DOWN SPIRIT/ ORDEN OGAN/ GRAVE DIGGER

03.04.2011/ Z7/ CH-Pratteln

Das Vorprogramm sollten sich GRAND MAGUS und SISTER SIN teilen. Der Drummer von GRAND MAGUS leidet unter einer Thrombose am Bein und hat absolutes Spielverbot auferlegt bekommen. Weil sich die Band mit ihren Musiker Kollegen von SISTER SIN die Kosten für den Tourbus und die Anlage geteilt hätten, mussten auch sie die Segel streichen. Die Grabschaufler haben aber für durchaus würdigen Ersatz gesorgt
DOWNSPIRIT
Die Combo wurde vor ca 2 Jahren vom Ex Freedom Call und Symphorce Recken „Cede“ Dupont gegründet. Mit der Band wollte er sich endlich den Wunsch nach einer Symbiose aus Metal und Blues erfüllen. Die Band hat zusätzlich ein weiteres, sehr ehrgeiziges Ziel: sie wollen so viel wie nur möglich live spielen. Egal in welchen Lokalitäten. Da konnte also nicht viel schief gehen im Z7. 5 Minuten vor offizieller Zeitangabe standen die Jungs schon auf der Bühne. Die Band hatte es spielerisch voll drauf. Gerade Meister Dupont an der Axt gab alles. Seine Finger flitzen über den Gitarrenhals bis sie kurz vor dem Glühen waren. Der Rest der Band zockte amtlich und druckvoll. Ihr Melodic Metal ist erdig und wurde live solide dargeboten. Abgesehen von der musikalischen Leistung, beherrschten die Jungs das Posing, zur Freude aller anwesenden Fotografen, perfekt. Aber was hilft das beste Posing wenn man in Jogging-Hosen erscheint?
ORDEN OGAN
In meinen Augen ist die Band die logische, musikalische Weiterführung des von Helloween, Gamma Ray oder auch Blind Guardian angefangenen Musikstils. Sie halten die Flagge des germanischen Heavy Metals hoch in den Wind. Symphonische Keyboard-Spielereien, harte Gitarren Riffs und alles in orchestraler Arrangements verpackt -das ist es, was Orden Ogan ausmacht. Und auch an dem Abend im Z7 gab es keine Klagen anzubringen. Einziges Manko war, dass der Gesang zu Beginn viel zu leise aus den Boxen kam und dadurch unter der Wucht des Sounds unterging. Die Band startete mit den eher ruhigen Tracks des älteren Tonträgers. Aber als sie die Songs des neuen Albums rausholten ging es ab. Harter und wuchtiger Power Heavy Metal wurde einem um die Ohren gehauen. Die Band war bester Laune und riss eine Zote nach der anderen. Sie bezeichneten sich selbst als die Pussies auf dem Billing. Naja, da bin ich anderer Meinung, aber das dazugehörige Frage-Antwort- Spielchen kam super bei den Zuschauern an. Auf musikalischer Ebene, sprich Fertigkeiten an den Instrumenten, macht den Jungs so schnell keiner was vor. Insbesondere die Gitarren, die sich super ergänzten, aber auch mal ganz gediegen duellierten, machten richtig Laune und Lust auf mehr. Ein fetter Gig, den die Band da aufs Parkett gelegt hat.
GRAVE DIGGER
Die schottischsten Germanen, die man sich vorstellen kann sind wieder auf Kreuzzug. Die Band machte auch im ehrwürdigen Z7 halt, um die Lauscher der stolzen Anhängerschaft zum Glühen zu bringen. Ab dem ersten Ton wird der geneigte Fan sogleich in die schottischen Highlands katapultiert. Die Band zelebrierte ihr 30 jähriges Bestehen mit einem Meilenstein auf CD gebrannt und einem Live Siegeszug, der keine Wünsche offen lässt. Es ist zugleich die erste Tour mit dem neuen Mann am Sechssaiter, Axel Ritt. Gerade der konnte auf ganzer Linie überzeugen. Seine Gitarrenarbeit war erster Güte. Auch die Bühnenpräsenz und das Acting hat er voll drauf und weis sich in Szene zu setzen. Aber auch der Rest der Mannen um Front Schotte Chris Boltendahl liessen nichts anbrennen. Gekonnt und souverän knallten sie Track um Track um die hungrigen Ohren des Publikums. Bei einer Combo die seit 30 Jahren um die Welt reist und Album um Album auf den Markt wirft ist es schwer eine Setlist zu spielen, die allen Wünschen gerecht wird. Aber Chris und seine Mitstreiter brachten eine gute Mischung aus alten Schlachthymnen der Marke „Excalibur“ und den neuen Heldentaten wie „Hammer Of The Scots“. Aber auch ruhigere Songs wie „Morgan Le Fay“ durften nicht fehlen. Somit hatten sie sicherlich für jeden etwas dabei. Grave Digger zeigten ein weiters Mal, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Sie boten eine solide tighte Show. Der ganze Abend war ein Siegeszug des Teutonen Stahls. 

(Fotos und Review by André)

 

 

 

 

 

 


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