SHINEDOWN
Interview mit Eric und Barry, Juni 2012
"Wir helfen dir wenigstens deine Nackenmuskeln zu trainieren. "

Shinedown in Zürich, da musste ich natürlich dabei sein. Gibt es doch kein Shinedown in der Schweiz ohne Interview mit mir ;-) Fast drei Jahre war es nun her, seit ich die Herren das letzte Mal getroffen hatte. Da gab es doch sicher das eine oder andere zu erzählen. Mit aktuellem das Album im Gepäck, sind sie nun kurz in Europa.
„Always nice to meet you“, so die Begrüssung der Jungs, das geht runter wie Öl! *g*
Zach und Brent haben sich nach der Begrüssung verabschiedet, Barry und Eric haben sich für ein kurzes Schwätzchen zu mir gesetzt.
Hey Jungs, ich war also schon etwas traurig, dass ihr im März nur auf Deutschlandbesuch wart und nicht hier in der Schweiz.
Barry: Dafür kommen wir bereits im Oktober nochmals zu Euch.
Wie war’s beim Rock im Park und Rock am Ring?
Barry: Fantastisch! Wir haben das erste Mal auf der Haupttribüne gespielt. All die vielen Leute da draussen zu sehen war schon sehr speziell.
Und nun, einen Tag später spielt ihr vor 600 Zuschauern, das ist schon ein recht grosser Kontrast.
Eric: Aber wir werden genau so viel Spass haben. Schliesslich spielen wir heute im ausverkauften Saal. Weißt du, uns ist es egal vor wie vielen Leuten wir spielen. Ob vor 60 oder 60000. Unsere Show ist immer die Gleiche und macht auch immer gleich viel Spass.
Ihr wart letztes Jahr auf der Best Cruise Ever. Erzählt mir etwas darüber, was ist das?
Barry: Das ist ein Cruise Liner, der fährt von Miami nach Bahamas. Da hat es verschiedene Bühnen und jede Band spielt 3 Shows. Zwei elektrische und eine Akustik Show. Das ganze dauerte ein Wochenende lang. Vor dieser Meereskulisse war das natürlich ganz was Tolles.
Eric: Wir haben sehr viel getrunken.
Ihr habt ja einen Song zu Alice im Wunderland geschrieben. Wie kam es dazu?
Eric: Die haben uns angefragt, ob wir das machen wollen. Das war so im 2009. Wir waren damals gerade auf Tour und haben im Hotelzimmer mit Komponieren angefangen. Den Song haben wir dann „on the road“ fertig geschrieben. Im Studio waren wir nur ganz kurz, um den Song zu beenden. Das war etwas schwierig, denn wir hatten ja keinen Film sondern nur einen kurzen Trailer auf dem wir das Ganze aufgebaut hatten.
Barry: Ja, wir schauten uns den Trailer 4-5 Mal an und haben dann realisiert, dass es darum geht, dass Alice zurück ins Wunderland geht. Wir haben dann den Song in ca. vier Monaten geschrieben.
Ist es schwieriger, einen Song zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben, als wenn ihr frei von der Leber weg komponieren könnt?
Barry: Es ist anspruchsvoll, macht aber auch sehr viel Spass. Wir haben das ja schon zu The Expendables (Diamond Eyes) gemacht. Da wird einem mitgeteilt, welche Punkte im Song vorkommen müssen. Wie wir dies dann umsetzen ist uns überlassen. Für uns ist es eine gute Übung, einen Song aus der Perspektive von Jemand anderem zu schreiben.
Ihr seid ja nun wirklich die ganze Zeit auf Tour. Wann schreibt ihr eure neuen Songs? Im Tourbus?
Barry: Wir schon, ja. Brent kann das nicht. Der braucht für seine Texte Zeit und Ruhe und ist nicht so belastbar wie wir. Deshalb haben wir auch ein Jahr Pause gemacht bevor wir Amaryllis gemacht haben. Da haben wir die Sound of Madness Tour im Dezember beendet und im Januar mit dem Album produzieren angefangen. Wir können uns halt schon besser konzentrieren, wenn wir das nicht im Tourbus machen.
