FOX
„Denkst du wirklich ich fang noch mal von vorne an?”
Interview mit Mark Fox und Tony Castell (Bass)
April 2010

Da Mark Fox mit seiner neuen Band FOX in den letzten Vorbereitungen steckt, habe ich ihn gefragt, ob er Lust hat mich zu treffen, um mir die neusten Informationen zum Stand der Dinge mitzuteilen. Er hatte Lust, brachte seinen neuen Bassisten Tony Castell mit und so haben wir uns zum gemütlichen Plaudern im Zürcher Hauptbahnhof getroffen.
Hallo ihr zwei, vielen Dank dass ihr extra zu mir nach Zürich gekommen seid! Seid ihr mit dem Zug gekommen?
Mark: Ja.
Ticket bezahlt oder schwarz gefahren?
Hui, diesen Ruf werde ich wohl nie mehr los! Ich habe ein Ticket gekauft, hier schau! Und mach ein Foto dann kannst du das dann auch als Beweis veröffentlichen.
Ok, mache ich.
Versprochen? Dann werde ich endlich diesen Ruf wieder los!
Ja, versprochen. (Mark erklärte Tony, dass er beim schwarzfahren erwischt wurde, dann einen Tag als Kondukteur bei der SBB arbeiten ging und darüber in den Medien berichtet wurde) Wie geht es dir?
Sehr gut, tiptop, ich bin am Aufblühen, ist ja schliesslich auch Frühling.
War deine Entscheidung, Shakra zu verlassen wirklich finanziell bedingt, wie es in den Medien ausgeschlachtet wurde?
Das waren schon verschiedene Ursachen, die gleichzeitig zusammengekommen sind. Das mit dem finanziellen war dann halt für die Medien der grosse Aufhänger. Die persönlichen Gründe sind für die Medien nicht interessant, deshalb haben die bei den Schlagzeilen auf die finanzielle Seite gedrückt. Das war schon ein grosser Faktor, aber das menschliche untereinander etc. war auch sehr tragend bei dem Ganzen.
Das neue FOX Logo mit Knochen, die Webseite mit Piraten, lebst du deine Jack Sparrow Seite aus?
Ich lebe nichts aus, was ich nicht schon vorher ausgelebt habe! In dem Gefüge, in dem ich vorher war ging das halt nicht so stark, das hat gewisse Leute immer gestört dass ich das so ausgelebt habe. Weißt du, ich nehme mich gerne auch mal selbst auf die Schippe, ich bin kein ernster Mensch, ich habe Freude am Leben. Jetzt passt es und da gefällt es mir die Piraten-Seite etwas hervorzuheben. Ich fühle mich wohl dabei und diese Rolle ist nicht gespielt.
Ich dachte nur, da du dich auf MySpace früher mal Jack Sparrow genannt hast.
Habe ich das? (lacht) Da kam ich wohl direkt vom Kino. Ich finde das lustig und habe Freude an solchen Sachen.
Wie Habt ihr euch gefunden?
Tony: Kontaktanzeige, Facebook (lacht) Nein, nein, wir kennen uns schon lange. Wir waren schon zusammen auf Tour mit Krokus und Shakra und hatten immer Kontakt.
Mark: Ich habe Tony schon jahrelang angefragt, ob wir nicht mal zusammen etwas machen wollten.
Tony: Genau, dann hat Mark mich angerufen und wir haben uns getroffen und ein paar Songs zusammen angeschaut. Ein Jahr später, als Mark den Ausstieg bei Shakra bekannt gab wurde das Ganze dann konkreter.
Also war dein Wunsch mit Tony etwas zu machen schon zu Shakra Zeiten vorhanden?
