BACKYARD BABIES

09.10.2008, Backstage Werk, D-München

Dieser Bericht wird ein ganz besonderer Bericht, man möge es mir verzeihen, aber wer das Jubiläums-Special gelesen hat, der weiß, dass ich seit Jahren auf die Backyard Babies warte, und wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich tierisch auf sie und besonders auf Nicke stehe! Meine Objektivität kann hier mitunter etwas abhanden gekommen sein, aber ihr mögt es mir verzeihen! Ihr wisst ja wie das ist, wenn man Fan ist, oder? Aber ich bemühe mich, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hält und ihr auch einen Eindruck vom Konzert eines „Normalsterblichen“ bekommt. :-)

Erster Support war RADIO DEAD ONES – völlig unbekannte Berliner Punk-Rock-Band. Hm, wie soll man sie beschreiben? Es sollte wohl Punk sein, und wenn man Punk so interpretiert, dass man immer dieselbe Melodie grölt, man kein Wort versteht, sich auf der Bühne aufführt, das Publikum bespuckt – ja, dann war s wohl Punk. Kleines Intermezzo, und weg waren sie auch wieder. Keiner weinte ihnen eine Träne nach! Gewusel auf der Bühne, abbauen, umbauen, aufbauen, und schon ging s weiter mit BULLET. BULLET aus Schweden – Schweden, ein Garant für gute Musik und auch BULLET hielten, was Schweden versprach! Boah, gingen die ab! Unser eins fühlte sich plötzlich wieder um zwei Jahrzehnte zurück versetzt, wir waren alle wieder jung! BULLET spielen Hard Rock wie ACDC und ACCEPT, Männermusik, also! Es schien so, als ob einige im Publikum nur wegen BULLET gekommen waren. Die Band, alle in Stretch-Hosen und Lederjacken gekleidet, bis auf den Sänger, der aussah wie ein wilder Hobbit! Die Musik war erste Sahne! Die Stimmung kochte, die Leute gingen mit. Suuuper, die heizten schon mal richtig gut vor! Anscheinend kannte dreiviertel des Publikums deren CD „Bite The Bullet“.

Das war einer der wenigen Supports, die eine Zugabe geben mussten, weil alle danach riefen und natürlich kamen sie zurück! Was will ein Künstler mehr?! Tjaaahaaa und dann, noch mal ganz fix die Bühne umgebaut und dann hieß es erst mal warten. Warten ist Scheiße! Besonders wenn man von BULLET vorgeglüht wurde und selber schon seit Tagen glüht, weil man sich sooooo freut!!!

So aufgeregt war ich das letzte mal mit 16 bei BON JOVI (au weia… das ist ja schon 18 Jahre her, ich wird auch nicht jünger, und wohl auch nicht gescheiter). Seltsamerweise waren viele Mädels anwesend, wobei die Musik, doch eher Männermusik ist, und die Band ja auch nicht grad eine Pin-Up-Band (ich steh wohl mit meinem Geschmack doch nicht so auf weiter einsamer Flur, wie ich dachte). Anscheinend kommen wilde Rocker immer noch gut an! Warten, warten, warten, das Kribbeln um Bauch wurde immer größer, die Spannung wuchs, und schwups di wupps, ging s dann doch sehr schnell und die Jungs nahmen ihre Plätze ein! WOW!!! (Ich bekam ja die Anweisung von meinem Mann: „Wehe du quietscht!“ So ganz konnte ich's dann aber doch nicht unterlassen!)

Die BACKYARD BABIES sind auf „Backyard Babies“-Tour und so gestaltete sich auch die Setliste. Vornehmlich spielten sie die aktuelle CD, Songs wie „ Where Were You“, „Fuck Off And Die“, gesungen von Dregen, „Idiots“ und, und, und. Natürlich fehlten auch die älteren bis alten Kracher nicht, wie „Brand New Hate“, „Minus Celsius“, The Mess Age“ oder „Disfunctional Professional“.

Nicke mit Gitarre, Dregen ebenso, ist ja auch der Gitarrist, Johan am Bass und Peder an den Drums. Mehr gab s da nicht, und es genügte vollkommen. Es war ein Rock-Konzert, und was sollte da das wichtigste sein? Klar, die Musik! Bei vielen Bands ist es so, dass sie live härter klingen wie auf der CD, bei den BACKYARD BABIES ist das nicht der Fall, die klingen fast 1:1 wie auf CD. Live klingt ja immer etwas geiler…. Geile Mucke, geile Band, geil in der ersten Reihe zu stehen!!!!

Und wenn wir schon mal bei geil sind, also, Nicke hat ja schon ne coole Ausstrahlung, wie er so dasteht, mit seiner Gitarre und so leidenschaftlich singt… puhhhh, mit Schmachten iss da zwar nix, aber mit leidenschaftlich wild Mitmachen schon eher (entspricht sowieso mehr meinem Naturell). Dregen dagegen, scheint in seiner eigenen Welt glücklich zu sein. Er sieht ja etwas „anders“ aus, als man es von einem Schweden erwartet, eher der dunkle Typ. Seine Tattoos sind auch etwas anderer Art (besonders das Herz, ein einfaches Herz tätowiert auf der linken Brust, das hat nen verschärften Coolness-Faktor), Dregen hat die Ausstrahlung eines wilden, kreativen Kopfes, der macht was er will und das auch zeigt, aber in keinster Weise unangenehm (ganz anders wie RADIO DEAD ONES)!

  

Johan mir Zöpfchen, wie immer und Peder ganz normal, auch wie immer. Das Highlight an diesem Abend war sicherlich die Zugabe. Blaues Licht, Nicke mittlerweile ohne Jacke und Hemd (ahhhhhh, seufz) nur noch im engen Shirt (ja Hosen hatte er auch noch an Ralph!) und einem Sektglas betritt die Bühne wieder. Greift sich die Gitarre und sing… na, na, wer errät es? „Saved By The Bell“, die einzige wirkliche Ballade, boah, sooooo schööööön! Der Rest der Zugabe war dann wieder gewohnter, rockiger Stoff!!! Während des ganzen Konzertes war die Stimmung im nicht ganz ausverkauften Backstage Werk super gut. Es wurde gegrölt, gesungen, gekreischt (dum di dum, ich war da nicht alleine), geschupst, gesprungen, Crowd gesurft, das volle Programm eben. Zugaben gab s zwei! Und nach knappen 1,5 Stunden war s auch schon vorbei! Menno, man hätte sich die erste Vorband sparen können und dafür selber noch ne halbe Stunde länger spielen können, Stoff genug hätten sie ja. Pfffff!

Aber nichts desto Trotz war s ein suuuuper schöner Abend und ich bin mit sehr warmen Gedanken ins Bett gegangen (und konnte 2 Tage kaum sprechen, da ich so heiser war). Ich hätte das ganze Review auch mit zwei Worten beschreiben können:
SOOOOOO GEIL!!!!

(Melanie) - Forum

 


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