SHAKRA
"...aber so 5 Minuten vor dem Konzert kommt dann die geballte Ladung Adrenalin..."
(Interview mit Mark Fox, Juni 2007)

Hallo
Mark
Als Erstes möchte ich Euch zu Eurem neuen Album gratulieren! Ich höre sie
gerade rauf und runter und es gefällt!
Ja
danke schön! Das ist doch eigentlich die Hauptsache! Spass muss es machen,
genau so viel Spass wie wir beim Songwriting und bei den Aufnahmen hatten,
dann ist unser Ziel erreicht!
Ich
bin froh, dass Ihr wieder zueinander gefunden habt, wo es doch vor einiger Zeit
etwas dicke Luft im Bandgefüge gab! Sind nun alle Differenzen ein für alle mal
bereinigt?
Definitiv
JA! Zum Glück hat sich alles wieder eingerenkt. Ich glaube es war aber auch ein
wichtiger Abschnitt in unserer Bandgeschichte – wir sind eben Menschen die ein
bisschen unterschiedlich sind und es hat mal einen richtigen Rumms gebraucht um
alle Differenzen aus der Welt zu schaffen. Dies geschah irgendwo in der Pampas
in Spanien auf unserer letzten Tour mit Stratovarius
und Hammerfall als unser Bus plötzlich streikte... Ich glaube da, und
nicht nur da, hatten wir gemerkt, dass es eben genau diese 5 Jungs braucht um
Shakra zu machen. Da gibt es nichts auszuwechseln oder zu verändern. Wir haben
sehr viel Respekt gegenüber einander gewonnen also kann man dies nicht nur als
Klimaaufheiterung sondern auch als persönliche Bereicherung verbuchen.
Mit
Eurem neuen Album seid Ihr sogar auf Platz 7 in den Top Ten der Schweizer Album
Charts. Hattet Ihr mit so einem Erfolg gerechnet?
Ehrlich
gesagt nicht. Wir haben so auf Top 20 getippt, da wir ja mit den beiden Vorgängeralben
schon ziemlich nahe dran waren. Wir waren überwältigt! Ich glaube man kann das
als gutes Omen für die Zukunft deuten – die Leute mögen unsere Musik!
Vor
allem die Balladen werden bei den weiblichen Fans grossen Anklang finden. Wer
schreibt von Euch die Texte und wollt Ihr mit Euren Texten auch eine Message rüber
bringen?
Ja
das denke ich auch, obwohl es auch viele Männer gibt die gerne Balladen hören.
Ich könnte mir eigentlich eine Hardrock Scheibe nicht ohne ein zwei Balladen
vorstellen.
Die
Texte kommen aus meiner Feder. Ich versuche immer eine Message rüberzubringen.
Aber ich bin kein Weltverbesserer, es sind eher Gefühlsmomente die ich
beschreibe, ab und dann auch sozialkritisch angehaucht aber nicht politisch.
Meist sind es ganz alltägliche Dinge die mir passieren und die ich so
verarbeite. Jeder soll sich daraus nehmen was ihm gefällt, es lohnt sich aber
sich die Texte mal genauer anzusehen denn ich denke man kann sich in vielen
wieder erkennen.
Als
Support-Act von Stratovarius und Hammerfall wurdet Ihr definitiv berühmt. Nun
spielt ihr an vielen Festivals den Sommer durch. Wie wird man Euch auf Tour im
Herbst auftreten sehen, als Supporter oder Headliner?
Das
wissen wir noch nicht so genau. Sicher ist, dass wir eine Tour machen werden,
aber wir sind im Moment noch in den Verhandlungen. Das heisst es kann noch alles
passieren. Als Support, wie eben zum Beispiel bei Stratovarius
und Hammerfall, hat man natürlich den Vorteil, dass sehr viel Publikum schon da
ist und man den ersten Kontakt mit neuen Fans aufnehmen kann in vielen Ländern
in denen man noch nicht präsent war. Auf der anderen Seite möchten wir als
Band mit 6 Studioalben gerne mal länger als eine halbe Stunde Spielzeit
bekommen. Mal schauen was passiert – wir werden so oder so Spass haben die
Welt zu rocken!
Ich
persönlich habe Euch vor Jahren mal als Vorband in Pratteln im Z7 wahrgenommen.
Ihr strahlt eine unheimlich ansteckende Power aus auf der Bühne. Da muss man
einfach mit-rocken. Hört Ihr dieses Kompliment oft?
Man
hört eigentlich die verschiedensten Arten von Komplimenten und Kritiken. Es ist
aber immer schön solche Sachen zu hören. Thank you! Was wir nicht so mögen
sind Menschen aus denen Neid und Eifersucht spricht, solche gibt es leider sehr
viele. Da fällt mir dann immer wieder der Satz von Mani Matter ein „warum sit
dir so truurig...“. Man kann es halt nicht allen Recht machen, dafür aber den
Leuten die Freude daran haben einen geilen Abend mit uns zu verbringen, ihre
Sorgen vergessen und einfach geniessen können.
Da
du schon zig mal auf der Bühne standest, nehme ich an, dass du im Normalfall
nicht aufgeregt bist vor einem Auftritt. Aber hast du ein bestimmtes Ritual vor
der Show?
