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THE BEAUTY OF GEMINA |
16.03.2007, X-Tra, CH-Zürich |
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Eine gewisse Nervosität war den Mitgliedern von THE BEAUTY OF GEMINA, kurz TBOG, in den Wochen vor dem Konzert anzumerken. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass das erste Album "Diary Of A Lost" im Januar 2007 veröffentlicht wurde und es das erste Konzert von TBOG war. Michael Sele (Vocals, Keyboards), Martin Lucio (Bass) und Mac Vincens (Drums) haben zwar bereits bei NUUK zusammen gespielt, aber das erste gemeinsame Album mit neuer Band vorzustellen, ist dann doch was anderes. Ausserdem sind TBOG Perfektionisten, die nicht mal schnell auf der Bühne ihre Songs runterschrammeln, sondern eine gute Performance bringen wollen. Ihr erster Silberling "Diary Of A Lost" wurde in den einschlägigen Magazinen durchaus gut bewertet und gefiel auch ASP, so dass das Schweizer Industrial/Electro-Trio in den kommenden Wochen als Support für den Schwarzen Schmetterling die Bühne aufwärmen darf. Bevor es aber soweit ist, kam erst die Feuertaufe im X-Tra, einem der bekanntesten Party- und Konzert-Clubs Zürichs. Jede Menge bekannter Gesichter aus der Schweizer Gothic/Electro-Szene waren ebenso zu sehen wie Leute, die optisch nicht der Szene angehören, aber diese Art Musik gerne hören, was ein gut gemischtes Publikum ergab. Sogar extra aus München angereist waren u.a. zwei Damen von Schatten TV, um die Live-Premiere von TBOG zu filmen. Es werden in Kürze daher auch 2-3 Songs des Konzerts auf www.schatten.tv zu sehen sein.
Als das Intro um 22.40 Uhr startete, war das X-Tra mit rund 500 Personen gut gefüllt. Schliesslich fiel der weisse Vorhang, auf den eine öde Landschaft - die Suicide Landscape - und dann das graphisch sehr schön gestaltete Gemina-G projeziert waren, und los ging es mit "Kingdoms of Cancer", "Nevertime" und "Trapped". Ungewohnt war der vierte Mann auf der Bühne. Die dreiköpfige Band hat nämlich zur Vervollständigung des Live Line-ups den Gitarristen Dennis Mungo verpflichtet, der nicht nur klassische Gitarre, sondern am American Institute of Music auch Rockgitarre studiert hat. Seine Erfahrungen im Heavy Metal, Hardrock und Progressive Metal sollen den elektronischen TBOG-Sound mit Rock-Elementen fusionieren. Die Stimme Michael Seles war leider etwas zu leise während den ersten Songs, aber spätestens als das Lautstärkenverhältnis optimiert war und TBOG das ohrwurmverdächtige "Monsters in me" anstimmten, war es mit blossem Herumstehen vorbei. Es wurde getanzt, mitgesungen oder wenigstens im Takt mitgewippt, und es war erkennbar, dass die Fans zum Teil die Songtexte auswendig wussten. Dann wurde die Bühne plötzlich abgedunkelt, während weiter eine TBOG-typische Melodie lief. Stühle und ein Piano-Keyboard wurden auf die Bühne gebracht, während Mac, Martin und Dennis verschwanden. Statt dessen betraten vier am Konservatorium klassisch ausgebildete Musiker das Podium und stimmen die Ballade "Forgiveness" an. Diese war so gefühlvoll vorgetragen von Michael und den Gastmusikern, dass am Ende lautstarke und begeisterte Beifallsbekundungen erklangen.
Danach ging es mit der eigentlichen Besetzung weiter und das Publikum wurde in das Schattenland entführt, wo die Landschaft suizidgefährdend wirkt. Da das eingängige "Suicide Landscape" vielen Leuten bereits von diversen Gothic/Electronic Parties in Zürich bekannt war, wurde auch dieser Song extrem gut entgegen genommen. Dazu gelungen umgesetzt waren die Ausschnitte aus dem Video zum Song, die auf einer grossen Leinwand hinter der Band gezeigt wurden. Schliesslich folgten noch "One Step to heaven", "Victims of love" und der Abtanzer "Hunters". Das Konzept, das ganze Album am Stück zu vertonen, wurde komplettiert durch "Fight song", "Isle of desire" sowie "Lovehate". Das Instrumentalstück "La reve de l’infidèle", das den Abschluss des Albums "Diary Of A Lost" bildet, beendete auch das Konzert und geleitete die Band von der Bühne.
Musikalisch
und visuell war der Auftritt von TBOG absolut gelungen. Ein kleines ABER
am Schluss möchte ich dennoch anbringen. Es ist schade, wenn eine
Schweizer Band die zu wenigen Ansagen, die sie machen, auch noch in
Englisch bringen. Das wirkt schnell mal arrogant und unnahbar, also
warum nicht in Schweizerdeutsch oder wenigstens Hochdeutsch? Es waren so
viel Leute im Publikum, die die Band kennt, da hätten sie sich auch
offiziell von der Bühne herab bei den Leuten für deren Support
bedanken und ihre Freude über den Auftritt Kund tun können, nicht nur
in ein paar Einzelgesprächen anschliessend beim Merchandising Stand.
Solche Kleinigkeiten lassen sich aber leicht ändern, nicht wahr, TBOG? |
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