SONIC SYNDICATE

"Ich bin ein Teenager! Also geb ich einen Scheiß drum, wenn Leute uns als „Teenie-Band“ bezeichnen, haha!"

(Interview mit Robin, August 2008)

 

www.sonicsyndicate.com

 

Diesen Monat erscheint das neue SONYC SYNDICATE-Album. Robin stand mir Rede und Anwort zum kommenden Langeisen, wobei auch jede Menge Tourbusgeflüster Platz fand. Doch lest selber…

Seit dem Gewinn im Nachwuchswettbewerb von Nuclear Blast (2005) läuft es bei Euch ziemlich  rund. Ging das für Euch nicht ein wenig zu schnell? Ich meine, ihr seit quasi über Nacht von einer „Garagenband“ zu einem absoluten Überflieger geworden.

Ich würde nicht sagen, dass es “zu schnell ging”. Sicherlich ging es mit unserer Karriere ein wenig schneller als mit vielen anderen Bands. Wir sind eine Band, die wirklich hart arbeitet, und bemühten uns immer, so gut wie möglich zu sein. Also würde ich sagen, Nuclear Blast und Sonic Syndicate machten einen guten Job zusammen. Sobald wir den Deal bei ihnen unterschrieben hatten, gingen all die coolen Dinge los, und aus uns wurde eine effektive Tour-Band. Ich bin jedenfalls sehr stolz darüber, das diese Dinge so passiert sind. 

Ihr könnt also zufrieden sein mit Eurer bisherigen Karriere. Oder? Muss man sich als so junge Band nicht sehr behaupten auf dem Markt? Vor allem bei einem so renommierten Label wie Nuclear Blast?

Wir sind mehr als stolz und glücklich darüber. Wir sind eine große glückliche Familie und wollen so viel Spaß haben, wie wir nur können. Das, was wir tun, sehen wir als absolut seriösen Job an. Du sagst, dass wir eine junge Band sind. Das stimmt. Als wir mit all denen großen Acts anfingen zu touren, mussten wir uns wirklich enorm beweisen. Doch heute würde ich sagen, dass aus uns eine professionelle Tour-Band geworden ist, und wir vieles an Erfahrung dazugelernt haben. Trotzdem muss man immer hart dafür arbeiten um auf dem Podest zu bleiben.

Haben die „Nuclear-Bosse“ in Sachen kreativer Freiheit auch ein Mitspracherecht?

Wenn uns jemand vorschreiben will, welche Musik wir machen sollen, zeigen wir ihm den Finger und sagen ihnen, dass sie die Schnauze halten sollen. Ich und der Rest der Truppe können nur für Nuclear Blast sprechen, weil sie uns auch nie solche Sachen gefragt haben. Sie schrieben uns nie vor, wie und was wir zu spielen haben. Ich bin ihnen absolut dankbar darüber, dass sie uns zu 100% vertrauen und auch nie enttäuscht über unsere Musik waren. Sie sind voll und ganz überzeugt von uns und wissen, dass wir großartige Musik abliefern können. Sonst hätten sie uns auch nicht unter Vertrag genommen. Wir werden immer diese Musik machen, die wir lieben und über die wir stolz sein können. Und das wird auch so bleiben.

Ihr werdet von einigen Musikfans öfters als Teenie-Band belächelt. Nervt Ihr Euch darüber? Oder geht Euch das am Allerwertesten vorbei?

Nun! Ich bin ein Teenager! Also geb ich einen Scheiß drum, wenn Leute uns als „Teenie-Band“ bezeichnen, haha! Es macht so mancher Bullshit und jede Menge Gerüchte die Runde da draußen. Aber das stört uns nicht im Geringsten. Wir können nur darüber lachen. Ich kann eh nicht begreifen, warum und woher solche Leute sich die Zeit nehmen, auf ihrem Arsch sitzen und schlechte Dinge über irgendwelche Bands per Internet zu verbreiten. Wieso kann man nicht einfach die Schnauze halten, wenn man eine Band nun mal nicht mag. Wie gesagt. Wir können nur darüber lachen. 

Und was ist mit den ewigen Vergleiche zu IN FLAMES etc.? Stilistisch sind diese Vergleiche in meinen Ohren auch nicht von der Hand zu weisen. Ist das für Euch eher ein Kompliment oder mehr andersrum?

In Flames ist eine großartige Band die ich über viele Jahre hinweg gehört habe. Aber ich möchte nicht sagen, dass sie den größten Einfluss auf uns hatten. Viele dieser neuen Bands wie wir, aus Europa und speziell Schweden, werden oft mit In Flames verglichen. Ich denke, viele Leute tun das, seit In Flames einer der größten Metal-Exporte geworden sind. Mich stört es nicht. Dazu möchte ich aber sagen, dass unser neues Album, „Love And Other Disasters“ nicht sehr viel gemeinsam mit In Flames hat. Vieles von ihrem letzten Release erinnert mich sogar an unser Album „Only Inhuman“. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass In Flames mit uns verglichen werden, haha!    

