EWIR SIND HELDEN
„Krautrockexzess ”
Interview mit Judith und Mark
August 2010

An einem heissen Sommertag im Juli 2010 hatte ich die Möglichkeit mit Judith Holofernes und Mark Tavassol zu reden und Fragen zum am 27. August 2010 erscheinenden Album mit dem Titel „Bring mich nach Hause“ zu stellen.
Hallo und guten Tag! Wie geht es euch Heute?
Judith: Bisschen müde, aber gut. Es macht total Spass hier, weil es eine so schöne Umgebung ist. Bisschen wenig geschlafen.
Ich war gestern auf eurer Homepage und hab mir den Film angeschaut vom Fotoshooting dieser Woche. Wie war das für euch?
Judith: Es war sehr lustig. Es war ganz schön heiss. Diese Sequenz, die man da sieht in der Düne, die aussieht wie eine Wüste, aber es war natürlich eine einzige Sanddüne in der Umgebung von Berlin. Wir haben uns so sehr verspätet, dass wir da in der Mittagshitze gelandet sind und es war unfassbar heiss. Aber es hat viel Spass gemacht und wir sind bis nachts im Wald geblieben und haben dann irgendwann so „Blair Witch“ mässig im Wald rum gefreakt *lacht*
Mark: Kannst dir vorstellen, wir haben nicht nur den ganzen Tag in der Sonne geschwitzt, sondern auch am Abend bei den letzten Bildern, die wir in der Dämmerung geschossen haben, auch noch angefangen, uns Dreck ins Gesicht zu schmieren. Aus mehrerlei Hinsicht gab es in meinem Leben noch selten ein grösseres Bedürfnis dann abends zu Hause zu duschen. Verschwitzt, alles hat geknirscht. Es war super! Man vergisst natürlich, wir waren im Wald, den ganzen Tag im Wald in so einer heissen Phase einer Plattenveröffentlichung ist natürlich auch ein ganzer Tag im Wald.
Judith: Ist auch was wert!
War das Fotoshooting fürs CD-Booklet oder für Promo allgemein?
Mark: Das weiss man manchmal gar nicht
Judith: Das wissen wir noch gar nicht. Das war einfach so eine Idee.
Mark: Wir sind ja so ähnlich, wie bei der Art und Weise, teilweise Musik zu schreiben und aufzunehmen manchmal auch so, dass wir Fotos machen, von denen wir wissen, dass wir sie brauchen, ohne dass wir vorher genau sagen können wo sie zum Einsatz kommen. Es hat sich in der Vergangenheit auch immer wieder gezeigt, dass man dann Bilder die man hierfür macht dann dafür verwendet und umgekehrt. Unser allererstes Plattencover ist entstanden nach einer langen Fotosession, auf dem Rückweg sind wir bei einem türkischen Hochzeitsfotografen vorbeigekommen und haben uns gesagt: „Warum nicht hier nochmals drei Fotos von einem Profi mit seiner Szenerietapete machen lassen?“ Dies hat danach zum Plattencover geführt.
…also sehr eine kreative Arbeitsweise?
Mark: ..randomisiert eher *lacht*
Ihr hattet offiziell drei Jahre Pause. Wie habt ihr die Zeit genutzt?
Judith: Beschämend viel Musik gemacht und beschämend wenig Pause gemacht in Wirklichkeit.
Mark: Man muss sich ja so eine Pause wie sie nach aussen wirkt vorstellen, man kann es vergleichen mit einer riesigen Kokosnuss: die wirkt riesig, diese kleinen, haarigen, braunen Teile sind ja nicht alles, was am Baum hängt, da kommt noch die ganze grüne Schale dazu, ist ja grösser als ein Fussball. Wenn man dann alles freilegt. Am Ende ist es dann ein Glas Milch, und so ähnlich war es dann tatsächlich mit unserer Pause. Nach Außen wirkte es so, wir waren lange Zeit nicht in der Zeitung und im Fernsehen und Radio, doch das läuft auch ohne dass wir jetzt aktiv gesprochen haben. In Wirklichkeit haben wir seit einem Jahr an der neuen Platte geschraubt, haben mitten drin immer wieder Gedanken gemacht was wir so machen können. Natürlich haben wir auch ein halbes Jahr richtige Pause gemacht, das ist das Glas Milch, aber es gab auch Familienzuwachs zumindest in ¾ der Band, also wenn ich jetzt mal Judith und Pola als eine Hälfte darstelle und Jean, der auch Vater wurde als weiteres Viertel, da ist sicherlich viel Arbeit aufgetaucht.
