SEX SLAVES
"Ich mag Mädels ohne Tattoos und auch mit Tattoos"
(Interview mit Eric#13, September 2009)

Paunchy
Cats!, Lichtenfels, ein wunderschöner lauer Spätsommerabend, ich und mein Sohn
warteten darauf, dass ich mit Eric#13 das Interview machen konnte. Den
Soundcheck haben wir schon erlebt, die Band zog sich noch um und dann wurden wir
nach oben geführt. WOW! Was für ein schöner Backstage-Bereich! Dunkler
Holzboden, dunkle, riesige Ledersofas, Kerzenschein… was für ein Ambiente!
Und mitten auf einem Sofa sitz Eric#13 und chillt (Neudeutsch für: relaxed, hängt
ab). Blöd, dass ich meinen Sohn im Schlepptau hatte (netterweise durfte er mit
zum Interview, danke noch mal an Eric#13, dafür). Das Zimmer an sich versprühte
schon so eine…nette Stimmung. Und Eric#13 dazu ganz entspannt und lasziv… Wer weiß was passiert wäre, wenn ich 15 Jahre jünger
gewesen wäre…
Hallo, schön dich zu treffen!
E: Hallo, ich
freu mich auch dich zu sehen.
Wie lange gibt es euch schon?
E: Seit 2004
Ist es das erste Mal, dass ihr in Europa seid?
E:Wir sind das
erste Mal in Europa und das erste Mal in Deutschland. Wir haben unsere erste
Show in Deutschland gestern Abend in Berlin gespielt.
Ihr habt also noch nicht viel von Deutschland gesehen, außer den Straßen…
E: och, doch viel
von der Landschaft. Wir haben in einem Hotel geschlafen in Neubrandenburg und da
war ein Schloss gleich nebenan, wie wir gesehen haben. Da haben wir gestern das
Video zu „Bloodlust“ gedreht. (Das Schloss scheint es den Jungs angetan zu haben. Auch während
der Show erzählten sie mehrmals vom Schloss und dem Video-Dreh)
Ihr habt aber unser bayrisches Bier noch nicht probiert, oder? Ihr seid ja jetzt in Bayern (ok, eigentlich waren wir in Franken, aber da will ich mal nicht so kleinlich sein und zähl die Franken mal zu den Bayern dazu *g*) und unser bayrisches Bier ist weltweit berühmt. Also, ihr müsst es probieren!
E: was für eins
denn?
Nun, ich weiß nicht welches die hier ausschenken. Es ist ja bei uns so, dass fast jede Gemeinde seine eigene Brauerei hat.
E: ich kann’s
kaum erwarten es zu trinken.
(Und er hielt Wort!)
Wer von euch ist der Boss?
E: wir sind eine Demokratie.

Viele eure Songs beschäftigen sich mit dem Tod, Blut, Schmerz… habt ihr auch Spaß im Leben?
E: oh ja, wir
haben viel Spaß am Leben! Ich denke dass nicht so viele unserer Songs von Tod,
Blut und Schmerz handeln. OK,
„Long Live The Death“, „Bloodlust“. Hm…
wir erzählen Geschichten. Die letzte CD war sehr minimalistisch und direkt. Und
jetzt bei der Neuen wollten wir mehr Geschichten erzählen, Szenen und
Charaktere kreieren, so wie bei „Bloodlust“. Wir lieben es zu spielen… wir
genießen es. Und ich weiß wir und
die Leute haben eine Menge Spaß auf unseren Shows.
Ihr habt allerdings auch einige gefühlvolle Songs, so wie „Mexico“, „I Live At Night“, also habt ihr auch eine weiche Seite?
E: ja, klar. Wir
haben auf dem neuen Album versucht was Neues zu machen. Es war zwar nicht geplant, die Songs
sind einfach so passiert. Vielleicht ist es nicht mal eine weichere Seite,
sondern eher eine nachdenklichere…
Ihr werdet älter?
E: öhm… nein,
ha ha!
Der Song „Mexico“ klingt etwas nach Billy Idol, war das beabsichtig?
