EKORN
„Iss keine Magic Mushrooms und gehe dann H.R. Giger Kunst im Museum anschauen!
Interview mit James „Munky“ Shaffer von KORN
September 2010
Da stand ich wartend vor dem Tourbus, Munky kam raus und fragte mich, ob ich schon zu Abend gegessen habe. Ich verneinte, worauf er meinte: „Also komm wir gehen ins Restaurant etwas essen, ich lade dich ein.“ Ich werde von James Munky Shaffer zum essen eingeladen?!? Wie geil ist das denn?! Nachdem ich James und seinem Assistenten (keine Ahnung wer das genau war. Er war der, der die Korn Facebookseite und die Fotos macht) die Speisekarte übersetzt hatte (was zum Geier heisst Kotelett oder Schnitzel auf Englisch?!?) und wir unser Essen bestellt hatten, durfte ich meine Fragen stellen.
Also, Denise dann leg mal los.
Danke, dass du dir Zeit nimmst für mich und willkommen zurück in der Schweiz. Wie geht es dir?
Hmmm…
Hungrig?
Ja ich habe Hunger. Ich kann mich gar nicht konzentrieren so hungrig bin ich.
Gibst du gerne Interviews? Ich meine, da wird’s wohl kaum eine Frage geben, die du nicht schon beantwortet hast oder?
Das kommt ganz darauf an. Kommt immer darauf an wie ich mich fühle und ob ich einen guten Tag habe. Aber hier ist es nett.
Also hast du heute einen guten Tag?
Ja!
Wie war die Tour bis jetzt?
(überlegt) Hmmm… Sie ist… weißt du wir waren ja mit Ozzy unterwegs... An einigen Tagen war das ganz relaxt und wir haben auch ein paar Mal mit ihm geprobt und konnten zwischendurch auch mal relaxen. An anderen Tagen war das voll stressig und es hiess immer „hurry up, hurry up“ rauf auf die Bühne, runter von der Bühne. Aber was soll ich sagen? Die Jungs sind Legenden. Da macht man alles mit.
Wo hattet ihr euer bestes Konzert?
Ich denke das war in Italien. Oder Amsterdam. Amsterdam waren wir als Headliner, in Italien war es die Ozzy-Show.
Wo war das schlechteste?
(nuschelt schmunzelnd vor sich hin) Das will ich nicht sagen.
Ok.
Weißt du meine Sichtweise ist anders als die von dir oder die von ihm (zeigt auf seinen Assistenten). Kann ja sein dass dein schlimmstes Konzert mein Bestes war.
Was ist dein Rezept, wenn du…
Oha! Rezept!
Öhhhhm, nicht gut? Ist Geheimnis besser?
(lacht) Nein ich mag dein Rezept!
Also, nochmals… Was ist dein Rezept, damit ihr jeden Auftritt für die Fans als einen speziellen Abend rüberbringen könnt?
überlegt lange) Ich denke… hmmm… Ich denke es ist die Interaktion zwischen der Band und dem Publikum, was den Abend ausmacht. Das ist ein Geben und Nehmen. Eine Energie die da hin und her getragen wird.
Wird das nicht langweilig, wenn man jeden Abend immer und immer wieder sie selben Songs vortragen muss?
Man versucht es ja verschieden zu machen und verschiedene Sachen auszuprobieren. Und du darfst nicht vergessen, für die Fans ist es ja jedes Mal etwas Neues und das erste Mal. Ja, wir spielen immer wieder dieselben Songs, aber die sehen uns ja nicht jeden Tag. Wenn man jeweils daran denkt, dann gibt einem das auch stets von neuem eine andere Perspektive. Deren Perspektive. Für dich ist es ja auch das einzige Mal dieses Jahr, dass du uns sehen kannst. Da ist es ja für dich so schon etwas Spezielles.
(Ich sitze mit James im Restaurant am Essen, der Abend ist aber so was von speziell für mich!)
Was machst du wenn du einen schlechten Tag hast und auf die Bühne musst?
Normalerweise, wenn ich einen schlechten Tag habe und dann auf die Bühne darf, mach ich es und wird alles besser.


Was machst du, um dich in Form zu halten? Mineralwasser trinken und Salat mit Pasta an Tomatensauce im Restaurant bestellen?
Ja genau! (lacht) Mineralwasser mit etwas Salat!
Du lebst gesund?
Ja. (schmunzelt) Manchmal gehe ich auch Joggen und ins Gym. Das beschäftigt mich dann etwas an den freien Nachmittagen. Ich mach dann gerne Sachen für mich alleine. Heute war ich am See, dort hatte es ein Gym. Und ein Salzbad! Das war toll dort in dem Salzbad zu liegen. (später beim Essen erzählte James dann wie ihn die Leute von der Seite beim Baden gemustert hatten. Denen seien die langen Rastazöpfe und die tätowierten Arme wohl etwas schräg bekommen.)
Hast du überhaupt Zeit, um dir die jeweilige Stadt ansehen zu können?
Neeeee…manchmal…etwas…ich jogge hin und laufe zurück. Das ist nett.
Was machst du wenn du zu Hause bist?
Hauptsächlich verbringe ich dann Zeit mit meiner Tochter. Wenn man so lange weg ist von zu Hause, dann sind da viele Bedürfnisse, die wieder erfüllt werden wollen von den verschieden Menschen in deinem Umfeld. Und ich versuche soviel Zeit wie möglich mit meiner Tochter zu verbringen, denn ich weiss ich bin zu selten da.
Welchen Song performst du am liebsten auf der Bühne?
(überlegt sehr lange) Ich denke das ist „Falling away from me“.
Und welcher ist dein Favorit auf Remember Who You Are?
