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STONEMAN |
03.05.2008, Wenk, CH-Aarau |
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Es war ein schöner, sonniger Samstag, so dass es sich E-Lane, Stoneman und einige Musikfans vor dem Konzert bei milden Temperaturen im Garten des Wenk gemütlich machten und ein Bierchen genossen, und Würste vom Grill gab’s auch. Mit der Ruhe war es jedoch spätesten um 21.10 Uhr vorbei, als E-Lane aus Konstanz/Stuttgart mit ihrem kraftvollem Dark NuMetal die Leute ins Innere lockten. Es stellte sich schnell raus, dass Sängerin Sarah nicht das Träller-Weibchen ist, das man(n) aufgrund ihrer langen blonden Lockenmähne fälschlicherweise erwarten könnte. Im Gegenteil, die Power-Frontfrau hat eine kräftige und einfach geile Rock-Röhre, die jeden Ton trifft und sehr sicher verschiedene Stimmlagen mitmacht. Aber auch „Sarahs Männer“ standen dem ihr in nichts nach. Rockträger Chriz bangte trotz fehlender Haarpracht zu seinem wummernden Bass was das Zeig hielt, und Gitarrero Fabi übte erfolgreich diverse Poser-Stellungen, als wollte er sich demnächst bei einer Glam Rock Band bewerben. Thommy an den Drums war ungewöhnlich weit von seinen Bandkollegen weg, weil die Bühne ziemlich tief ist und den Drummer ungewollt weit hinten positioniert, aber er absolvierte dennoch gutgelaunt sein Programm.
Beim
zweiten Stück ENCIRCLED aus der gleichnamigen EP von 2007 begannen die
Ersten, vorne an der Bühne mitzurocken. Zusammen mit Chriz, der immer
wieder mal von der Bühne nach unten sprang, bangten sie in die Runde, was
das Zeug hielt. Ein Fan des FC Aarau hängte Chriz schliesslich seinen
Fanschal als Geschenk um den Hals, weil ihm die Mucke so gefiel. Weiter
ging es laut Sarah mit einem „Song für alle Mädels, die schon mal von
einem miesen Wichser betrogen worden sind“, NEVER SEE ME CRY. Spätestens
bei ADDICTED schien das Publikum wirklich schon abhänig vom fetten
Gitarrensound, den krachenden Drums und Sarahs mal fast zarten, dann
wieder wütend-aggressiven Vocals. Dann wurde es Zeit, nach vorne zu
kommen und die Fetzen fliegen zu lassen, als die ersten Töne von ABOUT
CONTROL erklangen – mein absoluter Favourit von E-Lane. Auch einen
Coversong hatten die Deutschen mitgebracht und Sarah gab den Song mit anrüchiger
Stimme zum Besten: MEXICAN RADIO von WALL OF VOODOO, im Original aus dem
Jahre 1982, ist ein vereinnahmender Dark Wave Song mit interessanten
Lyrics (I wish I was in Tijuana / Eating barbequed iguana). Zum Abschluss
gab’s noch das neue Stück VANITY, und schon waren 45 Minuten explosiver
Dark NuMetal zu Ende. Das Wenk war deutlich voller, als Stoneman um 22.30 Uhr starteten. Jede Menge Fans in „Sex Drugs Murder“ und „How To SpellHerion“ T-Shirts drängten sich nach vorne, um ihren Helden nah zu sein. Nach dem Intro stellte der Haupt-Poser Mikki Chixx die Band mit viel Schmunzeln vor als „We are Stoneman from Hollywood, California!“. Für gute Stimmung war damit bereits gesorgt. Mikki trug wie meist sein Hemd weit offen, war mit blauem Lidschatten „Glamrock“-mässig geschminkt und hatte schwarze Reiterstiefel an, die auf mich irgendwie schwul wirkten *g*. Allesamt cool gestylt mit Frisuren, die an The 69 Eyes erinnern, und schwarzen Rockerklamotten, klampften und trommelten die Jungs ihre Mischung aus Rock/Metal/Gothic/Industrial in voller Härte, die man auf den beiden Alben im Vergleich dazu nur gemässigt mitbekommt. Mr. Fly an der schrammelnden Gitarre und Ex-Keyboarder Dave Snow am Bass standen Mikki im Posing nicht nach, und Rico h beherrschte seine Drums wie immer gekonnt. Zum Glück spielt Dave Snow nicht so lasch und träge, wie seine Ansagen an diesem Abend rübergekommen sind (die sollte er entweder mehr üben oder sie sein lassen), sondern hat seinen Bass gut im Griff. Der Dauerbrenner DEVIL IN A GUCCI DRESS machte eben so Laune wie das mit krachenden Gitarrenriffs präsentierte COCAINE, aber auch NIGHTMARE ON ELM STREET, PROTECT ME, SAVE ME THE LAST WALTZ oder EVIL FLY kamen gut an.
Dass
Songs mit einfachen Texen zum Thema Sex immer noch am Besten
funktionieren, bewiesen Stoneman auch im Wenk wieder mal mit „Wer Ficken
Will“. Kaum jemand sang und gröhlte nicht mit, nahezu alle tanzen mit,
und die Stimmung hätte nicht besser sein können. Als sich Stoneman
verabschiedeten, erklangen sofort zahlreiche und lautstarke
Oooh-o-ooooh-oooo-oh-Rufe, die die 4 Jungs bereits nach 20 Sekunden wieder
erscheinen liessen, um noch die Zugaben HOW TO SPELL HERION und ATOMIC
HOLOCAUST zum Besten zu geben. Es war durchaus ein druckvoller und
mitreissender Auftritt von einer Stunde, der Spass machte. Und Stoneman
haben einmal mehr bewiesen, dass sie sich bemühen, die grössten
Dauergrinser-Rockstars auf Erden zu werden. Nahezu pünktlich zu Mitternacht erklommen Mephistosystem aus St.Gallen die Bühne und eröffneten Ihre Show mit I TAKE A PILL und NO LOOKING BACK. Leider hatten scheinbar die Probleme im Vorfeld bzgl. dem Mischpult nicht komplett behoben werden können, denn schnell hörte man, dass zwar Gitarre und Bass klar durch die Lautsprecher wummerten, aber Keyboard und die Synthies total untergingen. Was sehr schade war, denn eigentlich macht gerade die Mischung aus Saiten und Tasten den Sound von Mephistosystem aus, die sich dem Industrial-Rock verschrieben haben. So klangen die Songs mehr wie guter amerikanischer Alternative, was ja prinzipiell nicht negativ ist, aber eben nicht der eigentliche Stil der Band.
So
war vor allem Sänger und Songwriter Abele Franzé
anzusehen, dass er unzufrieden mit der Show war, und das übertrug sich
dann zum Teil auch aufs Publikum. Dennoch haben Mephistosystem
tolle Songs auf Lager, wie BLANK-FACED, FOLLOW MYSELF, THE NUMBER I GET
oder YOU aus dem oftmals gelobten Album ENDLESS CRAWL von 2006. Mein Fazit
ist, dass ich sicher zu einem der nächsten Konzerte der sympathischen
Schweizer gehen werde, um ihre Songs so zu hören, wie sie technisch
gesehen auch klingen sollen. (Kassandra) - Forum |
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