Mark: Ich habe mich zu Shakra Zeiten schon mal mit Mandy getroffen und ein paar Demos aufgenommen. Wir fanden dann, das war ganz lustig und wenn wir dann irgendwann mal etwas zusammen aufnehmen wollten, dann bräuchten wir auch einen Bassisten und da dachten wir an Tony… Das ganze blieb bei uns allen im Hinterkopf hängen und ist einfach nie ganz untergegangen. Weißt du, wenn du in einer Band bist und irgendwelche Sideprojects machen willst, da brauchst du die Akzeptanz der Band… Wenn man die dann nicht hat, dann wird man unter Druck gesetzt. Das hatte ich bei meinem Soloalbum gemerkt. Da war absolut keine Akzeptanz vorhanden. Aber ich wollte damals einfach dieses Album machen. Ich muss mich auch mal ausleben können. Im Endeffekt hat das ja auch keinem geschadet, dass ich da nebenbei mein Ding gemacht habe, aber sie haben sich halt daran gestört. Als ich dann wusste, dass ich Shakra verlassen werde, habe ich dieses Projekt wieder in Angriff genommen.
Also hat sich die ganze Band vorher schon gekannt?
Tony: Nein nicht ganz. Wir zwei haben uns gekannt, Mark kannte Franky…
Mark: Ja, Franky habe ich bei einem Auftritt in Biel kennen gelernt. Das ist schon ein paar Jahre her. Das war so zu „Rising“ Zeiten. Wir wurden gute Freunde. Also haben wir uns getroffen und schauten, was wir so zusammen machen können.
Tony: Dann haben wir uns noch Reto als Drummer dazugeholt.
Mark: Ja, Franky und Reto hatten früher schon zusammen in einer Band gespielt. Die zwei fanden dann Gefallen an dem, was wir so machen und entschieden sich bei uns mitzumachen.
Wie ist es für dich nach 7 Jahren wieder von vorne anzufangen?
Mark: Hey, Denkst du wirklich ich fange wieder von vorne an?
Hups, in dem Fall nicht, schlechte Wortwahl, sorry, also nochmals von vorne: Wie ist es für dich, nach 7 Jahren eine neue Band frisch aufzubauen?
Mark: (lacht) Hey, das war nicht so ernst gemeint! Und es ist schön, wunderschön! Weißt du bei Shakra war ich ja nicht von Anfang an dabei. Diese ganzen Gefüge gab es schon jahrelang. Jetzt entsteht etwas ganz neues und jeder von uns kann nun dieses Entstehen mit beeinflussen und mitprägen. Das ist sehr interessant. Das festigt, und wir sind jetzt schon wie eine kleine Familie. Wir rufen uns auch mal an wenn wir uns länger nicht gesehen haben, wobei… also momentan sehen wir uns ja dauernd! Aber du weisst wie ich das meine, wir haben auch sonst Interesse daran, was die andern so machen und wie es ihnen geht. Wir diskutieren auch ganz gerne und gut, auch über Sachen die absolut nichts mit Musik zu tun haben.
Tony: Wir können jetzt alle endlich einmal philosophieren! Über Texte und alles andere. Wenn Mark einen Text bringt, dann schauen wir den an und dann wird philosophiert! Nicht nur über Riffs etc. Und es ist doch auch toll, dass bald viele Krokus und Shakra Fans wissen wo sie hingehören! (lacht) War das jetzt böse?
Mark: Keine Sorge, das wird wohl nicht zur Anklage führen! (lacht)
Tony: OK, wieder ernsthaft, wir haben uns musikalisch extrem schnell auf einem gemeinsamen Nenner gefunden! Jeder von uns hat seine Wurzeln von irgendwo her und kann sie nun mit einbringen. Und es passt!

Tony, du bist ja schon ein alter Hase im Musikgeschäft und hast schon in diversen Bands gespielt…
Tony: Ich war jetzt zwei Jahre weg vom Fenster und habe mich musikalisch zurückgezogen. Jetzt komme ich langsam wieder aus dem Busch heraus.
Mark: Ich habe solange darauf geklopft bis er wieder heraus kam.
Tony: Genau! Aber nach zwei Jahren habe ich mich selbst gefragt, ob es das wirklich schon gewesen ist.
