| DURAN DURAN X-Age |
02.06.2005, Maag Music Hall, Zuerich (CH) |
| Am
Donnerstag, 02.06.2005, war es soweit: DURAN DURAN endlich wieder in der
Schweiz und das in Original-Besetzung! Haben die Jungs eigentlich
schon mal in Original-Besetzung in der Schweiz gespielt? Ich weiss es
nicht... Die letzten beiden Shows waren jedenfalls 1989 (Leysin Rock
Festival) und 1993 (als Vorband von Prince) aber damals warens ja
nicht die "original five". Man sieht, die Band hatte sich in
der Vergangenheit rar gemacht und auch sonst scheint die Schweiz kein
allzu gutes Pflaster fuer die ehemaligen New Romantics zu sein, denn die
Charts knacken sie hier leider nur noch selten. Doch an diesem Abend war
die Maag Music Hall in Zuerich ziemlich gut besucht und es reichte
beinahe fuer ein "ausverkauft". Ueber die Tatsache, das die
MusicHall "nur" ca. 2500 Leute fasst, huellen wir hier mal den
Mantel des Schweigens, denn im Vergleich zum Rest der DD-Tour wars
hier in Zuerich wohl eine der kleineren Hallen auf Ihrer Tour und
trotz aller Fan-Liebe.. sind wir doch mal ehrlich: Es ist eine Schande,
das ein Act mit solch einer History nicht mehr als 2500 Leute zieht in
der Schweiz...
Das Vorprogramm an diesem Abend bestritten X-AGE, die Schweizer Band mit Stephanie Berger am Mikro. Da ich leider erst um 21 Uhr die Halle betrat, hab ich die Vorband leider verpasst, doch freundlicherweise haben X-AGE exklusiv fuer uns einen kleinen Bericht dieses Abends beziehungsweise Ihrer Show verfasst sozusagen aus Ihrer Sicht der Dinge. Der Exklusiv-Bericht von X-AGE folgt gleich im Anschluss an den Show-Bericht von DURAN DURAN... DURAN DURAN legten los mit ihrer Comeback-Single (REACH UP FOR THE) SUNRISE, gefolgt vom Klassiker HUNGRY LIKE THE WOLF. Leider musste man schnell feststellen, das die Akustik in der Maag Music Hall nicht die allerbeste ist/war ich sag dazu nur eins: Mikro uebersteuert und "Hall". Da die Music Hall jedoch nicht gerade bekannt ist fuer glasklare Live-Konzerte und die Probleme soweit bekannt sind, druecke ich da gerne ein Auge zu, denn die Hallen-abhaengige Sound-Qualitaet konnte der Stimmung an diesem Abend nicht viel anhaben. Die Band zeigte sich hungrig und frisch und das Publikum ging von Beginn an gut mit. Leider war aufgrund der Buehnengroesse nicht viel Schnick-Schnack zu erwarten. Die Buehnendeko tendierte also gegen null und auch Displays und andere Spielereien suchte man vergebens. Somit reduzierte sich also alles auf das noetigste: Eine Buehne, eine Band und eine energiegeladene Show.
Nach PLANET EARTH und UNION OF THE SNAKE folgte der zweite Auszug aus dem neuen Album: ASTRONAUT, der Song, der in den USA als naechste Single ausgekoppelt wird. Soweit so gut... der Start an diesem Abend war mehr als geglueckt und die Band bot mit den ersten 4 Songs eine knackige Rock/Pop-Show ohne Durchhaenger, welche die Massen zuenftig anstachelte. Als erste Verschnaufpause kamen dann COME UNDONE (1993) und das tolle WHAT HAPPENS TOMORROW (aktuelle Single), bevor mit THE REFLEX wieder tief in die Klassiker-Kiste gegriffen wurde. Nach dem Instrumental TIGER TIGER, welches Saenger Simon Le Bon nutzte um seine Stimme etwas zu schonen, kommt dieser mit Chauffeur-Muetze auf die Buehne zurueck um, wer haette es gedacht, THE CHAUFFEUR anzustimmen. Es faellt auf, das DURAN DURAN auf der Buehne durchaus rocken koennen und die Songs live eine haertere Note erfahren als auf den (teilweise) doch etwas ueberproduzierten, glattgebuegelten Alben. Etwa ab diesem Zeitpunkt hatte ich das Gefuehl, dass das Publikum nicht mehr ganz so enthusiastisch mitging, was keineswegs an der Qualitaet der dargebotenen Songs oder der Show lag, sondern eher an der Tatsache, das die Band gerade im Mittelteil des Abends vermehrt ruhige Songs praesentierte oder waren die meisten bereits hier zu sehr ausgepowert? So folgen nach dem James Bond-Klassiker A VIEW TO A KILL (wo Simon Le Bon tatsaechlich eine Textzeile vergass; hats jemand gemerkt?), der 1993er-Hit ORDINARY WORLD, gefolgt vom wunderschoenen SAVE A PRAYER. Auch wenn ich persoenlich froh bin, das die Band wieder im Original-Line-Up am Start ist, so muss ich hier doch anmerken, das bei ORDINARY WORLD ex-Gitarrero Warren Cucurullo einen besseren, weil gefuehlvolleren Job gemacht hat ohne jetzt Andy Taylor zu sehr ans Bein pinkeln zu wollen, denn der Mann hat an diesem Abend alles gegeben und eine geile Rock-Gitarre an den Tag gelegt!
