EAVANTASIA
„...wo der
Protagonist im zweiten Song durch den Wald läuft...”
Interview mit Tobias Sammet
April 2010

Hallo Tobias, wie geht es dir heute?
T: Gut – ich bin ein bisschen müde weil ich ganz früh aufstehen musste und wenn ich es mir aussuchen könnte würd ich nicht so früh aufstehen. Aber abgesehen davon geht es mir sehr gut, danke schön!
Wie fühlst du dich in der Schweiz?
T: Schön, hier ist es ja immer schön. Ich bin jetzt das zweite Mal in Zürich in meinem Leben – hier ist alles immer so schön relaxed, es ist nicht so hektisch, alles friedlich, schön teuer alles. Wir haben uns vorhin die ganze Zeit über die Schweiz unterhalten; wir haben über alles gesprochen, über DJ Bobo, die Kriminalitätsrate und das Tessin, abgesehen von DJ Bobo find ich alles gut in der Schweiz *lacht*. Ne, ich hab ja gar nix gegen DJ Bobo..
Nun sind ja eure zwei neuen Albums "The Wicked Symphony" und "Angel Of Babylon" erschienen – was ist das für ein Gefühl für dich?
T: In Prinzip kann ich jetzt im Moment nichts darüber sagen, weil es hat sich für mich nix geändert - also die Platten kommen raus, aber ich merks halt nicht. Es tut nicht weh, ich hab sie schon oft gehört, ich kannte sie schon, also es ist natürlich spannend, klar. Auch wenn im Prinzip gerade die Charts nicht wirklich aussagekräftig sind, weil manchmal hat man eine super Chartposition mit weniger Plattenverkäufen oder eine mittelmässige Chartposition mit sehr guten Verkäufen, das hängt immer von diversen Faktoren ab; aber ich bin ja mal gespannt wie das einschlägt und was wir gerade in Deutschland damit erreichen werden, was auch ein sehr grosser Markt ist. Und natürlich bin ich auch gespannt wie die Reaktionen der Leute sind. Es ist ein zweischneidiges Schwert, manchmal möchte ich das auch gar nicht wissen; ich für meinen Teil weiß ja, dass die Platte super ist – ich hoffe, dass sie den Fans gefällt, aber gesetzt den Fall, es gibt Fans, denen sie nicht gefällt, möchte ich das gar nicht wissen, weil ich mir nicht die Laune kaputtmachen will, weil ich weiß ja, dass sie gut sind, denn ich hab sie gemacht *lacht*.
Magst du unseren Lesern etwas über das Konzept der beiden Alben erzählen? Nach welchen Kriterien habt ihr entschieden, welche Stücke auf welche CD kommen?
T: Das ist ja eine Fortsetzung der „Scarecrow“ von 2008 und ursprünglich hatten wir 20 Songs, die standen in Rohfassung - das war ein dramaturgisches Konzept und wir haben die ersten 11 genommen und haben „Scarecrow“ veröffentlicht und haben den Rest, das halbfertige Material, auf die Seite gelegt und sagten uns: Das machen wir in Ruhe fertig wenn sich die ganze Sache etwas gesetzt hat. Dann sind wir auf Tour gegangen und haben ein neues Edguy-Album gemacht und zwischendurch immer wieder am Material gebastelt, als wir dann wieder nach dem Material gesehen haben, was wir schon hatten, haben wir dann gesagt, nur das alte Material fertigmachen, macht auch keinen Spass, bisschen was Aktuelles muss es schon haben. Wir flechten einfach Zwischenpunkte in die Story ein und die Story hat zwar eine chronologische Handlungsabfolge aber es ist nicht so, dass jetzt so pedantisch wie in einem Musical dass man nicht die Möglichkeit hatte gewisse Stellen auszudehnen oder vielleicht noch andere Aspekte der Geschichte einzuflechten. Das haben wir dann gemacht, wir haben einfach noch Sachen eingeflochten, haben weiter Material komponiert und statt dieser 9 übriggebliebenen Songs, wurden es dann 14, 15, 16, 18, 22 Songs. Da ist zwar eine Chronologie drin, die kann man nicht x-beliebig untereinander tauschen, weil es schon Sinn macht, aber es ist nicht wie bei einem klassischen Musical, dass jetzt jeder Song die anderen Songs braucht um zu funktionieren - jeder Song kann für sich alleine stehen. Es war wirklich so, dass die Songs wirklich in dieser Reihenfolge stehen sollen und dass man nicht einfach so sagen konnte: Ach, wir brauchen noch einen schnellen Song, nehmen wir Track 7 vom ersten Album und packen diesen aufs zweite. Ich finde es aber doch erstaunlich wie im Nachhinein alles passt, es hören sich beide Alben einfach so durch und man hat das Gefühl, da ist eine Dramaturgie drin, aber die ergibt sich nur durch die Story und wenn jemand keinen Bock hat die Story zu lesen kann er einfach die Songs hören und dann funktioniert es auch. Es ist Glück oder Zufall aber es funktioniert auf jeden Fall.