Also bist du auch motiviert nochmals mit einer neuen Band zu starten?
Tony: Ja sehr! Wir fangen zwar schon so pro forma wieder von vorne an, aber jeder von uns war schon mal in irgendeiner Form irgendwo dabei und bringt da auch seine Erfahrung mit. Wir fangen nicht von vorne, wir fangen jetzt erst richtig an!
Du bist Musikschullehrer habe ich gelesen? Macht das Spass? So als Profi und dann kommen irgendwelche Anfänger…? Braucht man da nicht eine Engelsgeduld?
Es ist lustig, das ist das, was viele denken. Das stimmt jedoch nicht! Ich unterrichte von der ersten Klasse bis 20 Jahre, da kriegst du unglaublich viel Input von den Kindern. Wenn ich dann sehe, dass sich die Kids wie ich bewegen und meine Videos studieren, dann freut mich das unglaublich. Zu sehen, dass da ein echtes Interesse dran ist und ich den Kids etwas weitergeben kann. Ich sehe das als meine Aufgabe an, wenn ich schon rocken gehen kann, dann möchte ich diese Philosophie auch weitergeben können. Als Job schaue ich diese Aufgabe nicht an. Keinesfalls. Das macht Spass!
Also ich bringe meinen Basslehrer manchmal zur Verzweiflung…
Mark: Wenn der genug hat, dann kannst du zu Tony in den Unterricht gehen.
Tony: Genau, wenn der mal nicht mehr mag, dann kommst du zu mir!
Wie weit seid ihr mit der neuen CD?
Tony: Schon sehr weit.
Mark: Das Songwriting ist fast abgeschlossen.
Tony: Wir nehmen an, dass wir so Ende April mit dem Album anfangen werden.
Wann erscheint die neue CD?
Mark: Laut Cede.ch erscheint sie am 31.12.2010. Kostet CHF 27.90 und kann schon vorbestellt werden.
Tony: Davon wusste ich nichts…
Mark: Ich auch nicht! (lacht) das ist wirklich interessant und ich frage mich auch wer denn dieses Album schon produziert hat! Ist doch lustig, die Leute können es zwar noch nicht hören aber schon vorbestellen…
Wie beschreibt ihr euren Musikstil?
Mark: Rock’n’Roll.
Rock’nRoll…?
Mark: Ja weißt Du bei Rock’n’Roll denken die Leute das klingt dann wie Chuck Berry, aber bei Rock’n’Roll hat das mehr mit der Seele zu tun. Ich will unsere Musik nicht eingrenzen indem ich sage das klingt wie Hard Rock, Metal oder Thrash oder was auch immer. Ich will diese einzelnen Schubladen herausreissen und einfach alle Stilrichtungen, die wir haben in eine grosse Schublade legen. Dem Ganzen geben wir keinen Namen und schieben sie wieder zurück. Da drin ist dann alles, was die Seele vom Rock’n’Roll prägt und die Musik, die wir machen wollen. Wir sind ja frei in dem was wir machen!
Tony: Genau diese Freiheit, die wir in der Band als Menschen und Musiker haben ist herrlich. Wir eifern nichts nach. Was ganz sicher ist, wir sind keine Heavy Metal Band. Wir machen ehrlichen Rock, frisch von der Leber weg. Mit Einflüssen von unseren Wurzeln. Wir haben z.B. einen Song der geht wirklich ab und da haben wir einen Reggae Part eingebaut. Ihr könnt gespannt sein!
Wird’s auch wieder mal einen Song in Mundart geben oder ist das nur dein persönliches Ding?
Mark: Das ist etwas, was immer mal wieder kommen kann, ob wir als Band mal einen Song in Mundart aufnehmen werden weiß ich nicht, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Das mit der Mundart ist jedoch schon etwas, dass ich etwas abkopple vom Rest, denn das ist so etwas wie mein Tagebuch. In der Muttersprache kann man sich immer noch am besten ausdrücken und so verarbeite ich damit meine Gedanken. Im Moment geht es mir aber sehr gut, da gibt es nichts zum verarbeiten.