Eric: Ich schreib mir meine Ideen auf. Bei mir kommen schon viele einzelne Teile zusammen, aber etwas daraus machen kann auch ich am besten wenn ich meine Ruhe habe.
Wird es euch nicht manchmal zu viel, immer und immer unterwegs zu sein?
Barry: Wenn wir unsere Familien nicht so vermissen würden wäre es kein Problem. Aber von seinen Liebsten andauernd getrennt zu sein ist schon nicht immer einfach. Manchmal wacht man auf und fühlt sich schon etwas leer. Da ist man froh, dass man wenigstens seine Freunde um sich herum hat.
Eric: Heute ist gerade so ein Tag, deshalb mag ich jetzt auch nicht gross darüber reden. Es gibt Tage da macht man einfach seinen Job.
Ihr habt viele Balladen auf Amaryllis, die härteren Songs scheinen mir aber doch härter im Vergleich zu den anderen Alben. Wie seht ihr das?
Barry: Ja, es haben uns einige gesagt, dass wir zu viele Balladen haben. Die Alben kommen aber halt nun mal besser an, wenn wir mehr Balladen darauf haben. Wir versuchen schon wenigstens drei bis vier härtere Songs dazu zu packen. Da wir ja nicht zweimal hintereinander das Selbe machen wollen, versuchen wir schon neuere Elemente dazu zu bringen.
Eric: Wir schreiben wirklich viele Balladen, um das Album jedoch auch interessant zu machen braucht es dann schon gute Gegensätze, sonst fehlt die Energie. Über’s härter werden denken wir nicht direkt nach, aber im Kontrast, den es braucht, passiert das dann einfach.
Ich merke es an dem Headbanging-Faktor, wie sehr die Songs meinen Nacken zum Wippen bringen.
Barry: Wir helfen dir wenigstens deine Nackenmuskeln zu trainieren.
Als Ihr das erste Mal hier in der Schweiz wart, hatte ich ein Interview mit Dan von Disturbed. Damals habe ich ihn gefragt, weshalb sie Shinedown als Supporting Act mit nach Europa nehmen. Seine Antwort war damals, dass sie euch schon lange kennen und euren Reifeprozess mitverfolgt haben. Jetzt sei die Zeit gekommen und sie euch nun gerne unterstützen, da ihr es wirklich verdient habt. Und sie an euch glauben.
Im März habt ihr ein Interview gegeben, da wurde euch dieselbe Frage bezüglich Halestorm gestellt. Eure Antwort war quasi Wort für Wort dieselbe wie mir Dan damals gegeben hat. Ist das normal, dass die Älteren die Jüngeren unterstützen wenn man sich kennt?
Barry: Das kommt auf die Bands an. Ich denke da gibt es zwei verschiedene Arten von Bands, wie die das handhaben und wie hilfsbereit sie sind. Weißt du, wir haben extrem viel Unterstützung damals von 3 Doors Down bekommen und sehr viel von ihnen gelernt. Als wir dann 2008 mit Disturbed hierher kommen durften war das unser erstes grosses Ding. Das hat uns in allen Belangen sehr viel weiter gebracht. Disturbed haben damals toll auf uns geschaut und geachtet, dass wir auch im Hintergrund alles richtig gehandhabt haben und keine Fehler machten. Das machen wir nun gerne für Halestorm. Wir haben sie schon 2005 kennen gelernt. Sie haben mittlerweile viel von uns lernen können und wir passen auf sie auf. Wir glauben an sie und sie sind eine tolle Truppe.
Eric: Das ist gut für unser Karma!
Barry: Wir hoffen, sie machen das später dann auch so wenn sie gebraucht werden.
OK, das war es auch schon, wollt ihr mir noch etwas zum Abschluss sagen?
Barry: Wir kommen im Oktober wieder.
Darf ich dann zum vierten Mal wieder mit meinen Fragen zu Euch kommen?
Eric: Was für eine Frage von dir… (schüttelt den Kopf und lacht)
Barry: Du musst!
(Denise)




