PAPA ROACH
Buckcherry / Dear Superstar

24.06.2009, Eventcenter, A-Hohenems

Das klang ja schon mal vielversprechend, ein Konzert. Bei dem ich alle CD-Reviews der aktuellen CDs der Bands des Abends geschrieben hatte. Mal sehen, wie die Jungs sich live schlugen…

Das Publikum war, wie nicht anders erwartet, ziemlich jung. PAPA ROACH sind Helden der jüngeren Generation, obwohl sich deren Stil im Laufe der mittlerweile doch an die zehn Jahren und sechs Studio-Alben vom Nu Metal zu „normalen“ Rock/ Metal gewandelt hat.

Den Anfang machten aber die jungen Briten von DEAR SUPERSTAR, auf deren CD ich unter anderem eine gewisse Ähnlichkeit mit PAPA ROACH rausgehört hatte. Die CD klang etwas zusammengewürfelt, ohne klare Linie, kopierten eher viele Stile und Bands und alles klang wie schon mal dagewesen. Leider blieben sie diesem Stil treu. Die ganze Band machte keinen einheitlichen, harmonischen Eindruck. Sah eher so aus, als hätten sich alle zufällig getroffen. Die Musik wurde PAPA ROACH angepasst und klang demzufolge auch ein klein wenig härter. Sie gaben zwar Gas und rockten auch ordentlich, aber überzeugen konnten sie leider nicht. Ob sie sich je über das Stadium der Vor-Vor-Band rausspielen werden, wage ich zu bezweifeln. Nach einer guten halben Stunde machten sie die Bühne frei für BUCKCHERRY!

Yeah, auf diese Band wartete ich schon über drei Jahren (unter uns gesagt, bin ich nur wegen BUCKCHERRY auf dieses Konzert gefahren) und nun hatte sich endlich einer meiner Träume erfüllt! Den Unterschied zu DEAR SUPERSTAR konnte man schon beim Betreten der Bühne erkennen. Das waren einfach Welten. BUCKCHERRY, aus dem warmen Kalifornien, betraten einzeln die Bühne und BAM (!) ging es auch schon los. Und zwar mit „So Far“. Josh Todd, der charismatische, ziemlich tätowierte und für mich sehr attraktive Frontmann der Band glich einem kaum zu bändigendem Vulkan, der kurz vor dem Ausbruch stand. Dieser Mann wirbelte über die Bühne, als ob es um sein Leben gehen würde. Wenn der bei allem im Leben so eine Leidenschaft und Energie aufbringt, dann wird das Leben mit ihm erstens sicher nicht langweilig, und zweitens ziemlich anstrengend. Es dauerte auch nicht lange und er entledigte sich seiner Jacke und seines Kopftuchs, das mich ein klein wenig an die Witwe Bolte erinnerte. Und ja, er hatte natürlich KEIN T-Shirt an und Frau konnte diesen wunderbaren, durchtrainierten, tätowierten Körper bewundern *SEUFZ*. BUCKCHERRY spielten mehr die älteren Songs wie „Next 2 You“, „Out Of Line“, „Broken Glas“, „Lit Up“, „Dead Again“, dem wunderschönen Love-Song „Sorry“, von der aktuellen CD „Black Butterfly“ leider nur „Too Drunk To Fuck“  und „Rescue Me“. Und die Zugabe war nach 45 Minuten voller Power ohne Pause natürlich das grandiose „Crazy Bitch“! Uns wurde mehr als nur eingeheizt und mir war nach dem halb nackten Josh auch mehr als nur warm. Wir waren also bereit für den Headliner dieses Abends, PAPA ROACH!

Nach circa zehn Jahren im Musikgeschäft, sechs Studioalben und etlichen Auftritten wussten PAPA ROACH natürlich wie man einen eindrucksvollen Auftritt inszeniert. Dabei reichte es zu Anfang schon, einzeln auf der Bühne zu erscheinen und sich feiern zu lassen. Von Anfang an hatte Jacoby die Menge in der Hand. Das Publikum sang jeden Song mit, hüpfte und rockte was das Zeug hielt. Die Setliste bestand zunächst größtenteils aus neueren Songs, d.h. keine Nu Metal Sachen, sondern von den letzten beiden Alben „The Paramour Sessions“ und „Metamorphosis“. 

Mit der Zeit bildete sich ein Circle Pit, der das Publikum in Bewegung hielt und dem ganzen einen großen Spaßfaktor gab (ich frag mich dabei immer, was es großartig bringt, mit nacktem Oberkörper, hochrotem Kopf wie ein Irrer im Kreis zu rennen. Das sieht mitunter schon witzig aus.). Kurz gesagt hatten alle Spaß. Natürlich durften auch große Kracher wie z. B. „Last Resort“ nicht fehlen. Taten sie auch nicht, und PAPA ROACH wurden um so mehr dafür geliebt und gefeiert. Auch die beiden aktuellen Singleauskoppelungen „Hollywood Whore“ und „Lifeline“ standen auf der Setliste. Und auch ich musste nicht auf mein Lieblingslied „Forever“ verzichten.

Nachdem PAPA ROACH sich einige Zeit den neueren musikalischen Wegen der Band gewidmet hatte, besann man sich auch der Wurzeln und spielte gegen Ende mehr ältere Sachen, sprich Nu Metal. Ja, das kam bei den mehr als durch geschwitzten Kids gut an (obwohl ich denke, dass die vor zehn Jahren eher noch im Kindergarten waren und Kindergartenlieder sangen als sich PAPA ROACH reinzogen). Höhepunkt des Abends war sicherlich der Stagedive von Jacoby. YEAH! So was kommt ja immer gut an. Zugabe gab’s natürlich auch und dann war nach einer Sunde und 45 Minuten Schluss mit lustig und alle gingen nass geschwitzt und zufrieden nach Hause. PAPA ROACH sind, mag man ihre Musik nun oder nicht, das muss man ihnen lassen, live ein wahres Erlebnis.

(Melanie) - Forum

 


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