Wie hat sich die Schwangerschaft mit deiner Tochter auf die Band ausgewirkt und auf das musikalische Schaffen?
Judith: Die Schwangerschaft hat sich tatsächlich erstmal aufs Songs schreiben nicht so ausgewirkt wie ich mir das zuerst gedacht hatte. Ich hatte dann sehr viel vor, und hatte dann sehr viel weniger Energie als ich dachte. Also viel Zeit über der Toilette verbracht, die ich eigentlich auch am Schreibtisch hätte verbringen wollen. Dies wurde aber netterweise kompensiert, dadurch dass ich einen völlig ungeahnten Kreativitätsschub hatte als meine Tochter da war Und wo ich gedacht hatte: ich muss alles vorher schreiben, die Platte muss eigentlich fertig sein, wenn das Baby kommt, weil dann geht gar nix mehr. Das ist überhaupt nicht aufgegangen. Stattdessen habe ich Mitten in der Nacht irgendwelche Textfetzen fertiggeschrieben und festgestellt, dass es wahnsinnig gut funktioniert komischerweise, oder dieses Mal für mich wahnsinnig gut funktioniert hat, dass der Geist in solchen halbwachen Zuständen dann irgendwie weitermacht und sich so Teile zusammenfügen und finden, und plötzlich ein Song fertig ist, Mitten in der Nacht.
Wie wird dies mit dem Nachwuchs auf Tour im Herbst, nehmt ihr sie mit?
Judith: Wir nehmen sie definitiv mit. Wie wir das genau gestalten planen wir jetzt gerade und es ist für uns sehr aufregend. Wir haben ja jetzt einen gewissen Erfahrungsschatz, aber eben nur mit einem Baby, unserem „Testbaby“ Friedrich, dem ersten und da sind wir mit dem Nightliner gefahren und wissen inzwischen auch, wie man den einrichten muss damit es funktioniert. Jetzt haben wir ja eben zwei Babies, die immer dabei sein werden und ein drittes, das zumindest häufiger Gast sein wird weil Jeans Frau sich natürlich auch entscheiden kann ob sie mitkommen möchte oder nicht, und wenn es ihr zu blöd wird kann sie natürlich auch zu Hause bleiben. Aber da überlegen wir jetzt gerade, baut man den Bus anders um, weil man bräuchte ja zwei Baby-Abteile, will man dann doch lieber in Hotels sein, dann hat man aber tagsüber die Autofahrten mit den Kindern, aber das ist auch nicht gerade sehr empfehlenswert – da sitzen wir gerade dran.
Und organisatorisch, wie bringt ihr das alles unter einen Hut mit dem Nachwuchs, der Band, der Beziehung?
Judith: Es ist wahnsinnig viel und es addiert sich am Ende zu 250% und im Moment lösen wir es durch wenig schlafen und es lässt sich nicht darüber hinwegblödeln, dass das eine ganz schöne Herausforderung ist und auch weiterhin sein wird, und wir alle unseren Grips zusammenhalten müssen, um irgendwie zu machen, dass es funktioniert. Wir hoffen sehr, dass wir aus der letzten Runde Erfahrungen mitgenommen haben, die es dieses Mal einfacher machen, haben aber ja auch ein, beziehungsweise zwei Kinder mit dabei.
Im neuen Album „Bring mich Nach Hause“, geht es „ums Verlaufensein, und um Verlorenheit, mehr als ums Pfadfinden.“. Wer hat das Lied geschrieben und aus welcher Inspiration heraus entstand es?
Judith: Geschrieben hab ich den Text, die Musik war von Jean, die war schon da. Und das ist das ist dann immer so, dass bei mir so Textfetzen rumfliegen und die finden dann irgendwann ihr Zuhause in einer dieser Musiken. Das hat dann auch eine grosse Eindeutigkeit. Dann macht es so „Klick“, dieser Textfetzen gehört zu dieser Musik und es entwickelt sich parallel fertig und die Idee zu dem Text ist tatsächlich in dieser Pause entstanden, weil ich, glaube ich, erst in der Ruhe dieser Pause feststellen konnte, wieviel Zuhause uns abhanden gekommen ist in diesen ganzen Jahren wo wir so viel auf Tour waren. Es geht auch ums äusserliche Zuhause, ganz banal, das einem manchmal sehr fehlen kann, aber vor allem denke ich, dass jeder, aber besonders ein reisender Künstler, gut dran tut ein inneres Zuhause zu finden, das man überallhin mitnehmen kann.