Aus einem Wikipedia-Eintrag stiess ich auf eure kuriose Stilbezeichnung „(Un)true nuclear metal“. Ich bitte um Aufklärung?

Wir haben absolut gar nichts mit Wikipedia am Hut. Nichts was dort steht, wurde von jemandem von uns geschrieben. Ich denke, diese „untrue“-Geschichte wurde möglicherweise vor langer Zeit einmal von uns verfasst. Was wir damit sagen wollen. Viele Leute schreiben auf myspace, wir seien eine „True Metal Band“ Das trifft aber nicht auf uns zu, sondern auf Bands mit Bärten, langen Haaren und Corpse Paint im Gesicht. Wir sind das Gegenteil von dem. Einige Leute sehen uns nicht als eine Metal Band an. Nur weil wir uns nicht so kleiden oder verhalten. Diese Sache auf Wikipedia war ein kleiner Spaß von uns, welcher vielleicht sogar wahr ist. Ich weiß es nicht, und mich kümmert’s auch nicht. Einige sagen ja auch, wir seien eine Emo-Band, nur weil wir Make-up tragen. Hey Mann! Black Metal-Bands tragen mehr Make-up als meine Mutter! Haha!

Beschränkt sich Euer Musikgeschmack auf diese Musikstilrichtung die Ihr zelebriert oder habt Ihr noch andere musikalischen Vorlieben?

Wir hören jede Menge unterschiedliche Mucke. Jeder hört Metal, aber auch jede Menge anderes Zeug wie Punk oder Pop und was auch immer. Wenn wir Cd’s brennen und mixen für den Tourbus, hört man von Cradle of Filth, Dimmu Borgir bis zu Pink und My Chemical Romance. Wir sind sehr open minded in dieser Hinsicht. Und das reflektiert sich auch in unserer Musik. Wenn ich von einer Tour nach Hause komme, liebe ich es, einfach die Glotze anzumachen und einige Stunden MTV zu sehen, wo es kein Metal zu hören gibt.

Euer neues Album „Love And Other Disasters“ erscheint Ende September. Ich hatte schon das Vergnügen, reinzuhören. Das Album werde ich auch reviewen. Ich weiß. Es ist MEIN Job! Doch Ich möchte aber gerne von EUCH eine persönliche Bilanz des Albums hören.

Das neue Album ist das beste was wir bisher gemacht haben. Das erste mal überhaupt arbeiteten wir zusammen. Vorher war das anders und wir wollten das nun ändern. Es gab immer nur einen, der das Songwriting übernahm. Doch diesmal war jeder mitbeteiligt. Weil wir eine sechsköpfige Band sind, werden wir oft gefragt, ob es denn dabei keine Probleme und Auseinandersetzungen beim Songs schreiben gäbe. Ich finde es nur positiv, wenn sechs Leute mit sechs verschiedenen und großartigen Ideen daherkommen. Es ist einfach ein großartiges Album.

Der neue Longplayer wurde, wie schon der Vorgänger, zusammen mit SCAR SYMMETRY-Gitarrist, Jonas Kjellgren, produziert. Hat der Junge irgendwelchen Einfluss auf Euer Songwriting und gab er Euch irgendwelche konstruktive Inputs während den Aufnahmen? Und wie läuft die Zusammenarbeit mit Ihm im allgemeinen?

Jonas ist, wenn es um Metal geht, vielleicht einer der besten Produzenten in Schweden. Damit meine ich vom menschlichen und von seiner Arbeitsweise. Er ist ein sehr angenehmer Geselle. Er hat jede Menge toller Ideen, und Ja, er hat schon seine Finger mit im Spiel. Wir fanden, dass er einen sehr guten Job bei „Only Inhuman“ gemacht hat, so dass wir ihn wieder buchten. Wir wussten, dass noch mehr in ihm steckt, und das Resultat ist noch besser, als wir erwartet hatten. Wir mögen Jonas sehr, und hoffen, dass wir in Zukunft wieder einmal mit ihm zusammen arbeiten dürfen. Er ist ein toller Typ.

Was hat es mit dem Albumtitel auf sich? Wurdet Ihr von der Liebe kürzlich enttäuscht?

