THEORY OF A DEADMAN/
tAKiDA

07.10.2009 , 59to1, D-München

Das 59to1 scheinen Bands seit neuestem auch für kleinere Club-Konzerte zu nutzen. Club-Konzerte haben eine ganz eigene Atmosphäre und sind meist geiler als wirklich große Events. Da ist man näher an den Künstlern, alles ist familiärer, intimer und intensiver.
TEHORY OF A DEADMAN waren an diesem Abend der Headliner. Die kanadische Band, die NICKELBACKS Frontman Chad Kroeger entdeckte (lest dazu mehr im Interview) und auch als Produzent der ersten CD fungierte, hat mit „Scars & Souvenirs“ 2008 ihr drittes Album auf den Markt geworfen und hat nun endlich auch mit dieser den Weg nach Europa gefunden. Gut, dass sie da auch Halt in München machten.

Den Anfang machten allerdings tAKiDA aus Schweden. Auf CD klingen sie sehr erwachsen, sehr druckvoll, voller, Energie und mit schönen harmonischen Melodien. Die Band selbst besteht seit zehn, in der aktuellen Besetzung seit sechs Jahren. Ein eigespieltes Team also. Wie schlugen sich die Jungs also live? Tja, die Musik, die sie vom Stapel ließen war auch kraft- und druckvoll, klang wie auf der CD. Das Publikum kannte tAKiDA aber anscheinend nicht so wirklich und wie die Münchner eben immer so sind, wird erst mal nur geguckt und abgewartet. Wirklich mitreißen konnten tAKiDA leider nicht, obwohl die Song, die meisten vom „Bury The Lies“-Album, gut gespielt waren. Richtig gute Rock-Songs wie „The Dread“ oder „Poisined“ oder auch die zuckersüße Ballade „Curley Sue“ rissen niemanden vom Hocker. Sänger Robert fand einfach keinen Draht zum Publikum. Schade. Die Band spielte zwar was das Zeug hielt, schwitze und rockte, aber die Stimmung war nicht wirklich angeheizt. Zu einem richtig guten Rock-Konzert gehört eben doch ein klein wenig mehr, als nur die Songs runter zu spielen. Das Publikum erwartet eine gut gelaunte Band, die zeigt, dass sie liebt was sie macht. Vielleicht hätten tAKiDA nur etwas mehr Zeit als die sechs Songs und die halbe Stunde gebraucht um aufzutauen und zu zeigen was in ihnen steck. Aber da tAKiDA im Dezember noch mal auf Deutschland-Tour ist, können sie sich ja noch mal beweisen.

    

Umbaupause wie gehabt. Der Laden war mittlerweile gerappelt voll, und das obwohl THEOARY OF A DEADMAN nun keine Radio-Band ist und eigentlich als Geheimtipp gilt. Trotzdem schön zu wissen, dass es auch noch andere im Geheimbund der guten Rock-Musik gibt. Wer THEORY OF A DEADMAN nicht kennt, der wird erst mal erstaunt sein, welche Musik, der doch etwas nach Rock-a-Billy aussehende Tyler Connoly spielt. Mit Rock-A-Billy hat das ganze wenig zu tun. Schon am Betreten der Band konnte man erkennen, weswegen die Leute gekommen waren. Als das Intro zu laufen begann wurde die Stimmung immer angespannter, welche erst zum Explodieren kam, als das Quartett die Bühne betrat. Alles klatschte und johlte. Und -schwups- schon befand man sich mitten im gelebten Rock’n’Roll. Leider war das Mikro von Tyler nicht so gut raus zu hören, dass die Musik oft alles andere übertönte.
Back to the roots hieß es für THEORY OF A DEADMAN, die in ihrer Heimat und auch in den Staaten ganz andere Hallen füllten, als hier zu Lande. Tyler begrüßte die Leute mit den landesüblichen Worten: „Servus mitanand!“ Ja, das war schon bayrisch, nur weiß der Gute nicht, dass München zu 80% aus Zuagroaßten Preissn besteht, die dem Bayrischen nicht all zu mächtig sind. Auch den anderen bereits erlernten Wortschatz gab er zum Besten, so wie: „Arschkopf“, „Fick disch“, „hübsche Mädschen“. Lustig, alle Rocker können dieselben Worte. Vielleicht gibt es irgendwo ein Buch mit dem Titel: „Die wichtigsten deutschen Wörter für Rock-Musiker“.


Die Setliste war gut gemischt, aus alten und auch neuen Songs. „Better Off“, „No Surprise“, „Not Meant to Be“, „So Happy“, „Got It Made“, „Hate My Life“, aber auch der allerallererste Song “Nothing Could Come Between Us” oder die wunderschöne Ballade „Santa Monica”  fanden einen Platz darauf. Die Leute kannten alle Songs und sangen die auch lautstark mit. Sing-a-longs funktionierten, die Band schwitze was das Zeug hielt, das Publikum wohl auch, denn warm genug war es mittlerweile im 59to1. THEORY OF A DEADMAN haben diesen bombastischen Ami-Sound drauf, und den bringen sie auch live sehr gut rüber, obwohl sie nur zu viert sind. Tyler sprach immer mal wieder zum Publikum, erklärte das eine und das andere, hielt also den Kontakt zu den Leuten. Die anderen animierten das Publikum immer zum Mitmachen – jep, so muss das sein. Von nix kommt eben nix!
Als die Band dann die Bühne erst mal verlies, war das Gejammer natürlich groß und es dauerte auch nicht lange, bis die „Zugabe“-Rufe laut und lauter wurden. Klar, dass THEORY OF A DEADMAN noch mal auf die Bühne kamen. Der Rauswerfer an diesem Abend war „Bad Girlfriend“ (und wer wissen will, wer mit diesem „Bad Girlfriend“ gemeint ist, oder was es damit auf sich hat, der sollte mal einen Blick ins Interview mit Dean werfen). Der Ladenkochte noch mal so richtig über – und wie heißt es doch so schön, man soll aufhören wenn’s am schönsten ist. Das haben THEORY OF A DEADMAN dann auch getan.

(Melanie)- Forum

 


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