Und
wie du dich da täuschst! Es ist nicht mehr so wie in den Anfängen, das heisst
es beginnt nicht mehr so früh, aber so 5 Minuten vor dem Konzert kommt dann die
geballte Ladung Adrenalin, man könnte es wahrscheinlich mit einem Bungiesprung
vergleichen, tu ich aber nicht da ich das noch nie gemacht habe ;-)
Rituale
gibt es eigentlich vor dem Gig nicht aber ich habe mir in letzter Zeit oft überlegt
dass ich so was einführen sollte damit ich vor dem Konzert ein bisschen runter
kommen kann. Ich weiss nur noch nicht genau was...
Wie
sieht’s nach dem Gig aus? Mischt Ihr Euch auch mal ins Volk oder wollt Ihr
lieber Eure Ruhe haben?
Meistens
wollen wir uns schnell ein bisschen erholen. Danach schauen wir meistens beim
Merch-Stand vorbei und sind für Autogramme und gute Gespräche gerne zu habe.
Mit
welcher Band/Sänger(egal ob noch lebend) würdest du am liebsten auf der Bühne
stehen, wenn du freie Wahl hättest? Oder anders gefragt; von wem bist du der grösste
Fan?
Für
mich persönlich wäre das AC/DC! Aber auch schon ein Supportact bei AC/DC zu
sein wäre eine riesige Ehre für mich!
Wollt
Ihr auch vermehrt im Ausland touren? In Japan kommt Ihr ja super an! Was ist
Eure Traum-Destination?
Irgendwo
wo’s schön warm ist und wo man nach dem Gig ins Meer springen kann... und
danach einen Schirmchendrink mit netter Begleitung an der Strandbar. Klingt doch
einfach herrlich! Nein, im Ernst. Alle Länder in denen wir noch nie gespielt
haben sind für mich interessant, was ich aber am liebsten mal möchte ist,
Australien zu rocken!
Rocker
verbindet man schnell mit Sex, Drugs & Rock’n’Roll. In wiefern lebt Ihr
dies aus?
Sex:
Ja sicher! Drugs: Nein danke! Rock’n’Roll: Auf jeden Fall und immer!
Eure
Ehefrauen und Freundinnen zu Hause tun mir schon etwas Leid. Wie kommen sie mit
Eurer Musik oder besser gesagt mit Eurer dauernden Abwesenheit klar?
Es
ist sicherlich ein bisschen ungewohnt und fordert gute Planung. Mal ist man
wieder einen Monat weg, da muss man schon schauen wie das alles funktioniert.
Auf der anderen Seite bist du dann aber auch viel mehr zu Hause als jemand der
in einem Büro arbeitet – manchmal monatelang. Diese Zeit entschädigt für
vieles.
Aus
Recherchen weiss ich, dass du mal ein Solo Mundartprojekt hattest. Gibt es das
noch und was muss ich der Rock-Fan mir darunter vorstellen?
Ja,
mein Soloprojekt „Fuchs“ existiert nach wie vor. Aber es ist nicht ein
stetiges Projekt sondern ich sehe es eher als Kreativitätsventil. Da ich in
Mundart singe kann ich da auch sehr viele persönliche Dinge reinpacken.
Stilistisch ist es sehr interessant für mich da ich mir keine Grenzen setze,
das heisst, es könnte heute Mundartrock und morgen Mundartmetal sein... Da lege
ich mich nicht fest. Im Moment bin ich daran neue Songideen zu sammeln und denke
irgendwann wird dann daraus ein neues Album.
Schon
als Kind hast du deine Leidenschaft zum Gesang entdeckt. Ist Singen Dein
liebstes Hobby und was hast du sonst noch für welche, sofern neben der Band überhaupt
noch Platz dafür bleibt?
Ich singe für mein Leben gerne und dies tu ich auch sehr oft. Da bleibt wirklich nicht mehr viel Zeit neben all den Bandaktivitäten. In meiner Freizeit gehe ich gerne mit meinem Hund im Wald spazieren, das entspannt und gibt neue Kraft, oft kommt man auf ganz andere Gedanken.

Wo
trifft man dich im Ausgang und welches Bier bevorzugst du?
Das
kann ich nicht sagen. Ich unternehme meist spontan irgendwas. Im Sommer bin ich
aber meistens irgendwo am See am grillen. Beim Bier ist es Heineken, aber auch
das variiert.
Jeder
Mensch hat Träume. Du hast das Glück, dass du bereits den Traum als Rockstar
auslebst. Hast du noch weitere Träume und Ziele, die du verfolgst und gerne
realisieren möchtest?
Ich
denke nicht, dass dies viel mit Glück zu tun hat. Ich habe mein ganzes Leben
darauf eingestellt diesen Traum zu leben, hab dabei aber auf sehr viele Dinge
verzichten müssen die für andere Menschen selbstverständlich sind. Diese
Dinge werde ich irgendwann mal nachholen. Vielleicht werde ich auch irgendwann
mal auf eine warme Insel auswandern und eine Strandbar gründen. Das wäre was,
aber sicher nicht in den nächsten 20 Jahren. Einer meiner Träume ist es
neuerdings auch, mich schauspielerisch zu betätigen, dies habe ich immer schon
gerne gemacht. We’ll see, vielleicht finde ich auch mal ein Filmprojekt bei
dem ich mich verwirklichen kann.
Nun,
dann wünsche ich Dir viel Erfolg beim Umsetzen Deiner Wünsche und mit Shakra
weiterhin viel Erfolg! Das letzte Wort geht an Dich; möchtest Du Deinen Fans
noch etwas sagen?
(Interview by Susanna)
Ps. Unser spezielles 3er-CD-Review zu "Infected" findet Ihr hier!