TASTE THE SUMMER vom aktuellen Album passte gut in diesen wunderschoenen, warmen Sommerabend und kam live noch ein bisschen besser als auf Platte, bevor mit NOTORIOUS mein persoenliches Highlight folgte. DURAN DURAN groovten wie Sau, legten eine ausserordentliche Spielfreude an den Tag, kombinierten das ganze mit WE ARE FAMILY und verstroemten mit diesem Track Party-Stimmung pur! Ich haette nie gedacht, dass ausgerechnet das funkige NOTORIOUS, welches auf Platte zwar funky aber doch etwas zahm daherkommt, in der Live-Version so abgeht! Nach NICE (kommt live auch ziemlich gut) und CARELESS MEMORIES (wo die Duranies beinahe zur Hardrock-Band mutieren und Andy Taylor nebenbei noch eine Gitarren-Saite riss) folgte als Rauschmeisser das unvermeidliche, aber kurzweilige WILD BOYS. Die Lichter gingen aus und die Jungs verschwanden von der Buehne, doch natuerlich kamen sie bald wieder fuer einen kurzen Zugabenteil in Form von GIRLS ON FILM und RIO. Der Mittelteil des ersten Tracks wurde genutzt, um die Band vorzustellen. Saenger Simon Le Bon gab sich publikumsnah und scherzte ohne Ende beim vorstellen der Musiker und Bandmitglieder. Leider verstand man aufgrund der nicht ganz optimalen Technik/Hallenverhaeltnisse nur einen geringen Teil seiner Plauderei und Scherzerei, speziell wenn man nicht grad direkt in der ersten Reihe vor der Buehne stand, wodurch sich die ganze Bandvorstellung etwas arg in die Laenge zog und leider teilweise sogar etwas langweilte. Haette man mehr verstanden, waere dieser Teil durchaus kurzweiliger und amuesanter gewesen... Dieses "Problem" schien jedoch davon abzuhaengen, an welchem Ort man sich in der Halle befand. Als Abschluss der Bandvorstellung stieg Simon zum Publikum hinunter und streckte einer Zuschauerin das Mikro hin, mit der Bitte, sie moege doch ihn abschliessend auch noch vorstellen. Ich habe keine Ahnung, was da genau abgelaufen ist, da ich nicht direkt nebendran stand und wie gesagt, leider verstand man die Haelfte der Worte nicht, jedoch schien es da einige Probleme zu geben. Keine Ahnung, ob die Dame den Saenger nicht kannte oder sich einfach nur zierte, jedenfalls dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis man endlich ueber das Mikro eine weibliche Stimme schreien hoerte: "Simon Leeee Boon". Anmerkung: Wie ich nachtraeglich einen Tag spaeter von einer Zuschauerin erfuhr, hatte Simon Le Bon nach einer Dame gesucht, welche die vierte Landessprache der Schweiz spricht ("Rumantsch"). Verstaendlicherweise wurde er nicht sofort fuendig, wodurch sich das Ganze etwas in die Laenge zog... und einige von uns, welche eben nicht akustisch optimal platziert waren, kriegten davon natuerlich nix mit, was denn da nun genau los war... Dann gabs als Abschluss noch RIO und kurz nach 23 Uhr stroemten die Menschen in die laue Juni-Nacht hinaus. Wie bereits erwaehnt, spruehte die Band vor Spielfreude. Waehrend Drummer Roger Taylor und Keyboarder Nick Rhodes eher das ruhige, aber solide Fundament im hinteren Teil der Buehne darstellten, sorgten die anderen drei vorne fuer die Show. Bassist John Taylor (sieht immer mehr aus wie der typische, schlacksige Brite) strahlte oftmals wie ein Honigkuchenpferd und man sah ihm die Freude regelrecht an, waehrend auf der anderen Seite Gitarrist Andy Taylor sich in Posen schmiss und seine Gitarre dreschte, stilvoll mit einem hohen Zigaretten-Verbrauch an diesem Abend und eindrucksvollem headbanging waehrend der zwei Stunden. Zuletzt haetten wir da noch Saenger Simon Le Bon, der sowohl koeperlich wie auch stimmlich ziemlich gut in Form war. Sein Stage-Acting war durchaus als Mischung zwischen "cool" und "locker" zu bezeichnen. Auffallend auch, das er ca. ab NOTORIOUS immer plauderfreudiger und lockerer wurde und auch die Sache mit den Smarties, die ein enthusiastischer Fan auf die Buehne schmiss, mit einem scherzenden Spruch auf den Lippen aufnahm. Im Grossen und Ganzen war es ein toller Abend und die Band hat gezeigt, das sie von einer "Altherren-Show" noch meilenweit entfernt ist. Die Tatsache, das auf der eher kleineren Buehne keine Gimmicks verwendet werden konnten, zeigte, das DURAN DURAN eine fantastische Live-Band sind die durchaus