Ich hab mir die zwei Alben angehört und hatte beim Durchhören das Gefühl, dass alles zusammenpasst .
T: Das ist genau das, was ich meinte. Ist eigentlich schon Zufall, dass so etwas wirklich passiert, dass du halt einfach ne Story hast. Klar, dadurch, dass es nicht so pedantisch ist, ist es jetzt nicht eine Erzählung wie bei einem Hörspiel wo beim zweiten Song der Protagonist durch den Wald läuft und beim dritten beim Hexenhäuschen ankommt, so ist es natürlich nicht, aber es musste schon eine gewisse Dramaturgie drin sein, du hättest natürlich die Möglichkeit gehabt mal den Song 8 mit dem Song 7 zu tauschen an manchen Stellen - vielleicht dass du mal Songs minimal veränderst, weil es ja nicht so pedantisch ist, weil das ganze Konzept abstrakt gehalten ist. Aber so richtig drin rumpfuschen konnte man nicht in der Reihenfolge und deshalb bin ich froh, weil ich seh es ähnlich wie du, dass man die Alben durchhört und sagt, doch, es passt alles.
Die beiden neuen Alben beinhalten ja wieder viele Gastmusiker. Wie war die Zusammenarbeit zwischen euch allen und hattest du einen Gastmusiker, den du besonders toll fandest?
T: Ich möchte keinen rausheben, aber es ist ja klar, mit einigen davon hab ich schon seit Ewigkeiten gearbeitet, da sollte ich eigentlich doppelt so dankbar sein, dass sie mich schon so lange aushalten und immer wieder mit mir arbeiten. Aber natürlich war es was Besonderes mit Klaus Meine zu arbeiten. Ich bin ein grosser KISS-Fan, Ripper Owens als Judas Priest Sänger das ist geil und ich bin dankbar dafür, dass jeder einzelne mitgemacht hat, aber mit Klaus Meine, hab ich ihn halt gefragt nachdem Rudolf Schenker auf der letzten mitgemacht hatte und wir ein paar Festivals zusammen gespielt hatten, mit den Scorpions mit Edguy; und ja er hat gesagt: „Ja, schick mal den Song!“ und hat sich das angehört und meinte, ja mach ich, das ist OK. Da sag ich doch nicht nein! *lacht* Und es ist schon geil wenn man im Studio steht und es ist da jemand wie Klaus neben einem und singt den Song ein, den man sich ausgedacht hat und er macht den Mund auf und du hörst genau, das ist die Stimme die „Blackout“ gesungen hat und „Rock you like a Hurricane“, „Big City Nights“ das war doch ziemlich cool, dass er das macht. Ich find das Resultat ist auch tierisch geworden, weil, ich hab auch unbewusst, obwohl der Song schon geschrieben war bevor dass Klaus zusagt hatte, ist es vor allem auch durch die Melodie ein typischer Scorpions-Song geworden und zwar so, wie ich sie mir vorstelle. Das war schon etwas Besonders. Man merkt es auch an dem Feedback, dass viele Leute nach Klaus fragen und wissen wollen: Wie hast du das hingekriegt ? Oder was für ein Verhältnis hast du zu den Scorpions? Ich glaube es ist auch für die Leute etwas Besonderes. Er ist ja nicht aus unserer Szene, dieser typischen Powermetal-Szene, auch wenn ich das Wort Powermetal gruselig finde, denn das impliziert ein doofes Schubladendenken – Klaus ist halt ein Rockstar, ein richtiger, nicht so ein Semi wie wir anderen sonst.
Auch das Lied „Dying for an Angel“ tönt wirklich wie in den 80er Jahren, beim anhören hatte ich das typische 80er Feeling.