E: das ist das
erste Mal, dass ich das höre! Nein, das war nicht geplant.
Echt? Mein erster Gedanke war Billy Idol als ich „Mexico“ das erste Mal gehört habe.
E: Echt? Hm… vielleicht wie „Daytime Drama“ oder „Eyes Without a Face“? Ja, vielleicht doch.

Mit welcher Musikgröße würdet ihr gerne auf Tour gehen?
E:
MY CHEMICAL ROMANCE, GREENDAY, FOO FIGHTERS, STONES…
Welche Band, oder welcher Musiker sollte seine Karriere beenden?
E: puh… das ist
eine gute Frage… puh… wen mag ich denn nicht? Öhm… ich bin kein Hasser.
Ich hab keine Ahnung.
Und auf welche Re-Union wartest du?
E: GUNS AND ROSES
natürlich, da wartet ja jeder drauf. Oder, … VAN HALEN. Ich hab VAN HALEN
erst gesehen.
Mit DAVID LEE ROTH?
E: ja, aber sie
sollten Michael Anthony zurück holen!
Hast du das letzte Album von GUNS AND ROSES? Und wie fandest du es?
E: „Chinese
Democrazy“? Ja, klar! Ich mag es. Ich denke es ist kein perfektes Album. Es
sind gute Songs drauf und weniger gute. Die, die gut sind, sind genial. Nun,
unser Album hat lange gedauert und ich hab es dann mal „Sex Slaves‘
Democracy“ genannt. Gut, es hat nicht sooo lange gedauert, aber ich fühlte
mit Axl.
Also, ich mag das Album. Axl ist großartig.
Ich denke es funktioniert nur zusammen, mit der alten Besetzung.
E:
hm… „Appetite For Destruction“ war super, “Lies” und „Use Your Illusions“, auch. Ich liebe
dieses Zeug. Aber ich mag auch die
Unterschiede. Das einzige was Axl
dabei zu tun hat ist, die Songs noch besser zu machen. „Chinese Demoracy“,
„Sorry“, „I.R.S“, das sind doch super Songs.
Ich hab David McKagan’s Band dieses Jahr gesehen und ich fand sie nicht so toll.
E: ja, ich bin
auch kein großer Fan.
Er ist zwar ein guter Bassist, aber als Frontman fehlt einfach was.
E: er ist nicht
Axl!
Ihr seid alle stark tätowiert. Du auch, oder nur die
anderen?
E: ja hier auf
meiner Brust. Ich habe nicht so viel Zeit wie die anderen, deshalb sind meine
Arme noch nicht tätowiert.
Wie gehst du mit dem Schmerz um?
E: Meditieren.
Ich habe gelernt zu meditieren während
dieses Tattoos. Das ist wohl auch der Grund wieso ich noch nicht mehr hier habe.
Hier um den Nippel rum hat es so weh getan.
Wie findest du tätowierte Frauen?
E: ich mag sie.
Ich bevorzuge sie nicht. Ich mag Mädels ohne Tattoos und auch mit Tattoos.
Meine Freundin hat eine Menge Tattoos und sie hat sich für mich eine 13 stechen
lassen. Das fand ich sehr schön!
Apropos Frauen, wie sieht s bei euch aus mit Sex Drugs And Rock’n’Roll?
E (grinst): ja!
Aber du hast mir gerade gesagt du hast eine Freundin!
E: nuuun, wir
nehmen nicht viele Drogen. Man sieht viele verrückte Sachen wenn man auf Tour
ist. Also, wir nehmen keine Drogen, aber wir trinken viel Whiskey und viel Bier,
Jägermeister und so. Viel Rock’n’Roll, also einfach Party. Wir wollen
einfach ne gute Zeit haben, auch mit den Mädels. Wir feiern mit ihnen aber wir
müssen sie deswegen nicht alle f***
(oh je das f-Wort!)

Oh,
wenn ihr das wollen würdet, hättet ihr eine Menge zu tun.
Könnt ihr von der Musik leben oder habt ihr noch andere Jobs?
E: es gibt keine
anderen Jobs, SEX SLAVES ist mein Job.