auch ohne optische Dekos etc. ueberzeugen koennen. Dieser Abend hat auch gezeigt, das DURAN DURAN kein Relikt aus den 80ern ist, welches nochmals abzusahnen versucht, sondern eine Band deren Klassiker auch heute noch funktionieren, ohne sich alleinig darauf zu beziehen die Band spielte 5 Stuecke vom neuen, aktuellen Album ASTRONAUT, welche sich perfekt in das positive Gesamtbild einreihten. Die negativen Punkte lassen sich locker an einer Hand abzaehlen. Erstens vielleicht die Tatsache, das verhaeltnismaessig viele ruhige Songs im Set waren und dadurch die aufgekratzte Stimmung im Publikum nicht immer aufrecht erhalten werden konnte, dann die Soundqualitaet der Maag Music Hall, die leider besonders im Gesangs-Bereich nicht immer top war (wie gesagt, teils uebersteuert, teils hall) und dann die etwas langatmige Vorstellungs-Sequenz, die darunter litt, weil viele eben nicht alles verstanden, was Saenger Simon Le Bon so erzaehlte. Ich moechte hier zu meiner Ehrrettung doch noch anmerken, das mein englisch sooo schlecht nicht ist und wir eine kleine Gruppe von Leuten waren und keiner von uns kriegte von der Plauderei richtig was mit es kann also nicht alleine an mir gelegen haben J Doch grundsaetzlich war es ein tolles Konzert einer tollen Band und einem tollen Publikum. Ich musste jetzt 12 Jahre warten um die Band endlich wieder mal live sehen zu koennen und fuer mich war es das erste mal, DURAN DURAN in Original-Besetzung zu sehen und wurde absolut nicht enttaeuscht! (Ralph) Wie eingangs bereits erwaehnt, folgt nun noch ein kurzer Bericht von der Band X-AGE, welche das Vorprogramm bestreiten durfte an diesem Abend. Here they are: "Natuerlich haben wir in den letzten 2 Jahren an all den Konzerten einiges erlebt und trotzdem war es fuer uns am 02. Juni ein besonderes Gefuehl als wir um 16.00 Uhr in der Maag Eventhall in Zuerich eintrafen. Die Crew von Duran Duran war eben mit dem Buehnenaufbau beschaeftigt und die Produktion war wirklich gross! Nachdem wir uns bei Promoter und Stage-Manager ueber den zeitlichen Ablauf informiert hatten, stellen wir unsere Backline bereit und harrten der Dinge die da kommen sollten. Das ganze sah recht witzig aus wir mit unseren 2 Gitarren- resp. Bass-Amps und Sandros Schlagzeug und daneben die tonnenschweren Flight-Cases, PA-Tuerme, Ampstacks und Lichttraversen des Mainacts;-) Um halb sieben war es dann soweit: wir konnten unsere Backline auf die Buehne stellen und nachdem ein Problem mit der Stromzufuhr geloest war (die ganze PA hatte amerikanische Normen wer denkt denn an so was!!;-) herzlichen Dank fuer die tolle Hilfe, Chris!!) konnten wir einen kurzen Soundcheck machen. Die Crew von Duran Duran (Monitor-/ Front-of-House-Mischer) waren extrem professionell und kooperativ und innert Kuerze hatte jeder von unserer Band alles was er benoetigte auf dem Monitor. Very cool thank you guys!!! Nach der Tueroeffnung um sieben Uhr fuellte sich die Halle schnell und Punkt Acht Uhr startete Mauri mit dem Intro von "If I had known". Natuerlich waren wir super motiviert und freuten uns auf den Gig und schon der erste Song knallte auf der Buehne ab. Die ganze Band war in Hochform und wir hatten richtig Freude auf dieser Stage vor 2500 Leuten abzudruecken. Das Publikum schien ebenfalls Gefallen zu finden und nach anfaenglich warmem Applaus wurde die Stimmung waehrend des Sets noch besser. Die 40 Minuten vergingen wie im Flug und nach unserem letzten Song 1, 2, 3, 4 verliessen wir unter Applaus die Buehne. Another Highlight!! Nach der Show sahen wir nur zufriedene Gesichter und wir selbst waren auch happy . Am CD-Stand im Foyer signierten wir unmittelbar nach dem Konzert CDs und unterhielten uns mit den Fans und danach liessen wir es uns natuerlich nicht nehmen, dass Duran Duran-Konzert reinzuziehen. Die Band hat ja auch genug legendaere Hits auf Lager und in Simon Le Bon einen immer noch aeusserst charismatischen Saenger! Es war ein toller Auftritt und die Fans schwelgten im Sound der good old Eighties. Wir danken an dieser Stelle dem Promoter Free & Virgin (thanks Stefan!) dass sie uns engagiert haben. Es war ein weiteres Highlight in unserer bisherigen Bandgeschicht! Juhui!" |
|