EFEAR FACTORY

"Um mit Musik und im Business zu Überleben, musst du am Ball bleiben!"

Interview mit Dino und Burton (Guitars, Vocals)

 

 

www.fearfactory.com

 

 

Willkommen zurück und schön dich zu treffen.

D: Danke schön!

Du bist ja nun das neueste und gleichzeitig eins der Gründungsmitglieder… wie fühlt sich das für dich an?

B: Oh, wenn du das so aufziehst, kann s schwierig werden.

D: (lacht): Es fühlt sich gut an! Ich bin glücklich wieder zu jamen, die alten Songs und auch die neuen. Die Band ist happy Wir sind ein gutes Line-Up.

Was hast du gemacht, als du nicht bei FEAR FACTORY warst?

D: (lacht) Ich hab geweint, die ganze Zeit. Nein, ich war sehr beschäftigt. Ich hatte eine andere Band und war viel mit ihr auf Tour durch Südamerika. Dann war ich bei den Roadrunner Allstars, das war 2005, mit denen eine CD rausgebracht wurde, dann hab ich noch zwei CDs rausgebracht mit DIVINE HERESY und noch eine mit ASESINO, Bands, die ich noch habe. Also, man kann sagen, ich war gut beschäftgt.

B: Jeder von uns hat noch andere Projekte und Bands. Wir haben Musik als unsere Karriere gewählt, und um mit Musik und im Business zu überleben musst du am Ball bleiben!

Wie wichtig sind für euch CD-Kritiken? Lest ihr die überhaupt?

D: Ich lese so viele wie ich kann. 99 Prozent waren ziemlich positiv über das neue Album. Natürlich gibt es auch immer welche, die es hassen. Aber so ist das nun mal. Warum willst du das wissen?

Weil viele Künstler die nicht lesen und es ihnen egal ist …

D: Ich lese so viel ich kann, wie gesagt.

Habt ihr jeden Abend die gleiche Setliste?

D: Wir wechseln die während der Tour. Bei dieser Tour haben wir 1 Stunde und 40 Minuten zu spielen und die Setliste beinhaltet viele Klassiker und natürlich viel Neues. Viele Leute werden glücklich sein, all die alten Sachen wieder zu hören. Also, es hängt davon ab, wie viel Zeit wir jeweils bekommen zu spielen. Wenn wir Headliner sind haben wir 1:45 Stunde, wenn nicht, haben wir evtl. nur eine Stunde, also hängt es davon ab.

Öhmmm… (ich suche nach der nächsten Frage)

D: Wir beantworten die Frage: Öhm (lacht)

Es ist nicht euer erstes Konzert hier in Deutschland?

D: Nein, wir waren schon oft hier.

Ich meinte auf dieser Tour, sorry.

D: nein, es ist nicht die erste Show hier auf dieser Tour, aber es ist die letzte Show hier.

B: es ist die sechste Show hier in Deutschland.

D: man kann sagen, es ist die erste Show mit diesem Album in dieser Stadt.

Was ist das Tolle am Touren?

D: Die Stunde und 40 Minuten auf der Bühne. Das ist das Beste daran. Die negative Seite ist, das Rumsitzen, das schlechte Wetter. Es ist viel zu kalt um raus zu gehen und die Stadt an zu sehen

Wie bleibt ihr fit auf Tour?

D: Wir essen.

Burton hält mir seine ganzen Erkältungsmedikamente unter die Nase und macht auch ansonsten einen ziemlich erkälteten Eindruck.

D: Wir sind aber irgendwie schon ganz schön fit. Immerhin stehen wir eine Stunde 40 Minuten auf der Bühne und rocken. Und wir können uns glücklich schätzen, dass wir und nicht verletzen, sondern immer noch heil sind.

Und was macht ihr, wenn ihr euch nicht so toll fühlt? Wenn ihr krank seid, oder einfach nur down?

D: Wir nehmen Medizin, ruhen uns aus, soweit es geht. Besonders bei dem kalten Wetter ist man ja anfällig. Alle laufen mit einer Schnupfennase rum und wir müssen vielen Leuten die Hände schütteln.

Wir sind ja ein Webzine. Wie wichtig sind für euch Webzines neben Print, TV und Radio?

D: Nun, das Internet ist das neue Medium und wird von vielen genutzt. Wir haben ja selber eine Seite, auf der man alles nachlesen kann. Wo wir sind, was wir machen usw. Myspace, twitter und all das. Wir benutzen den Computer sogar zum Fernsehen.

B: Youtube ist unser Fernsehen.

Macht ihr Mysapce und Twitter selber oder macht das wer für euch?

B: Das machen wir nicht selber.

D: Wir haben da wen für. Sein Nick ist MANIACHO (keine Ahnung ob man das so schreibt), was MANIC auf Spanisch heißt. Der macht die ganzen Updates auf Myspace und Twitter für uns.

Lasst uns nun etwas über eure Musik sprechen. Das neue Album ist ja draußen, was könnt ihr mir über die Arbeit dazu erzählen? Oder was wollt ihr mir dazu erzählen?

