ANTHRAX

26.04.2006, Rohstofflager, Zuerich

Meine Erinnerungen an das hammermaessige Konzert anlaesslich der AMONG THE LIVING Tour 87 im Volkshaus sind immer noch einigermassen „frisch“. Allerdings erschreckend, dass das schon so lange her ist. Ich hab Anthrax seither noch zweimal gesehen, doch das ist auch schon 18 Jahre her. Nun, heute Abend wuerde ich die Band endlich mal wieder live sehen.

Mit der Rueckkehr von Joey Belladonna und Daniel Spitz ist jetzt wieder das Erfolgs Line-up der 80ziger Jahre zusammen. Das Warum hat Scott Ian kurz mit einem Satz erklaert – „ Wir haben gemerkt, dass es noch einige unerledigte Dinge zu tun gibt.“

Die Halle war erstaunlicherweise nicht ausverkauft. Zum Glueck, den diese Location ist sowieso Scheisse, und wenn’s voll ist, erst recht. So tummelten sich etwa 700 Leute in der Halle, was es ertraeglicher machte. Anthrax donnerten gleich mit AMONG THE LIVING los. Das Publikum reagierte sofort enthusiastisch, auch wenn es anfaenglich etwas traege agierte. Die Band rockte, als haette es die Pause für dieses Line-Up nie gegeben. Joey Belladonna bewies seine Faehigkeiten als Fontmann und nach einer halben Stunde hatte er die Halle in seiner Hand. Wie bereits auf dem GREATER OF TWO EVILS Album haben Anthrax ihren Klassikern ein moderneres Soundgewand verpasst, ohne aber deren Identitaet zu verwaessern. Und dass es solange her war, dass ich die Band live gesehen hatte, war auch egal, denn der  Abend wurde zu einer kleinen Zeitreise. Der „neuste“ Song GOT THE TIME hat auch schon 16 Jahre auf dem Buckel.

Der groessten Teil der Songs stammte aus der AMONG THE LIVING Phase, heissa, bin ich wieder 18 oder was? In Verlaufe des Gigs steigerte sich die Band in einen wahren Spielrausch. Charlie Benante’s Doublebass Attacken beeindruckten immer noch, Frank Bello war unermuedlich auf der Buehne unterwegs,  Daniel Spitz stoisch in der Bühnenmitte stehend, feuerte seine Solis ab und Scott „Not“ Ian hielt mit seinem kompakten Riffing alles zusammen.

Der Sound war fuer diese Halle erstaunlich fett und transparent. Das Best of Programm brachte uns unter anderem die Perlen wie INDIANS, METAL THRASHING MAD, A.I.R., BE ALL END ALL, ANTISOCIAL, N.F.L. oder CAUGHT IN A MOSH und als grandiose Schlussnummer I’ AM THE LAW.

Und was gibt es zu Meckern? Nun, die Show war mit grosszuegig gerechneten 85 Min zu kurz und sie haben MADHOUSE nicht gespielt. Scott verabschiedete die Band mit der Ansage fuer ein neues Album und einer folgenden Tour. Wir duerfen gespannt sein.

 (Scari) - talk about

 


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