DISTURBED
Shine Down

20.10.2008, Zenith, D-München

Rock und besonders der etwas härtere, neuere Rock ist ja seit einiger Zeit gänzlich aus den populären Medien verschwunden und doch lebt er mehr denn je! Verwundert immer wieder, wie viele junge und auch ältere bis alte Leute doch auf die Konzerte gehen, egal um welche Schublade des Rocks es sich handelt, sei es Metal, Hard Rock, Thrash, New Rock, Crossover, Speed, Alternativ, Industrial und was es da noch so geben mag. Und so kann man beruhigt sagen, Rock never dies!!!

So war's dann auch am Montag-Abend. Erstaunlich wie gesittet sich die, ach so harten, rüpelhaften Rocker in einer Reihe vor den Einlass anstellten! Brav wie im Kindergarten!!! Kein Gedrängel, kein Gerangel, da kann sich manch einer eine Scheibe abschneiden! Wir wissen eben, was sich gehört, nicht wahr? Anstand und so hat eben nix mit dem T-Shirt zu tun, das man trägt oder welche Musik man hört!

Einlass eine Stunde vor Beginn des Konzertes, alles wie gehabt. Die Halle füllte sich relativ schnell. Das Zenith ist eine mittelgroße Halle, in der unter anderem schon Größen wie BILLY IDOL oder PINK gespielt haben. Support waren die aus Florida stammenden SHINE DOWN, die pünktlich um 20.00 Uhr anfingen. Mächtig laut und mächtig hart legten sie los mit der aktuellen Single „Devour“, die einigen bereits bekannt war (inklusive mir!). SHINE DOWN kann man in dieselbe (bleiben wir mal bei dem Ausdruck) "Schublade" wie DISTURBED einordnen, also eine gelungene Support-Auswahl. Der Sound war auch super, also stand SHINE DOWN nichts im Weg, ordentlich einzuheizen. Was sie auch ordentlich gemacht haben. Mit 45 Minuten Spieldauer waren sie auch am oberen Level einer Vorband, aber zu Recht, sie waren wirklich gut! Aber wie das eben so ist, die Masse wollte DISTURBED sehen und Intoleranz gegenüber der Vorband gibt es da immer.

In der Umbaupause wird das Publikum bekanntlich immer ungeduldiger und in den ersten Reihen wird's immer enger (hab ich das letzte mal bei BON JOVI als so schlimm empfunden), aber nach einer halben Stunde hatte das Warten dann ein Ende. Sänger DAVID wurde in Hannibal Lector-Manier auf die Bühne transportiert, in Overall, Spaßjacke (Zwangsjacke) und Maulkorb (kennen wir aus dem Film „Das Schweigen der Lämmer"). Sah schon irgendwie gruselig aus. Und BUMM!!! Schon befand man sich mitten im Geschehen. Die Musik fing an, laut, lauter, am lautesten – DISTURBED! „Perfect Insanity“, der Opener, passte wie Faust aufs Auge, da hatte sich wohl jemand Gedanken gemacht. Tja und unten beim Volk brach die Hölle los!!! DISTURBED hatten das Publikum vom ersten Moment an vollkommen im Griff. Die Menge kreischte, grölte, klatschte, headbangte … das volle Programm eben. So viele Devilshorns gab's schon ne Weile nicht mehr zu sehen. Kaum einer der sich der durch und durch gehenden Musik entziehen konnte!

Natürlich begrüßte DAVID (Anm.Ralph: Warum scheibst Du "David" immer gross?) München als eine besondere Stadt in der er immer wieder gerne kommt (ich denk in Zürich sagt/e er das auch, oder? Da natürlich von Zürich und nicht von München) (Anm.Ralph: Du meinst woh, in DIE er immer wieder gerne kommt, oder? *g*). Das einzige was die Amis (und vielleicht auch der Rest der Welt???) von uns zu wissen scheinen, ist das Oktoberfest (die Schlussfolgerung, dass dieses im Oktober sei, ist leider falsch, da es nur IN den Oktober reinreicht), leider waren DISTURBED da gute zwei Wochen zu spät dran (hi, hi, hi), aber wir Bayern scheinen weiterhin den Ruf der besten Biertrinker der Welt zu sein, inne zu haben (grübel, woher das kommen mag?).