B: Das Album war am schnellsten von allen geschrieben und aufgenommen. Ich glaube, es hat so ca. sechs Monate gedauert. Es war sehr aufregend, der ganze Prozess, des Schreibens, des Aufnehmens, die kreative Arbeit usw. Wir wurden inspiriert von der Energie mit all den Leuten zu arbeiten. Die Arbeit war dann einfacher als erwartet.

Seit euren Anfängen habt ihr sehr viel ausprobiert. Ihr habt mit Dark/Black Metal begonnen…

D: Eigentlich haben wir mit Industrial angefangen. Der Produzent, den wir damals gewählt haben, wollte, dass wir mehr Death Metal machen. Nach unserer EP sahen wir, ja, wir können das so machen, dass es funktioniert. Das hatte also mehr mit dem Produzenten zu tun als mit uns. Bei unserem zweiten Album hatten wir dann einen anderen Produzenten, Reese Folder, war sein Name (ich hoffe, ich hab den richtig geschrieben), und er machte es möglich, dass wir den Sound spielen konnten, den wir kreieren wollten.

Es immer noch schwierig ist euch einzuordnen. Industrial, Si-Fi-Metal, Thrash, wo seht ihr euch selber?

D: Überall dort. Von jedem etwas… FEAR FACTORY eben.

Warum sollten die Leute euer Album kaufen?

D: Weil es wirklich gut ist! (lacht) Und wir hungrig sind, wir brauchen was zu essen.

B: Es ist eine gute Platte. Und wer sich in den FEAR FACTORY Sound verliebt hat, wird es auch lieben, weil es nach FEAR FACTORY klingt. Es beinhaltet alles, was die Fans lieben, Energie, Progressive…usw.

Das Internet hat ja auch positive Seiten. Eine davon ist vielleicht, dass gute Musik zu den Leuten gelangt ohne die großen Plattenfirmen. Wie seht ihr das?

D: Nun, sicher gibt es viel gute Musik auf Myspace, Facebook und so. Aber um ein wirklich gutes Album aufzunehmen und rauszubringen braucht man den finanziellen Hintergrund eines Labels. Bands, die bekannt werden ohne Label durch Myspace z. B., die alles selber machen und organisieren, müssen viel Arbeit investieren.

Und wenn ihr an die illegalen Downloads denkt. Denkt ihr, das wird immer mehr?

D: Oh ja. Das wird immer mehr. Es ist ganz einfach. Wenn man was umsonst bekommen kann, nimmt man es, das ist ganz natürlich. Was ich aber nicht verstehe, das sind die Leute, die die Dinge ins Internet stellen und selber im Musik-Business arbeiten. Das nervt echt! Als wir „Mechanise“ an die Presse und die Magazine rausgaben, fanden wir raus, dass einer von einem großen Magazin es ins Netz stellte. Wir verstehen nicht wieso er das gemacht hat. Er schneidet sich damit nur ins eigene Fleisch. Denn er schadet der Industrie und somit am Ende auch sich selber. Dadurch ist es uns auch nur möglich Geld zu machen, wenn wir auf Tour gehen.

Ihr habt alle Familien?

B: Ja, ich bin verheiratet, er ist verheiratet und hat drei Kinder. (zeigt auf die anderen, die auch auf dem Sofa sitzen)

D: Ob wir sie vermissen? Ja, wir vermissen sie.

Wie gehen eure Familien damit um, wenn ihr so lange auf Tour seid?

B: Ich hab meine Frau auf Tour kennen gelernt. Sie weiß was ich mache. Sie will natürlich, dass es mir gut geht und ich gesund bleibe. Aber so verdiene ich mein Geld und mit so ernähre ich meine Familie. Die Zeit, die ich zu Hause verbringe ist Qualitätszeit.

Musiker brauchen es live zu spielen, oder?

B: Du musst. Denn wenn du das nicht tust, wirst du nicht überleben, außer du heißt Dave Grohl. Das ist dein Tagewerk.

Musiker brauchen es doch aber, es ist ihre Leidenschaft…

B: Das kommt darauf an. Es gibt auch welche, die nehmen nur was auf und sitzen ansonsten zu Hause. Und viele brauchen es zu Spielen, es ist in deren Blut. Man ist auch so was wie ein moderner Zigeuner, immer unterwegs.

Was würdet ihr neuen, jungen Bands raten, empfehlen, mit auf den Weg geben oder wie auch immer?

B: Du musst klug sein und brauchst einen guten Anwalt. Ja, einen guten Anwalt. Weißt du, solange du nur für dich spielst und deine Freunde um dich rum hast, ist das OK, aber sobald Geld mit ins Spiel kommt wird es zu einem Geschäft. Und dann musst du klug sein und einen guten Anwalt an deiner Seite haben!

Das ist ja mal ein etwas anderes Schlusswort, danke für das Interview.

B: Danke, Melanie!

(Interview by Melanie)


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