Liebe ist ein schönes Gefühl, aber sie kann einen auch sehr verletzen. Ich meine... am Ende artet es immer in einem Desaster aus, egal was du tust. Du kannst mit jemandem zusammen sein, und eventuell bricht die Liebe auseinander oder jemand stirbt. In allen Texten handelt es sich irgendwo um Liebe. Als Beispiel: Jeder liebt die Erde, aber jeder zerstört sie Tag für Tag mehr, bis es bald zu einem Chaos führen wird. Einige Texte sind eine Art von „Wachrütteln“ für jeden, dass man endlich realisiert, wenn wir nicht bald etwas dagegen unternimmt, dass das Ende viel näher ist, als wir glauben. Liebe kann schön sein, aber eben auch ein verdammtes Desaster. Jeder hat das schon irgendwie erlebt. 

Ihr seit ja Live sehr präsent und tratet unter anderem auch an grösseren Open-Airs wie Wacken, With Full Force (2007) oder Rock am Ring und Rock im Park in diesem Sommer auf. Wie waren die Resonanzen von Seiten des Publikums? Speziell an solch grossen Events?

Das ist jedesmal wieder eine Überraschung. Wenn wir auf all diesen großen Konzerten in Deutschland spielen dürfen, mit zehn bis fünfsündzwanzigtausend Zuschauer, das fühlt sich einfach großartig an. Wenn ich all diese Hände in der Luft sehe und jeder zu unserem Song „Flashback“ abgeht. Es ist genau das, was wir uns erträumt haben, als wir anfingen, Musik zu machen. Und jetzt haben wir es tatsächlich geschafft. Ich liebe es, an Open-Airs zu spielen. Weil es da so gigantisch groß ist, mit den vielen Leuten und den anderen Bands. Und es ist immer toll, wenn man jemand trifft, mit dem wir schon auf Tour waren. Ich liebe die Sommerzeit, wenn die großen Festivals beginnen.

Richard und Robin. Da Ihr mit Sonic Syndicate  ja oft auf unterwegs seit. Leidet da die Bruderliebe manchmal nicht darunter?

Absolut nicht. Das ist ein Job. Uns ist klar, dass es zu Auseinandersetzungen kommen könnte. Aber da war bisher nie irgend was, wenn wir auf Tour waren. Das betrifft die ganze Band. Nur, weil ein Bruder mit in der Band ist, verhalten wir uns auch nicht so. Wir sind auch nicht immer derselben Meinung, wenn es zu einer Konversation kommt. Wie schon gesagt. Sonic Syndicate sind einfach eine große und glückliche Familie.

Und wie ist die Stimmung im Allgemeinen auf Tour?

Die Stimmung ist immer sehr gut. Wir lieben es zu touren und den Tourbus. Weil da immer all diese verrückten Dinge passieren. Bald geht’s wieder los und wir freuen uns schon wieder auf jede Menge Spaß. Und natürlich auf all die tollen Fans.

Seit Ihr überhaupt gerne auf Tour? Und was macht Ihr, wenn Ihr mal einen freien Tag habt?

Bei uns kann ein freier Tag auf zwei unterschiedliche Arten aussehen.

Die erste Option:

Wir wachen nachmittags um drei auf und klopfen an die Schlafkabinen der anderen mit der Frage: „Um welche Zeit habe ich gestern Abend gute Nacht gesagt? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich eingeschlafen bin?“ Und die anderen sind natürlich noch zu besoffen, um sich daran zu erinnern. Unten in der Lounge wird für einige Stunden Xbox gespielt. Dann geht’s zurück zur Kabine, um weiterzuschlafen.

Die zweite Option:

Wir stehen um acht Uhr morgens auf und nehmen den Bus oder was auch immer und fahren in die Stadt um uns umzusehen. Wir mögen es, neue Städte zu besichtigen und all diese coolen Sachen zu entdecken. Am Abend gehen wir aus, gehen italienisch essen und genießen es einfach auf Tour zu sein.

Apropos Tour: Ende September geht es für Euch schon wieder auf grosse Europa-Tour als Supporting-Act von IN FLAMES und VOLBEAT. Ihr seit am 18. und 22. Oktober auf Schweizer Bühnen. Für die Schweizer Fans: Was versprecht ihr euch von der Schweiz? Habt ihr auch Zeit für eine Besichtigung, oder kennt Ihr die Schweiz schon?

Wir waren schon oft in der Schweiz und hatten jedesmal eine tolle Zeit. Die Schweizer Fans sind eine tolle Horde. Ich erinnere mich an das letzte mal als wir bei euch waren. Wir hatten eine riesen Party und der Gig war sensationell. Es wird definitiv eine Besichtigung geben. Und sicher wieder jede Menge Party!

Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

(Interview by Pink)

Uebrigens.. unser Review zu LOVE AND OTHER DISASTERS findet Ihr hier!

Verlosung: Mit freundlicher Unterstützung von Warner Music verlosen wir 3 T-Shirts von SONIC SYNDICATE! Schickt uns einfach ein Mail mit dem Betreff "Sonic Syndicate Shirt" und vergesst Eure Postanschrift nicht :-)


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