Dieses Stück hat mich tief berührt, musikalisch wie auch vom Text her ,ist aus meiner Sicht auch das schönste Stück auf dem Album. Mir gefallen auch die leiseren Töne auf dem Album mit den wortgewaltigeren Aussagen.
Judith: Die biblische Judith zieht ihr Flammenschwert *lacht*
Das Stück „Im Auge des Sturms“ ist ja ganz interessant gestaltet, der Text und die Musik passen super zueinander…was war da zuerst, die Musik oder der Text?
Mark: Kann man eigentlich ganz leicht beantworten, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass wir bei „Auge des Sturms“ schon verschiedene Musiken hatten. Das Lied ist ja eigentlich schon mal in Frage gekommen bei der „So und So“, wir hatten ein anderes musikalisches Gewand um genau diesen Text, aber schon mit demselben Charakter, mit der ähnlichen Dramatik.
Judith: Aber der Sturm ist nicht losgebrochen, wir haben‘s nicht hingekriegt.
Mark: Gerade diese, nicht ganz bis zu Ende funktionierende Lautmalerei war der Grund warum wir es damals nicht aufs Album genommen haben und jetzt haben wir im Rahmen der ganzen Überlegungen und Schreibereien zur neuen Platte sogar zwischendurch sogar mal ein Gewand gehabt für „Auge des Sturms“, das wir ausprobiert haben, und haben gemerkt dass es überhaupt nicht funktioniert, denn der Sturm ist schon wieder nicht ausgebrochen. Irgendwann hatten wir das, was ihr jetzt kennt, dieses Playback, diese Musik…
Judith: Krautrockexzess!
Mark: Wie Judith richtig sagt, wir haben unsere Antwort im Krautrockexzess gefunden. Wir wissen bis heute nicht wie wir das hingekriegt haben, dass die Gitarre so klingt, wie sie klingt.

Beim Durchhören des neuen Albums sind mir ein paar neue Instrumente aufgefallen wie Akkordeon und Banjo .Wurden diese Instrumente in der Pause erlernt oder wurden diese vorher schon gespielt und nicht eingesetzt?
Judith: Jean konnte schon ein bisschen Akkordeon spielen, er ist der einzige, der sich so vorbereitet hat und es das richtig geübt hat.
Mark: Teile des Charmes dieser Platte liegen auch in der Nichtvorbereitung mit den Instrumenten. Wir haben uns sehr wohl vorbereitet bei der Produktion, wenn es drum ging das Ganze aufzunehmen, aber bei den ganzen Instrumenten, die dann beim Produzieren einen durch den Kopf gingen: „Warum probieren wir nicht Instrument XY aus?“ kann man sich nicht vorbereiten, da probiert man es eben aus. Gerade so Instrumente wie Akkordeon und Laute mit 12 Saiten, kaum zu stimmen, ist auch dann bisschen dem Zufall überlassen wie es dann klingt. Es sind auch Instrumente die ähneln den Instrumenten, die wir schon können, sind, sind es aber nicht. Diese Unbeholfenheit wollten wir haben und haben auch festgestellt, gerade in dieser Unplugged Session, die wir dann in 1,5 Tagen nachgeschoben haben, ist uns aufgefallen, dass der 3. und 4. Take musikalisch besser wurde, aber mit weniger Charme. Wir haben dann aber auch gerne den 1. oder 2. Take eines Unplugged-Songs genommen wegen dieser Tollpatschigkeit.
Wie liefen die Aufnahmen zum neuen Album? Gibt es da spezielle Vorkommnisse oder erwähnenswerte Anekdoten?