(schaut mich mit grossen Augen an) Hmmm… ich mag wirklich sehr… Hast du eine Songliste dabei? (lacht) hmmmmm… ich mag den Song „Catbox“, der ist Wahnsinn. Er erinnert mich an die Songs, die wir damals…auf dem „Life Is Peachy“ Album machten. Als wir den Song aufnahmen habe ich mich immer daran erinnert. An all die Zeit von damals. Da gibt’s viele verschiedene Riffs, die wir spielen und die sind wirklich toll. Den auf der Bühne zu performen ist wirklich geil. Kommen wir später nochmals darauf zurück.
(Korn benutzen intern andere Namen für ihre Songs als sie in öffentlich heissen und wir haben beide am Schluss vergessen nachzuschauen welchen Song er genau meinte, sorry.)
Fällt es euch leicht, immer noch neue Ideen für ein weiteres Album zu finden?
Ja, wenn du erst mal im Proberaum bist und anfängst an deinem Instrument herumzuzupfen… Wir haben ja unsere Riffs, die uns repräsentieren. Das ist wie bei einem Architekten. Der startet auch immer ähnlich und doch verschieden. Der startet immer ähnlich, doch das Ergebnis ist dann etwas Neues.
„Remember Who You Are“ ist ein tolles Album. Es scheint als ob ihr wieder zurück zu den Wurzeln und zu den guten alten Zeiten gefunden habt. Was sagst du dazu?
Das ist nun das Resultat, wie wir die Aufnahmen mit Ross Robinson machten. Auch, dass wir wieder zusammen gejammt haben in dem kleinen Raum. Es wurde ein produktives und technisches Album.
Wie wichtig war Ross Robinsons Rolle dabei?
Riesig! Er erinnerte uns wieder daran, was wir tun und weshalb wir es tun. (wird nachdenklich) Er erinnerte uns daran, wie wichtig unsere Musik für die Fans ist und wie viele es da draussen von denen gibt. Und wie die alle dafür Leben. Die brauchen das. Das ist wie ein Geschenk, das wir zu geben haben. Wir helfen denen.
Es gibt ja eine menge Stimmen die euch vorwerfen, dass die ersten beiden Alben die Besten waren und nachher nichts Schlaues mehr kam.
Ja.
Interessieren euch diese Stimmen? Nerven die?
Nein. Nein das ist super (schmunzelt) Das ist halt… Die müssen halt…Wir müssen halt… Weißt du… Es ist besser als wenn sie gar nichts sagen.
Du machst ein Soloalbum?
(sein Gesicht herhellt sich wieder) Ja. Ich hab mir da ein paar Musiker zusammengeholt und mein Ding gemacht.
Und wann können wir das kaufen?
Wann du das kaufen kannst ist eine gute Frage. Du meintest wohl stehlen, hä!
Nein, ich meinte kaufen.
Oder via Filesharing downloaden!
Nein, ich meinte kaufen.
Also gut, ich hoffe du kannst es irgendwann nächstes Jahr kaufen.
Wenn du nochmals vorn ganz vorne starten könntest, gäbe es da etwas, was du anders machen würdest?
Nein.
Wie beschreibst du Korn im Studio und auf der Bühne?
Auf der Bühne chaotisch. Das kann durchaus vorkommen. Im Studio ist es etwas ausgereifter und kreativer. Kreativ kann auch chaotisch sein. Auf der Bühne kann man physisch chaotisch sein, dafür nicht so kreativ.
Was erwartest du von heute Abend und dem Schweizer Publikum?
Ich mag diese Halle (Volkshaus) Ich erinnere mich noch gut daran, als wir letztes Jahr hier spielten. Da gibt es wieder viel Energie zwischen den Fans und der Band. Ich erwarte eine gute Show.
Was war dein letztes Album, das du gekauft hast?
Also, genau genommen habe ich das nicht gekauft…
Aha! Geklaut oder Filesharing?
Neiiiiin… ich waren in einem Laden in Paris und der von Roadrunner hat mich gefragt welches Album ich wolle. Kennst du „Snatch“ den Film?
Ja.

Ich habe mir den Soundtrack davon ausgesucht, denn ich liebe diese Songs, die da im Film vorkommen. Da hat es auch ein paar ganz tolle Audioclips drauf. Da hörst du zum Beispiel wie Benicio del Toro „where ist the Stone“ mit seiner lustigen Stimme fragt und all so Sachen. Und ein paar gute Clips hat es auch darauf.
Willst du mir noch etwas mitteilen, das ich vergessen habe zu fragen?
(überlegt lange und angestrengt) Nein.
Irgendwelche Schlussworte für unsere Leser?
Ich kann es kaum erwarten, endlich mal in Urlaub hierher zu kommen. Mehr als nur einen Tag.
Um die Berge zu besuchen und um Käse zu Essen?
Ich will ein paar Tage hier am See verbringen und dann runter an den Comersee und weiter.
Ihr wart ja auch schon mal in Gruyères und habt das H.R.Giger Museum besucht.
Ja davon haben wir gerade heute wieder gesprochen, er war auch hier.
H.R.Giger war hier?
Ja, er hat uns kurz besucht.
Vielen Dank für das Interview, darf ich noch ein Foto machen?
Eines muss ich dir noch sagen! Als wir vor 4 Jahren in diesem Museum waren, war ich alles andere als nüchtern… gehe nie high in das H.R. Giger Museum! Das kommt gar nicht gut! Das war eine der schlechtesten Ideen, die ich je hatte! Mir gings ja soooo schlecht! Sag jedem: Iss keine Magic Mushrooms und gehe dann H.R. Giger Kunst in seinem Museum anschauen, nein, nein! Tut das nicht!!! Ihr werdet einen F***ing Breakdown haben!
Interview by Denise