T: Es ist ne ziemlich schöne Hymne, es hat so was.Normalerweise sag ich das auch nicht gerne, aber der grösste Vorwurf der Leute an mich ist: Es klingt nach Bon Jovi! Immer wenn die Leute etwas in meiner Karriere Scheisse fanden heisst es: Das klingt wie Bon Jovi, also ich hab schon langsam das Gefühl Bon Jovi ist irgendwie ein Schimpfwort in der Metalszene – ich find Bon Jovi super. Aber für viele Leute scheint er der Osama Bin-Laden der Metalszene darzustellen – ich find Bon Jovi super und gerade die ersten 4 Platten find ich gigantisch. „Living on a Prayer“ ist zusammen mit „Poison“ von Alice Cooper meine beiden Lieblingsrockhymnen, ich will mir nicht anmassen zu sagen, dass es in derselben Liga spielt, aber es ist so mein „Mini Living on a Prayer“ vielleicht. Mir gefallen auch die neuen Sachen von Bon Jovi, der singt so gut, er ist ein guter Sänger. Aber ich vermute, weil er bisschen ein Mädchenschwarm ist …es war auch bei uns so: wir fanden ihn im 6. Schuljahr auch Scheisse weil die ganzen Mädchen, die zu dieser Zeit schon Brüste gekriegt haben, fanden Bon Jovi gut und unsereins, wir waren abgemeldet – Bon Jovi war unsere Konkurrenz im 6. Schuljahr und drum fanden alle Bon Jovi Scheisse. Aber ehrlich gesagt ist er trotzdem gut, das muss man neidlos anerkennen. *lacht* (Anmerkung der Redaktion: ich stimme dem vollkommen zu BON JOVI ist geil!)

Der Videoclip zu „Dying for an Angel“, wo ist der aufgenommen worden?
Im Rathaus in Hannover – das war holterdipolter. Der Song war fertig und ich dachte, das ist ne richtige Hymne, so wie ich mir einen 80er Hardrock-Hit vorstelle, bisschen moderner vielleicht schon, aber vom Soundwriting her war es schon 80er, bisschen so „Porno-Stadion Rock“. Hab ich halt gedacht, da müsste man ein Video dazu drehen und da hab ich zu Klaus gesagt:„ Ich weiß, du hast bestimmt keine Zeit und viel zu tun und ich will dich auch gar nicht nerven und so…aber vielleicht hast du zufällig Zeit.“ Und er so: „Ne, ne, lass uns ein Video drehen, ich könnte dann und dann“ und da hab ich gesagt: „OK, dann machen wir’s!“ Er sagt einfach von sich aus, dass er da mitmacht das ist doch super. Ich hab ihn gefragt, aber ganz vorsichtig, weil ich wusste, dass er mit dem neuen Scorpions-Album beschäftigt ist. Dann haben wir gesagt: gehen wir direkt irgendwo nach Hannover und hab der Videocompany gesagt: „Sucht uns mal ne Location im Raum Hannover und das haben sie dann gemacht – innerhalb von 3 Tagen war das organisiert. Klaus wusste, dass es das Rathaus gibt, und er war auch schon drin. Er hat auch gesagt: „Jetzt bin ich schon so oft im Rathaus in Hannover gewesen, aber dass man hier so ein gutes Video drehen kann…“ es ist ein öffentliches Gebäude und wir haben s in der Nacht gedreht. Die ganze Story ist da auch drin gedreht in diesem Rathaus, was auch ziemlich abgefahren ist irgendwie, diese ganzen Wendeltreppen und verzierten Decken und diese grosse Halle. Am Anfang, als wir aufgebaut hatten und die ersten Durchgänge gemacht hatten war noch Personal da. Die ganzen Beamten, die da arbeiten hatten langsam Feierabend und haben ihre Nasen an die Glasscheiben gepresst und haben geguckt ob das tatsächlich (nach mir hat keiner geguckt, die haben eher Klaus Meine erkannt) und ich musste schmunzeln und hab gedacht: „So abgemeldet bin ich jetzt quasi, jetzt wo Klaus dabei ist.“ Keiner hat mir Aufmerksamkeit geschenkt. Da hab ich mir gedacht, so müssen sich die anderen bei Edguy vorkommen wenn ich reinkomme *lacht*.
Wer hat Regie geführt bei diesem Clip?
T: Der hiess Oliver Sommer und der war ganz lustig und ziemlich gut. Er hat auch andere und grössere Clips gemacht, er hat auch schon Clips für Sarah Connor und weitere Acts auf die Beine gestellt – der hat ein gutes Profil. Die Firma ist mir irgendwann ins Auge gestochen, weil sie viele Sachen gemacht haben und ich hab einfach gesagt: „Ich hab für euch eine kleine Herausforderung, könnt ihr mir in 3-4 Tagen einen Videodreh organisieren, das ist die Location, hier ist der Song. Ich hab aber überhaupt keine Idee“ - dann haben sie’s organisiert und haben’s richtig gut gemacht – wenn man mal dieses Zeitdruckproblem ausblendet, ist es trotzdem noch ein guter Videoclip geworden find ich.
