 Jahre nach Ihrem Debut „Painkiller“ schmeissen uns KROKUS, bestehend aus Marc Storace (Gesang), Mandy Meier und Dominique Favez (Gitarren), Tony Castell (Bass) und Stefan Schwarzmann (Drums) einen neuen Longplayer vor die hungrigen Ohren. Der Titel des Rundlings, HELLRAISER, verspricht einiges, denn er klingt nach einem Album voll in die Fresse – nach einer knappen Stunde Musik, bei dem man sich locker den Kopf von der Wirbelsaeule bangen kann. Fuer manch einer mag dieser Albumtitel plakativ und peinlich wirken, doch fuer mich klingt der Name eher wie: „Wenn die Scheibe so klingt wie ihr Name, dann muss die Scheibe so gut sein wie die Highlights der KROKUS-Discographie. Doch keine Sorge, ich werde hier nicht den Fehler begehen, HELLRAISER mit METAL RONDEZ-VOUS oder Songs der Marke LONG STICKS GOES BOOM zu vergleichen. Dafuer ist zuviel Zeit verstrichen, die Jungs sind reifer und erwachsener geworden und ueberhaupt – damals war eine andere Zeit, sozusagen ein anderer Spirit. Doch genug der Vorrede, kommen wir nun zum Inhalt von HELLRAISER:

Das Album beginnt knackig mit dem gleichnamigen Song. Ein straighter Rocker, der eines gleich klar macht: KROKUS klingen frisch und unbekuemmert. Von einer lahmen Altherren-Band weit und breit keine Spur! Der naechste Track TOO WIRED TO SLEEP geht auch gut nach vorne los, bevor es mit HANGMAN und ANGEL OF MY DREAMS etwas mehr in Richtung Midtempo und Ballade geht. Diese ersten Songs stehen stilmaessig fuer das ganze Album: Manchmal wird die Keule ausgepackt, doch auch gedaempftere Toene finden ihren Weg auf das Album und machen daraus eine absolut abwechslungsreiche Sache. Erwaehnen moechte ich an dieser Stelle natuerlich noch den Double Bass-Tracks SPIRIT OF THE NIGHT, bei dem die Herren um Marc Storace so deftig zu Werke gehen wie wohl noch nie in Ihrer Karriere. Bei MIDNITE FANTASY klingen KROKUS verdaechtig nach DEEP PURPLE (zu Coverdale-Zeiten) und bei TURNING INSIDE OUT musste ich mir ein kleines Grinsen verkneifen. Wer erwartet bei einem KROKUS-Song schon eine Text-Zeile wie „Don’t drink – Don’t smoke!“? Das schlimme dran ist, der Ganze kommt so knackig rueber, das man gar nicht dran vorbeikommt, den Text laut mitzusingen. Doch keine Sorge, es handelt sich hier keinesfalls um einen Anti-Drogen-Song J Einzig der Abschlusstrack ROCKS OFF!, kann mich nicht wirklich vom Stuehlchen schmeissen. Durchaus ein deftiger Rocker, doch fuer meinen Geschmack etwas zu ideenlos.

Fazit: HELLRAISER ist nicht das Album, welches ich erwartet hatte. Wie oben angetoent, waehnte ich hinter HELLRAISER einen Rundling, der „voll in die Fresse“ geht. Dies ist das Album definitiv nicht, denn dafuer wird musikalisch zu sehr durchs Midtempo-Feld gepfluegt. Andererseits gibt genau das dem Album die noetige Abwechslung. KROKUS klingen anno 2006 verdammt frisch und unbekuemmert. In Verbindung mit ihrer langjaehrigen Erfahrung ergibt das eine exzellente Mischung, die nach einigen Durchlaeufen regelrecht suechtig macht. Die Produktion von Dennis Ward klingt druckvoll und warm und passt hier wie die Faust auf’s Auge. HELLRAISER ist ein Album, bei dem man auch nach dem zehnten Durchlauf noch neue Feinheiten finden kann und das schoenste daran: Dieser Silberling versprueht eine Art altes Flair, ohne dabei altbacken zu wirken. HELLRAISER macht einfach Spass – und darum geht es doch in der Rockmusik, oder? Der einzige Grund, warum ich hier „nur“ 9 Punkte gebe, ist die Tatsache, das sich das gesamte Album zwar auf einem verdammt hohen Niveau befindet, sich echte „Smash-Hits“ jedoch rar machen. Andererseits: War die Zeit nicht schoen damals, als Alben noch als Ganzes angesehen wurden und man nicht auf einzelne Hits schielte? Na eben! Und wer immer noch behauptet, das Saenger Marc Storace nur ein billiger Bon Scott-Abklatsch ist, soll sich diese CD mal in Ruhe durchhoeren, der Mann hat naemlich weit mehr zu bieten! (Ralph) - bestellen / talk about

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