Wie läuft denn das Songwriting bei euch ab?
Mark: Bei uns bringt jeder seinen Beitrag, Tony hat z.B. einen Song gebracht, dann haben wir zusammen gejamt und jeder hat seinen Input dazu gegeben. Das Texte schreiben ist schon immer noch auf meiner Seite, aber wenn einer einen Text hat dann werde ich den natürlich auch singen. Die Songs werden immer von allen gemacht, da kommt auch mal Reto, unser Drummer und sagt: „Hey da müssen wir noch etwas einbauen.“
Tony: Das ist ja das Schöne bei uns, jeder ist geprägt und weiß, wie beschissen es ist, wenn es um Ideen geht, die man gemeinsam erarbeiten will und dann heisst es einfach du hast nichts zu sagen.
Dann bist du nicht der Boss von eurer Band?
Mark: Nein und ich habe mich auch nie als solchen betrachtet. Ich will das auch gar nicht sein. Ich will diese Verantwortung nicht übernehmen! (lacht) Nein ernsthaft; ich übernehme gerne gewisse Funktionen, wie Dinge in die Wege leiten etc. und mache auch gerne die Sachen in denen ich meine Talente habe.
Eure Webseite www.fox-music.ch hast du auch selbst gemacht habe ich gesehen. Die ist witzig!
Mark: Danke! Das ist genau so was. Wenn ich in etwas ein Talent besitze, dann mache ich das, wenn ein anderer etwas besser kann, dann soll der das erledigen. Das macht doch Sinn, dass die Aufgaben bestmöglich verteilt werden…
Tony: Genau so ist es. Man denkt immer, wenn einer mal einen Hit geschrieben hat dann ist er der Held oder so. So läuft das aber nicht. Wenn sich ein Song als Hit herauskristallisiert, dann ist da die ganze Band dran beteiligt und es profitiert auch die ganze Band davon. Wenn man das Ganze etwas diplomatisch angeht und das Umfeld stimmt und jeder weiß, dass er ein Teil davon ist und seine Aufgabe dabei hat, dann kommen da keine Probleme auf. Das war früher anders. Ganz, ganz früher zu Krokus Zeiten, zu Amerika Zeiten war es sogar so, dass Butch Stone gesagt hat, wenn einer frisch in die Band kommt, hat der ein Jahr lang gar nichts zu sagen. Der konnte noch so gut sein, dann erst recht nicht! Da musste man ein Jahr lang unten durch, das hat sich zum Glück geändert. Diplomatie ist das Wichtigste! Wie Mark vorher gesagt hat, wenn einer irgendwo seine Stärken hat, dann soll er diejenigen Aufgaben übernehmen. Die Plattenfirmen sind mittlerweile auch soweit, dass sie fragen, wie seid ihr organisiert? Die Plattenfirmen organisieren die Band nicht, die Band muss sich selbst organisieren und schon organisiert sein.

Lässt ihr euch auch von anderen Bands inspirieren und wenn ja von welchen?
Mark: Von allem was uns gefällt! Ich lasse mich von absolut allem inspirieren was mir gefällt, nicht nur wenn ich ein Bier getrunken habe. (lacht) Mich haben halt die 80iger Jahre geprägt. Guns’n’Roses und all das Sleaze Zeugs…
Tony: Bei mir sind es Led Zeppelin, Black Sabbath und all das Zeugs, dazu jamen wir auch gerne zusammen. Es geht da jedoch mehr um den Sound als um den Song von dem wir uns inspirieren lassen. Ich nehme alles auf, was wirklich ehrlich ist, sich mit einer Gitarre spielen lässt und gut klingt. Da sind wir dabei.
Mark: Wir klingen nicht wie die oder die Band, wir nehmen das auf was uns gefällt und machen unser eigenes Ding daraus.