Judith: Ich glaube das Bemerkenswerteste tatsächlich an den Aufnahmen zu dieser Platte war der englische Produzent. Der englische Patient, Ian Davenport wo uns tatsächlich erst, als wir schon mit ihm am Tisch sassen und schon festgestellt haben, dass wir uns super verstehen, ist uns aufgefallen, dass dies ein Problem sein könnte mit der Sprache. Dann hat er irgendwann mal gesagt: „ Eigentlich ist es mir ganz schön wichtig, dass ich textdienlich arbeiten kann. Es wäre mir sehr wichtig, dass wir da genau darüber reden. „ - und da hat es uns gedämmert, dass es nicht ganz so einfach sein könnte.. Dann haben wir alle Texte übersetzt und ich hab mehrmals mit Ian im Vorfeld telefoniert und ihm Sachen erklärt und erzählt und dabei auch in die Tiefe erklärt wie ich das sonst nie tue. Auch in der Band haben wir manchmal eine Scheu, die ich auch gut finde, über die Texte ,allzu doll über die Texte, zu reden und so Sachen dann zu entzaubern, so dass die für jeden so stehenbleiben können wie sie sind und mit Ian war das wirklich so, dass ich ihm zum Teil wirklich Farben erzählt haben, die unter dem Text liegen . Es war sehr interessant und er hat sich auch wahnsinnig gut eingefühlt und dann lustigerweise die Gesänge auch sehr textorientiert aufgenommen, ganz viel Bezug darauf genommen, worum es da geht und zum Teil gesagt: „Du erzählt mir die Geschichte noch nicht, du liest doch ab! Das hör ich genau. Geh nochmals Text lernen!“ Da musste ich nochmals eine Stunde Text lernen und wiederkommen. Er hat es sehr genau genommen und hat natürlich auch für lustige Anekdoten gesorgt.
Mark: In die sprichwörtlichen Fettnäpfchen ist er manchmal kopfüber reingesprungen. Ich erzähl immer wieder gerne die Geschichte wo er will, dass man aufreizend Gitarre spielt und das Wort „Slinky“ in leo.org nachschlägt im Internet und dann durch das Studiomikrofon in meine Kopfhörer sagt, ich solle „hauteng“ spielen. Ich wusste, dass irgendwas ist mit dieser komischen Akustikgitarre, was mich anders spielen lässt als ich spiele, aber mit „hauteng“ wusste ich so wenig anzufangen.
Judith: Wobei Ian auch von der Sprache unabhängig ein Kandidat ist, der sehr bildhafte Anweisungen gibt, die aber super funktionieren. Zum Beispiel bei „Den Träumen anderer Leute“ hat er immer wieder gesagt: „Skinny Jeans, Pointy Shoes…Skinny Jeans, Pointy Shoes! Wir so: „Aha, alles klar“ - Aber es hat tatsächlich funktioniert.
Im Stück „Dramatiker“ kommt eine Cuica zum Einsatz – wie wird dieses Instrument eigentlich gespielt?
Judith: Sieht ein bisschen obszön aus *lacht*
Mark: Jetzt hast du etwas gesagt, was man nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Wie eine Bongo oder eine olle Trommel aussieht kannst du dir vorstellen und jetzt hat die Cuica einen einzigen, wirklich ganz offensichtlichen Unterschied, und zwar wenn man in die Bongo reinguckt, in das Loch, da sieht man dass ein langer dünner Stab in die Mitte des Fells geklebt wurde, quasi wie ein Blütenstengel vom Fell wegguckt und natürlich nicht soweit, dass er weiter als die Hülle rausschaut, aber wenn man da reinfasst kann man diesen Stab fassen und wenn man den jetzt mit einem nassen Lappen reibt, entsteht dieses typische Geräusch. Man findet im Internet kaum ein Video wo einem das beigebracht wird ohne dass der Beibringende selber anfängt zu lachen. Die machen das ihr Leben lang und haben damit einen Knopfdruck zum Lachen.
Noch etwas zum Thema politisches Engagement im Umweltschutz: Was möchtet ihr unseren Lesern mit auf den Weg geben diesbezüglich?
Mark: Ein guter Hinweis ist, glaube ich sicher, mal sich klarzumachen, was ist wenn alle Menschen so leben wie wir es gewohnt sind in der westlichen Welt, weil man sich erst durch so eine Rechnung mal vor Augen führen kann, wieviel letztendlich CO2 in den Industriestaaten entsteht, und vor allem wie gefährlich es ist für Schwellenländer auf dem Weg dorthin, so halb-industrialisiert dann wiederum kein Geld für Umweltschutz ausgeben zu können. Was unterscheidet mich von einem Naturmenschen? Was ist es? Der ganze Weg zur Industrialisierung führt kaum vorbei an CO2 Ausstoss. Man kann ganz einfache Dinge wie mehr Fahrrad fahren, weniger Autofahren, keine Burger essen. Und dann, wenn man ein bisschen mehr Zeit hat, sich damit auseinanderzusetzen welche Produkte letztendlich dazu geführt haben, dass es mehr CO2 Ausstoss gibt. Aber damit erfinden wir das Rad nicht neu, indem wir darauf hinweisen.