Aber wieder zurück zum Konzert und zur Musik.

Im Hintergrund wurden immer wieder neue „Walnuts“ hoch gezogen, die die verschiedenen CD-Cover zeigten. Keine schlechte Idee, da diese auch immer anders beleuchtet wurden, z.B. mit roten leuchtenden Augen (hat meinen Sohn sehr beeindruckt). Auch Gitarrist DAN und Bassist JOHN brillierten an ihren Instrumenten und animierten die Leute immer wieder zum mitmachen, sodass einem kaum eine Pause blieb. Die Songs waren eine gute Mischung aus den vier Alben, die die Chicagoer bereits auf den Markt geworfen haben. „Liberate“, Just Stop“, „Vioces“, „Indestructible“, „Prayer“ und natürlich durfte das GENISIS-Cover „Land Of Confusion“ nicht fehlen. Diesen Song kannte nun wirklich jeder, und jeder konnte ihn mitsingen, die Halle bebte!!! Aber DISTURBED schaltete keinesfalls einen Gang runter – ganz im Gegenteil, sie hetzten die Menge immer weiter und weiter, legten immer noch einen nach, unter anderem mit „Deify“, „Devide“, oder „Haunted“.

Die Menge kochte und kochte und plötzlich meinte DAVID „Good night“! Waaaaas??? Spinnt der? Ok, kennen wir ja, die Künstler lassen sich gerne mal bitten und betteln, also verschwanden erst mal alle.

Klatsch-Rhythmen wurden immer wieder laut, „Hey! Hey! Hey!“ – Rufe wurden zu einer Hymne… und dann endlich kam Sänger David noch mal zurück! Er fragte, ob man denn noch nicht genug habe. Die Menge grölte, doch DAVID äußerte seine Zweifel, er wollte es gerne noch etwas lauter hören… OK, das konnte man ihm bieten! Es wurde noch lauter und noch intensiver gekreischt und gegrölt – und DAVID stand vorne in der Mitte der Bühne, Arme ausgebreitet, Kopf nach hinten, und ließ sich feiern wie einen Gott!!! YEAH!!! „Insinde The Fire“ und „Stricken“ machten den Zugabe-Anfang, dann folgte ein minutenlanges Drumsolo. OK, nun wussten wir, was wir aber schon lange vermutet hatten, Drummer MIKE konnte trommeln. Somit hatte auch er seine alleinigen fünf Minuten der Show. Devilshorns wurden in die Luft gestreckt, falls sie nicht schon oben waren, und immer mehr Leute wurden von hinten auf Händen nach vorne getragen (crowd-surfing)… zum Schluss kam da einer nach dem anderen und die Ordner hatten einiges zu tun :-) „Down With The Sickness“ war dann der  endgültige Rausschmeißer nach zwei Stunden Spieldauer. DAVID versprach, bald wieder zukommen, denn es habe in München immer eine besondere Atmosphäre (macht wohl die Bier geschwängerte Luft bei uns).

Kurz zusammen gefasst, ein lautes, hartes, schnelles, verschwitztes, geiles Konzert (zwei Tage danach hab ich meinen Hals noch gespürt vom Kopf wackeln, au weia, man wird nicht jünger!)! Einziges Manko, die Stimme von DAVID hielt nicht immer ganz stand, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat (war auch nur zwei oder drei mal kurz der Fall), ansonsten, keine Aussetzer, keine Hänger, nahezu perfekt! Und auch wenn im Vergleich zu anderen Konzerten der Kontakt zum Publikum nicht so intensiv war, gingen die Leute ab wie Sau (so was hab ich schon lange nicht mehr erlebt! Naja, wie oben schon mal erwähnt, war es vergleichbar mit BON JOVI, da flippen die Mädels ja auch so aus! Nur waren es hier beide Geschlechter…).

Wenn DISTURBED wieder kommen – ich bin dabei!

(Melanie) - Forum

 


Zurueck zur Hauptseite