Freust du dich auf Scorpions-Abschieds-Tour in Deutschland? Da rockst du mit Edguy als Vorband.
T: Natürlich sind wir alle stolz drauf und fühlen uns geehrt. Irgendwann kam ein Anruf vom Mangement der Scorpions und da dacht ich schon: Jetzt ist was mit Klaus’ Performance für Avantasia irgendwas passt jetzt nicht. Wir haben ein bisschen über Tokyio Hotel und Gott und die Welt geredet und da hab ich schon gedacht: so entspannt wie der ist, das hört sich jetzt nicht danach an als gäbe es irgendwelche Probleme. Dann er: „Wie sieht es aus, die Scorpions wollen euch gerne dabeihaben mit deiner anderen Band da, würdet ihr da mitfahren wollen?“ Dann hab ich gesagt: „Naja, eigentlich haben wir nicht vor dieses Jahr noch zu touren aber wenn die Scorpions das wollen, mein Gott,kann man keinen Gefallen ausschlagen.“ Damals war mir nicht klar, dass die Scorpions eine Abschiedstour machen und wir haben gesagt: ja, dann machen wir das. Wir touren in Deutschland auch selbst vor vielen Leuten, aber wir haben so gesagt: „Scheiß drauf, das wird bestimmt eine Riesengaudi und die sind cool und es ist einfach schön mit den Scorpions zu touren. Das ist eine Sache, die nimmt uns keiner mehr weg, die ist in Stein gemeisselt. Rein geschäftlich ist es vielleicht nicht so clever weil wir selbst auch gute Touren spielen können und auch Headlinertouren spielen und jetzt wieder ne Support -Tour, das wollten wir eigentlich nicht mehr machen, dann hab ich eine Woche später aus der Zeitung erfahren, dass dies die Scorpions- Abschiedstour wird, in der Bild-Zeitung stand das drin und dann sind die Ticket-Verkäufe explodiert und wir waren plötzlich auf einer ausverkauften Hallentour durch Deutschland und damit hätte natürlich keiner gerechnet - ich mein die Leute haben gedacht vielleicht 3000-4000 Leute sollten die Scorpions noch schaffen manchmal vielleicht nicht so viele. Im Endeffekt ist es dann explodiert und wir wussten nicht wie uns geschah; wir waren nur dabei und es ist halt geil. Wir haben schon öfter mit ihnen gespielt und man wird immer sehr gut behandelt – das spielt bei so was dann auch mit rein. Wir haben das letzte mal in Bulgarien zusammen gespielt – ein bisschen hermetisch ist das alles schon abgeschirmt, aber bei uns da hatte aber keiner den Daumen drauf, und sagt: das dürft ihr nicht etc. Wir wurden immer mit offenen Armen empfangen, wenn wir mitgefahren sind. Wir haben Welpenschutz genossen, wir durften alles irgendwie. Ich hab mir die Scorpions-Show von der Bühne aus angeschaut, dann während dem Drum-Solo kamen die Musiker und haben mir n’Bier gegeben auf der Bühne also am Bühnenrand. Das gibt’s normalerweise auch nicht, also ich glaube wenn du mit AC / DC oder KISS tourst kommt man wohl nicht mal mehr in die Nähe der Bühne, wenn die drauf sind und ich krieg sogar ein Bier auf der Bühne. Was ich damit sagen will, uns geht es auf dieser Tour gut und das wussten wir auch und wir freuen uns auch drauf. Wenn du vor 2 000 oder 10 000 oder 50 000 Leuten spielst, wenn du dich nicht wohl fühlst weil du dich falsch behandelt fühlst ist das alles nix wert. Und wir wurden immer super behandelt jedes Mal wenn wir zusammen gespielt haben.
Welche Bands/Musiker haben dich in deinem musikalischen Werdegang massgeblich beeinflusst?
T: Ich glaube AC/DC und KISS. Bei AC/DC war es die Energie, dieser Blues, dieses Ursprüngliche, der Groove. Schon im Alter von 4 Jahren hatte ich zwei AC/DC Kassetten von meinem älteren Bruder, der gar kein Fan war – ich hab die einfach rauf und runter gehört .Das waren „If you Want Blood – live“ und die „Back in Black“ und dann hab ich am Wühltisch KISS entdeckt, eine LP für 9 Mark damals noch, quasi ungefähr 5 Schweizer Franken, da war ich 9 Jahre alt, da waren sie voll drauf „Dressed to Kill“ -ich fand die Masken so schlimm. Dann hab ich mir das angehört und fand es irgendwie nicht super, aber es hat mich fasziniert und ich war von diesem Moment an ein grosser KISS-Fan. Sänger wollte ich werden als ich Michael Kiske von Helloween gehört hab. Heutzutage hör ich eher so klassische Sachen wie Queen, Magnum, Def Lepard (die ganz alten Sachen), Purple, Rainbow, Whitesnake; solche Sachen halt.