Wo seht ihr euch selber in 5 Jahren?
E: auf viel größeren
Bühnen spielend. In diesem großen Stadion in München, wie heißt das noch
gleich?
Olympia Stadion
E: richtig, da
will ich in fünf Jahren sein!
Und
ich bin dann wieder mit dabei J
Gibt
es Unterschiede zu den Fans in Europa und zu den Fans in den Staaten?
E: ja. In Europa
ist der 80er Rock gerade sehr in. In den Staaten gibt es zwar ein Revival der
80er Jahre Bands, wie MÖTLEY CRÜE, POISON, und so, und die Leute, die diese
Musik früher mochten mögen sie nun wieder. In Europa gibt es auch jüngeres
Publikum. Wir waren nie eine Sunsetstrip-Band, wir sind eine New-York-Band. Bis
jetzt haben wir sieben Gigs in Europa gespielt und die Reaktionen waren großartig.
Als wir noch in den USA waren und erzählt haben, dass wir nach Europa gehen,
sagten alle: „Sie werden lieben was ihr macht!“ Und genau so ist es. Wir
klingen ein klein wenig nach GUNS N ROSES, ein klein wenig nach KISS, aber wir
klingen nicht alt. Viele Bands klingen wie MÖTLEY CRÜE, wie LA GUNS. Das will
ich nicht. Ich will nicht alt klingen, ich will nach 2010 klingen. Ich will wie
SEX SLAVES klingen. Aber unsere Einflüsse kommen aus dem Hard Rock, Punk Rock,
diese Ecke. Also wir denken Europa ist perfekt für SEX SLAVES.
Und gibt es Unterschiede in den USA? Norden, Süden, Westen und Osten?
E: Absolut. An
den Küsten, wie New York und LA muss man hart arbeiten und viele Shows spielen
um die Leute zu beeindrucken. Aber die Leute in Texas lieben Musik und sind sehr
offen für neues. Besonders in den kleineren Städten. Auch hier in Europa ist
jedes Land verschieden. Sogar Stockholm und Göteborg waren verschieden.
Stockholm war so wie New York und Göteborg wie eine kleinere US-Stadt. Die
Niederlande sind wieder ganz anders und gestern Abend in Berlin… Mann, Berlin
ist so eine internationale Stadt, das Publikum war einfach nur geil. Ich liebe
Berlin. Und ich liebe Europa einfach.
Wie wichtig ist myspace für euch?
E: es ist ein großartiges
Spielzeug. Für eine Band gibt es nichts Besseres. Man hat seine Musik und seine
Fotos und die ganzen Infos drauf. Einfach großartig.
Und nun die letzten Worte an unsere Leser…
E: Als erstes
will ich mich bei Deutschland bedanken, dass wir hier sein dürfen. Wir sind
sehr gerne hier, die Leute sind sehr freundlich, das Essen ist super, die
Landschaft ist sehr schön. Zuerst sahen wir ja nicht mehr als die Autobahn,
aber als wir diese verließen sahen wir die wunderschöne Landschaft. Wirklich
sehr schön!
Und meine allerletzten Worte sind: kauft unsere CDs!
Oh, ja, kauft sie, sind zwei super Alben. Ich hab sie beide!
E: ja? Cool! Ich
hab schon wieder so viele neue Ideen für das nächste Album. Wenn wir so auf
Tour sind und rumfahren… unsere Alben handeln ja immer von dem, was wir erlebt
haben. Die erste CD („Bite Your Tongue“) ist sehr New York, die „Wasted
Angel“ ist auf Tour durch die USA entstanden und die neue wird dann über
unsere Erfahrungen und Gefühle sein, die wir auf dieser Tour hatten. Also
Europa und der ganzen Welt. Ein paar Songs hab ich zwar schon fertig, aber es
wird wohl noch etwas dauern, bis die ganz neue CD spruchreif ist. „Wasted
Angel“ ist ja gerade erst raus gekommen.
Lasst es mich wissen, wenn es soweit ist!
E: ja klar!
(Interview by Melanie)