Tony: Wir haben vorher im Zug darüber gesprochen und ich habe gesagt, wenn ich die Band nicht kennen würde, das Album würde ich kaufen weil es einfach extrem abwechslungsreich ist. Das Album wird Spass machen.
Also euch geht es allen gut, Mark ist glückliche verliebt und ihr mögt euch alle. Sind die Balladen jetzt gestrichen? Jetzt fehlt dir doch das melancholische oder?
Mark (lacht) Ja, stimmt, mir geht es gut und ich muss nichts in einer Ballade verarbeiten. Aber es gibt ja nicht nur Balladen, die die Aussage haben: „Scheiße, jetzt ist sie wieder abgehauen“, von denen habe ich ja auch genug geschrieben. Jetzt gibt es eine Ballade, mit der Aussage: „Super, ich bin nicht alleine“! Für mich gehört eine Ballade einfach dazu. Man soll jedoch keine geschliffene Ballade erwarten, schon mit Herzschmerz, so dass es einem an die Seele geht… aber das Ganze wird „dreckig“ klingen. Das ist wichtig!
Du hast bei Shakra ein paar wirklich hammergeile Texte geschrieben. Wie ist das für dich, dich von diesen Texten zu verabschieden?
Mark: Sie werden ja weitergesungen.
Ist das für dich kein Problem, dass jemand anderer deine Texte singt?
Nein, das klingt so auch etwas böse. Ich habe da kein Problem damit, denn für ihn (John Prakesh) ist das ja auch doof, er ist jetzt halt in der dummen Lage, quasi als Coversänger in einer Band singen zu müssen, beim nächsten Album wird er sicher seine Sache dazu beitragen. Dann kann er sich selbst verwirklichen. Er kann die Songs zwar nachsingen aber nicht so wie ich nachfühlen. Ich kenne ihn nicht, aber jetzt ist er halt in dieser Situation und da kann er ja auch nichts dafür. Der macht das schon, da habe ich keine Bedenken.
Wie waren die Rückmeldungen bis jetzt?
Tony: Sehr, sehr gut! Die Erwartungen sind zwar hoch, aber das gefällt uns.
Mark: Wir hatten ja noch kein Konzert, es ist noch kein Album draussen, aber es kommen viele Konzertanfragen aus ganz Europa. Da muss man doch Freude haben! Deshalb habe ich auch gesagt, wir fangen nicht von vorne an. Das Interesse der Medien ist auch vorhanden. Die Erwartungen sind gross aber wir werden sie gut erfüllen.
Tony: Es zeigt sich auch immer mehr, dass wird ganz tolle Leute um uns herum haben. Die verstehen uns und es geht nicht immer nur um Business, denen macht es einfach Spass, mit uns diesen Karren zu schieben.
Habt ihr schon einen Plattenvertrag?
Tony: Wir arbeiten daran.
Mark: Details folgen.
Interessieren dich die negativen Meldungen, wenn da was in den Medien ausgeschlachtet wird überhaupt oder geht dir das am Arsch vorbei?
Mark: Ich sage ja die Wahrheit. Jetzt kommt es halt darauf an wie die Wahrheit gedreht wird. Das klingt dann manchmal schon komisch. Wie die Aussage Mark Fox hat am Ende des Monats zuwenig Geld auf dem Konto. Wenn man mich noch eine Zeile länger zitiert hätte, wäre da der Zusammenhang ganz anders gewesen. Ich denke allerdings nicht, dass ich da gross an Sympathie verloren habe und wenn, dann ist es mir egal. Ich bin nicht der Saubermann und war es auch nie. Der Schönling im Armani Anzug ist nicht mein Ding, da bin ich lieber Jack Sparrow. Dieses Image mag ich und kommt mir sehr gelegen.

Hast du mit Shakra noch Kontakt?
Absolut keinen.
Wie war der Abschluss von den Fans nach dem letzten Konzert?