Mit welchem Künstler/Künstlerin möchtest du unbedingt mal die Bühne teilen?
T: Das könnte ja kein Sänger sein, dann würd er mir ja den Job wegnehmen *lacht*. Klar Freddy Mercury, Bon Scott oder Frank Zappa, wobei der wär mir schon zu intellektuell, das wird schwierig, der ist zu gut. Von noch lebenden Musikern: Ich würd gerne mal mit Angus Young auf die Bühne gehen, aber ich glaube der hat keine Lust darauf, ich vermute er kennt mich nicht mal. Ich denke, wenn man ihn fragen würde mit wem er mal die Bühne teilen würde, würd er mich nicht nennen – das unterscheidet uns.
Was bedeutet es für dich, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu haben? Hat das Auswirkungen auf dein Privatleben?
T: Es gab schon Zwischenfälle, aber nichts Dramatisches. Es kam schon vor, dass irgendwelche Leute Telefonnummern rausbekommen haben. Sagen wir mal so: es gab schon Leute, die bei Verwandten mit einem ähnlichen Nachnamen vor der Türe gestanden haben. Aber noch ist nichts Schlimmes oder Dramatisches passiert, da bin ich nicht interessant genug, glaube ich. Aber ist eigentlich ganz gut, man ist genau so bekannt dass man in der Szene vernünftig arbeiten kann und seine Platten machen kann und sein Leben führen, wie man Lust hat, muss aber nicht Angst haben auf die Strasse zu gehen. Ich glaube Michael Schumacher hat viel mehr Geld aber ich glaube er hat viel weniger Möglichkeiten damit glücklich zu werden. Ich hab mir das schon mal vorgestellt: er hat zwar alles Geld der Welt, die Deutschen sind ein sehr neidisches Volk, und ich glaube, es sind ganz viele Leute neidisch, aber ich glaube, dass selbst für Michael Schumacher oder Oliver Kahn und Franz Beckerbauer jeder Tankstellenbesuch zum Abenteuer wird. Wenn die an der Raststätte rein fahren und bezahlen wollen. Es hat mir mal jemand erzählt, der Harald Schmidt gesehen hat in einem Restaurant, die Leute waren am tuscheln, jeder wusste dass er’s ist. Ob die Geschichte wahr ist oder nicht, ich hab s aus erster Hand von nem Bekannten gehört der dort war. Dann sagte Harald: „Ja, ich bin es und ich würde jetzt gerne essen!“ Er hat das einfach gehört und war so genervt und so jemand sagt das ja nicht umsonst, wahrscheinlich wird er jeden Tag tausend Mal hören: „Hallo, ich kenn Sie aus’m Fernsehen, sind Sie nicht soundso?“ Um Gottes Willen, Fernsehstar oder Sportstar das ist dann wirklich nicht mehr so schön. Dann hast du das ganze Geld, kannst dir 24.000 l Benzin leisten, aber keine Tankstelle mehr anfahren. Es kann sicher nervig sein – es gibt gewisse Tage, an denen man am liebsten nicht aus dem Haus gehen möchte egal ob man in der Öffentlichkeit steht oder nicht und ich glaube wenn du dann Torhüter der Deutschen Fussballnationalmannschaft bist und in Deutschland in einen Laden reingehst haste ein Problem.
Wie sieht ein perfekter Tag für dich aus?
T: Dann würd ich wahrscheinlich mit meiner Freundin frühstücken, dann würden wir in den Wald fahren und laufen um danach zusammen ins Stadion zu fahren und dem FC Bayern München beim Siegen zuzugucken. Das wär ein perfekter Tag für mich.
Du hast das letzte Wort – was möchtest du unseren Lesern mitteilen?
T: Ich möchte sagen, dass sie was verpassen wenn sie die neuen Avantasia-Alben „Wicked Symphony“ und „Angel of Babylon“ nicht anchecken, weil die richtig gut sind. Gibt es auch in einer Limited Edition beide zusammen in nem schönen Box-Set mit Buch und allem Drum und Dran und ja, sie sollen s einfach anhören, denn es ist einfach geil und vielen Dank wenn sie’s anhören und für geil befinden!!
Danke dir für das Interview!
T: Ich danke dir!
(Interview by Nathalie)
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