| BILLY IDOL |
03.12.2005, Maag Event Hall, Zuerich (CH) |
|
Die
Vorzeichen fuer ein gutes Konzert standen gut. Die neue Platte von Billy
Idol rockt wie Sau, Saitenhexer Steve Stevens ist zurueck an Bord und
der Gig war im Nu ausverkauft. Der Maag Event Hall in Zuerich eilt
allerdings ein eher zweifelhafter Ruf als Konzertlocation voraus.
Miserable Akustik und Saeulen in der Hallenmitte sind nicht unbedingt
ideale Bedingungen fuer eine Rock’n Roll Party. Ohne
Vorband beginnt der Gig ziemlich puenktlich kurz nach 20 Uhr. Das
Publikum, meist im Alter zwischen 30 und 40, jubelt und johlt laut, als
die Band die abgedunkelte Buehne betritt. Der Funke springt sofort vom
Publikum zur Band ueber und mit einem fetten Grinsen im Gesicht startet
Billy Idol mit SUPER OVERDRIVE von der aktuellen Scheibe DEVIL’S
PLAYGROUND die Show. Der Sound ist allerdings zu Beginn nicht
ueberzeugend. Der Gesang und die Gitarre haben gegen das Schlagzeug
keine Chance. Doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Das Volk ist
zeitweise lauter als die Musik und so gibt der Mann am Mischpult langsam
aber sicher immer mehr Gas. Mit
einer Mischung aus neuen Songs und Hits rockt sich die Band durchs Set.
Und die Halle geht mit. Egal ob alt oder neu, der Jubel ist
ohrenbetaeubend. Neben Billy Idol ist Gitarrengott Steve Stevens der
zweite Star des Abends. Er bekommt neben den Solos einen laengeren
Solospot. Dort beweist er, dass Rockgitarre auch mit Flamenco wunderbar
zusammengeht. Flamenco war und ist denn auch Mr. Stevens zweite grosse
musikalische Liebe. Aber auch der Rest der Band ist in hervorragender
Spiellaune, die Jungs haben Fun auf der Buehne. Dieser Austausch von
Spass und Energie zwischen Musiker und dem Publikum ist waehrend des
gesamten Gigs spuerbar. Die
Setliste des Abends ist recht schnell erklaert. Man nehme das
Best of Album und die aktuelle CD, mische das Ganze, ergaenze es
mit zwei Generation X Songs und fertig ist der perfekte Mix. Immer wenn
man glaubt, jetzt sind alle Hits durch, zieht Billy dann noch einen aus
dem Aermel. Es wird einem wieder bewusst, wie viele Hits er schon hatte. Billy
Idol feierte in diesen Tage seinen 50. Geburtstag. Der Mann ist aber
immer noch - oder wieder - in blendender Form. Bis mit REBEL YELL das
regulaere Set zu Ende geht, hat Billy beinahe 2 Stunden abgerockt. Im
Zugaben Set darf auch der eigentlich unsaegliche Song YELLING AT THE
X-MAS TREE natuerlich nicht fehlen, schliesslich ist es bald
Weihnachten. Das Konzert wird abgeschlossen mit einer fast 15 Minuten
Monster-Jam Version von MONY MONY, in dessen Verlauf der Drummer zum
zweiten Gitarristen wird und sich ein etwa 5 minuetiges Duell mit Mr.
Stevens liefert. Der Drumroadie erledigt inzwischen den Drumjob. Doch
nicht genug Gitarren, auch Mr. Idol greift in die Saiten und drueckt ein
kurzen Solo ab. Die Armada der Gitarren wird vom Keyboarder
komplettiert, der die 4. Stimme im Chor der Sechssaiter uebernimmt. Nach 2 Stunden und 20 Minuten ist ein hervorragendes Konzert zu Ende. Die Band war bester Laune und hat sich vom begeisterten Publikum zu Recht feiern lassen. Steve Stevens ist ein genialer Gitarrist, der das auch noch cool rueberbringt und wie Billy Idol so lange von der Buehne wegbleiben konnte ist mir ein Raetsel, der Mann ist eine Rampensau. Aber seien wir beruhigt, 2007 kommt eine neues Album und eine Tour, hat uns Billy zum Abschied noch mit auf dem Heimweg mitgegeben. Ich bin jedenfalls froh, dass ich, wenn auch auf dem Schwarzmarkt, noch zu einem Ticket für dieses geile Konzert gekommen bin. (Scari) - talk about |
|