Mark: Herzlich. Ich habe ja anschliessend eine Party veranstaltet, an der ich meinen neuen Song vorgestellt habe. Wir haben dann zusammen bis am frühen Morgen gefeiert. Das war wirklich toll und ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich diese Fans verloren habe. Ich will ja keinem die Fans wegnehmen, aber dass ich sie verloren habe denke ich wirklich nicht.
Stimmt, wir gehen jetzt einfach an die Konzerte von zwei Bands.
Mark: Zum Beispiel…
Was sind eure Zukunftspläne?
Mark: Ab auf die Bühne!
Tony: Das denke ich auch und gesund und gefrässig bleiben.
Mark: OK, das auch, aber jeder von uns in der Band ist momentan wie auf Nadeln und heiss darauf, auf die Bühne zu gehen. Wir haben ja auch das Glück, dass wir im Sommer mit Open Airs starten, das ist schon herrlich. Das ist der schönste Start den man sich wünschen kann, da scheint die Sonne und es sind alle gut drauf und freuen sich.
Tony: Endlich unser Live Ding durchzuziehen und das Album machen ist jetzt das Wichtigste. Wir wollen nicht mit Giftpfeilen gegen andere schiessen. Wir wollen Freude haben, seriös unser Ding durchziehen und damit etwas erreichen.
Wo seht ihr euch in fünf Jahren?
Tony: Da fahren wir alle Porsche!
Mark: Ich habe dann meine Blechhütte auf der Isla Margarita und braue Rum hinter dem Haus.
Tony: Dann philosophieren wir über Rum! (lacht)
Ich hoffe wir dürfen unseren Beruf so lange wie möglich ausüben. Etwas Musikgeschichte zu schreiben wäre auch ganz toll.
Mark: In fünf Jahren machen wir unser fünftes Album!
Was ist das Beste, was ihr bis jetzt als Band erlebt habt?
Tony: Jedes Bier, das wir zusammen trinken ist super!
Mark: (lacht) Wir sind jetzt halt alles am vorbereiten und erleben eine sehr intensive Zeit zusammen, aber wir geniessen es. Songwriting und für die Auftritte vorbereiten kommt jetzt halt alles auf einmal, das würde man sonst nicht so machen. Da kommt auch jede Menge Druck auf, aber wir merken, wie wir zusammenwachsen.
Tony: Wir wissen alle, wir müssen jetzt da durch. Wir haben unseren grossen Kalender im Studio und dort hält jeder mal seinen Finger drauf und schaut wo wir sind und was wir noch alles zu tun haben. Wir haben einen gesunden Druck und das ist gut so. Wie Mark gesagt hat kommt nun halt alles zusammen, inkl. uns kennenzulernen und das Zusammenspiel aufzubauen, aber wir meistern das ganz gut. Das ist eine neue aber gute Erfahrung. Wir sind alle nur Menschen, aber wir haben schnell zusammen herausgefunden was realistisch ist.
Habt ihr auch schon Negatives erlebt?
Mark: Bis jetzt noch nicht, aber wir waren ja auch noch nie auf der Bühne, da konnte auch noch nichts passieren. Frag uns das beim nächsten Mal nochmals. Das kommt alles erst noch.
OK, dann komme ich beim Interview zum nächsten Album darauf zurück.
Mark: Komm doch nach dem ersten Konzert oder so wieder, das wäre cool, du willst ja etwas von unseren Erfahrungen hören.
Mache ich!
Tony: Mark und ich haben ja am meisten Bühnenerfahrung, da versuchen wir schon unser Erlebtes weiterzuvermitteln. So können wir auch vorsorgen, wir wissen auf was wir aufpassen müssen. Wir sind vorbereitet und schauen aufeinander. Ich war schon immer so und habe auf meine Sippe geachtet. Es ist klar, dass es Diskussionen gibt, das gehört ja auch dazu. Ein Konflikt im gesunden Ausmass ist ja auch gut.
Mark: Wir haben bis jetzt aber noch keine Diskussion gehabt in der es hitzig wurde. Da gibt es kein „nein, aber das geht gar nicht“ sondern es wird darüber gesprochen diskutiert und philosophiert. Da sag ich auch mal, OK das ist ein Argument, da halte ich die Klappe.