Judith: Aber ich glaub ein wichtiger Hinweis, was ich auch für mich selber herausgefunden habe, was ich wichtig finde ist, dass man sich nicht lähmen lässt von der Komplexität des Themas und dass man vor allem sich auch nicht, zumindest durch in Deutschland sehr verbreiteten, Vollständigkeitsanspruch lähmen lässt. Also, ich glaub viele Leute trauen sich nicht, überhaupt die Tür aufzumachen, da sie vielleicht, eventuell sich in der Welt so und so verhalten wollen könnten weil sie Angst haben, dass sie damit unterschreiben, dass sie nie wieder tanzen gehen, nie wieder in den Urlaub fahren, nie wieder einkaufen gehen und denken, wer A sagt muss auch B sagen nach den ganzen ABC-Fragen und man einfach lieber Opossum spielt und sich tot auf den Rücken legt.
Das Thema Lebensträume ist mir spontan eingefallen: Was habt ihr für Träume und Sehnsüchte?
Mark: Ich hab immer Sehnsüchte nach Orten, an denen man nicht so schnell sein kann Ein Fernweh einerseits nach Orten, die man kennt, andererseits nach Orten, die man sich nur vorgestellt hat, und natürlich kann man irgendwo hinreisen und das machen wir auch. Aber ein Traum ist natürlich, dass man die räumliche Trennung der Welt aufheben kann und sollte es irgendwann Möglichkeiten zum Beamen geben, was alles mit der Gesellschaft passiert und was alles keine Rolle mehr spielt, wie zum Beispiel die ganze Verkehrsindustrie existieren würde, wie zum Beispiel hysterische Preisentwicklungen in Grund und Boden keine Rolle mehr spielen würden. Jeder kann überall sein, egal wo du wohnst, du wachst dann am Strand auf, denn du drückst auf den Knopf. Also der Traum von mir ist ein Holo-Deck zu haben oder mich selber zu beamen.
Judith: Mein Fernweh ist familienbedingt sehr überschaubar.Iich hab tatsächlich ganz konkrete Phantasien, dass ich gerne einen Ort finden würde, ganz in der Nähe von Berlin wo man immer wieder hin kann wenn es einem zu viel wird. Nicht zum besitzen jetzt oder so, aber ich würde gerne das perfekte Ferienhaus in der Nähe von Berlin kennen und da jedes zweite Wochenende hinfahren. Das perfekte Ferienhaus mit Kindern sieht so aus, dass man einen überschaubaren Garten mit einem Zaun drum herum hat und keinen Teich und einfach mal auf seinem Arsch sitzenbleiben kann fünf Minuten lang während irgendwer die Blumen isst, was nicht schlimm ist, und nicht die Kippen bei uns im Hinterhof. *lacht*
Wir kommen langsam zum Ende – ihr habt das letzte Wort, was möchtet ihr unseren Lesern mitteilen?
Judith: Wenn ihr sehen wollt, wie Jean-Michel Tourette versucht Teile eines Konzertes stehend Akkordeon zu spielen, dann müsst ihr im November zu unseren Konzerte kommen. Er hat sich das fest in den Kopf gesetzt und weigert sich im Sitzen zu üben! Und wenn ihr dem Mann dabei zuschauen wollt, wie er sich einen Rückenschaden zuzieht und dazu zu tanzen, dann kommt vorbei.
Konzertdaten:
17.10.2010 Amsterdam, Paradiso
18.10.2010 Luxembourg, Den Atelier,
21.10.2010 Mainz, Phönix-Halle,
22.10.2010 Stuttgart, Liederhalle Beethovensaal
24.10.2010 München, Circus Krone
25.10.2010 Erlangen, Heinrich-Lades-Halle
26.10.2010 Berlin, C-Halle
28.10.2010 Bielefeld, Ringlokschuppen
31.10.2010 Köln, E-Werk
02.11.2010 Dortmund, Westfalenhalle
11.11.2010 Wien, Arena
13.11.2010 Linz, Posthof
14.11.2010 Graz, Orpheum
16.11.2010 Zürich, Kaufleuten
17.11.2010 Bern, Bierhübeli
Interview: Nathalie Kubli