Tony: Wir hören uns zu! Das ist einfach das Wichtigste.
Mark: Aber es darf jeder sagen was er will.
Wenn ihr als Musiker nochmals von ganz vorne starten könntet. Würdet ihr etwas anders machen?
Mark: Ich würde von Anfang an diese Truppe nehmen.
Tony: Du hast mir das Wort aus dem Mund genommen.
Bis jetzt steht ja offiziell erst ein Konzert fest oder?
Mark: Es sind noch viele Sachen offen, aber noch nicht definitiv.
(Aeschli,
ein Freund der Band kam dazu und setzte sich zu uns)
Wie bereitet ihr euch auf euer erstes Konzert vor?
Mark: Proben, proben, proben.
Tony: Wir haben auch noch Aeschli, der kommt jeweils am Samstag dazu und versorgt uns mit Input und guten Inspirationen. Da freuen wir uns jeweils darauf.
Mark: Wir sind seine Reggae Band.
Tony: Sind wir ehrlich, dieses Reggae Teil haben wir schon wegen ihm eingebaut.
Mark: Nein das stimmt nicht, das habe ich vorher schon gemacht!
Wer ist denn Aeschli?
Mark: Es kann auch sprechen!
Aeschli: Wir haben uns damals kennengelernt, als Mark dieses Mundart Projekt machte. Sein damaliger Manager fand, ich wäre ein passendes Element zu dem Ganzen. Irgendwie wurde dann doch nichts daraus, aber wir haben uns dann immer wieder auf ein Bier getroffen und den Kontakt aufrecht erhalten.
Bist du Musiker?
Aeschli: Nein, ich arbeite auf freier Basis für Hitparade.ch und mache dort online Promo für diverse Bands. Für das Mundartalbum damals hat sich nichts ergeben. Jetzt mit Fox hat es dann geheissen, wir brauchen noch Fotos, eine Biografie und so weiter. Wenn es etwas zum schreiben gibt, dann schreibe ich es und wenn es etwas zum fotografieren gibt dann fotografiere ich das. Wenn es sonst etwas zu tun gibt, dann mache ich das auch.
Du bist also die gute Seele von Fox?
Aeschli: Einer der guten Seelen.
Mark: Das hat Toni vorher auch gemeint. Wir haben so viele gute Leute in unserem Umfeld die uns unterstützen. Da kommen auch immer mehr dazu. Menschen, die aus einem bestimmten Business kommen und sagen: „ Das mache ich gerne für euch“.
Chris Von Rohr unterstützt euch auch, habe ich gelesen.
Mark: Chris ist für mich so eine Art Mentor. Ich habe mit ihm schon lange freundschaftlichen Kontakt. Er unterstützt mich in allen Belangen und gibt mir gute Tipps. Da kommen aber auch andere und fragen mich, ob ich was brauche und machen das dann ohne mir einen Vertrag unter die Nase zu halten. Da muss ich bei keinem meine Seele dem Teufel verkaufen. Eine Hand wäscht die andere und das finde ich cool.

Ihr probt in deinem Tonstudio? Wann hast du das gebaut?
Mark: Ende letztes Jahr, nach meinem Austritt.
Was war der Grund? War das schon immer dein Wunsch?
Mark: Das war nicht geplant. Ich habe einen Song aufgenommen und mir mal die Kosten ausgerechnet. Man hat ja ein Zeitlimit wenn man ein Studio mietet, sonst sprengen die Kosten das Budget. Da gebe ich lieber das Geld für ein eigenes, professionelles Studio aus und kann dann solange ich will darin arbeiten.
Können da auch andere Bands kommen um ihr Album aufzunehmen oder ist das dein privates Studio?
Mark: Primär ist es schon für unsere eigenen Alben gedacht, aber da können schon auch andere Bands kommen, das ist durchaus machbar. Ist ja auch praktisch, das steht zur Verfügung! Klar, da verlange ich dann schon etwas dafür, aber sicher nicht soviel wie andere. Das mache ich aus Leidenschaft. Ich bin halt noch ein Neuling auf diesem Gebiet, aber ich habe das schon ganz gut im Griff.
Was macht ihr wenn ihr einen schlechten Tag habt und auf die Bühne müsst?
Tony: (lacht) das gibt es bei uns nicht und wenn, dann hören die Probleme vor dem Gig auf und sind erst nachher wieder vorhanden.
Mark: Oder nicht mehr vorhanden.
Was macht ihr, um Fit zu bleiben? Gibt es neben Bier, (ja, wir haben uns zwei, drei Bierchen genehmigt ;o) auch noch einen Ausgleich?
Tony: Hey wir müssen diesem Rock’n’roll Dings treu bleiben!
Mark: Ich gehe joggen mit meinen beiden Hunden. Ich musste allerdings bereits eine Pause machen. Nachdem ich jetzt, wo es wieder schöner und wärmer wurde loslegte, konnte ich anschliessend eine Woche lang kaum mehr laufen. Da hatte ich Muskelkater. Aber jetzt geht es dann wieder los.
Was macht euch fröhlich?
Mark: Hmmm…
Tony: Das, was wir jetzt machen.
Mark: Wir haben den Vorteil, dass wir in unserem Leben das machen können was wir wollen. Da bin ich schon dankbar. Es gibt andere, die gehen einfach jeden Tag arbeiten, die wissen eigentlich gar nicht wieso, ausser dass sie am Ende des Monats Geld dafür bekommen. Wenn man fünf Tage die Woche arbeitet, zwei Tage die Woche frei hat, wenn überhaupt und dann das aufs Leben ausrechnet, was hat man denn davon? Wenn man das tun kann was man will und dafür auch gerne auf anderes verzichtet, dann ist man im Inneren einfach fröhlicher.
Tony: Das wird das tun dürfen ist schon ein Privileg. Wenn man damit dann auch noch Erfolg hat, das tut einem schon gut.
Was ärgert euch?
Mark: Ignorante Leute.
Tony: Da schliesse ich mich an. Neider, Leute, die einem nichts gönnen und über andere herziehen. Besonders dann wenn sie einem nicht mal kennen. Solche Leute haben bei uns nichts zu suchen. Wir haben aber zum Glück alle eine gute Menschenkenntnis und können solche Typen links liegen lassen.
Welche CD habt ihr euch zuletzt gekauft?
Mark: Da muss ich jetzt aber überlegen, das ist schon eine Weile her… Ich glaube das war die neue Guns’n’Roses.
Tony: Was war das bloss? Ich bin auch schon am überlegen. Ich glaube das war eine klassische CD, irgendeine Gitarrenkollektion von Vivaldi.
Vivaldi?
Tony: Das ist gar nicht untypisch!
Mark: Vivaldi ist cool!
Tony: Da kommen Unmengen an Einflüssen zusammen, die wir dann für unsere Musik aufnehmen. Ich komme aus der klassischen Musik und habe ein Studium darin absolviert. Ich höre es halt einfach gerne. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das die letztgekaufte Cd ist. Die DVD weiß ich, das war „This Is It“ von Michael Jackson. Von der bin ich absolut begeistert. Mit Making of und allem. Einwandfrei. Ich bin froh dass ich das gekauft habe.
Wollt ihr mir noch etwas mitteilen, das ich vergessen habe zu fragen?
Mark: Brauchst du noch mehr Material?
Nein, da habe ich genug zusammen, aber man wie? ja nie…
Tony: Unser definitives letztes Schlusswort lautet: Revolution!
Mark: Jack Sparrow!
Vielen Dank für dieses Interview und den
unterhaltsamen
Nachmittag, den ich mit euch verbringen durfte! Hat Spass gemacht!
(Interview by
Denise)
Questions/Thoughts? (or whatever):




