MNEMIC
"I don’t make final words"
(Interview mit Mircea, August 2008)

Nach etlichem hin und her stand ich nun einigermassen nervös Backstage bei Metallica um mich mit Mircea, dem Gitarristen von MNEMIC zu treffen. Zuerst kam Guillaume, der Sänger von MNEMIC, um die Ecke und begrüsste mich freundlich. Kurz danach wurde ich auch von Mircea ebenso freundlich begrüsst und mein erstes Interview konnte starten:
Ihr
seid nun das vierte Mal mit Metallica auf Tour, es scheint, die Partnerschaft
funktioniert gut?
Ja das tut es, ich denke sie mögen uns und wir mögen sie. Besser kann es nicht sein.
Ist es
für euch immer noch so unglaublich mit ihnen zu spielen wie am Anfang oder habt
ihr euch in der Zwischenzeit daran gewöhnt?
Nein, es ist immer noch sehr unglaublich, wir sehen uns jede Nacht ihre Show an. Es ist immer noch wie ein Traum. Es war zwar nie wirklich ein Traum von uns, da Metallica für uns zu hoch waren, es schien für uns nicht realistisch zu sein, irgendwann mal für Metallica spielen zu können. Als wir dann die Chance bekamen genau dies zu tun dachten wir WOW wir waren sprachlos, wir sind immer noch sprachlos, glücklich und geehrt.
Was
bevorzugt ihr, an Openair Festivals oder in normalen Konzerthallen zu spielen?
Ääähhhmmmm…es kommt darauf an. (überlegt) Es kommt auf das Publikum an. Eigentlich ist egal wo wir spielen, wenn die Fans voll dabei und hungrig sind, kommt es nicht darauf an, an welchem Ort wir uns befinden oder wie die Umgebung aussieht.
Es ist
ja nicht das erste Mal, dass ihr in der Schweiz spielt; was denkst du über das
schweizer Publikum?
Sehr gutes Publikum! Wir wurden sehr positiv empfangen. Schweizer mögen Metal und wir spüren die Energie, welche von ihnen herüber kommt. Die Schweizer sind sehr energiegeladen.
Auf
eurem dritten Album „Passenger“ habt ihr Christian Ole Wolbers (Fear Factory)
und den dänischen Produzenten Tue Madsen verpflichtet. Ihr habt ausserdem mit
Guillaume Bideau einen neuen Sänger und ihr habt verschiedene Aufnahmemethoden
in verschiedenen Studios gewählt. Das Ergebnis ist (für mich) das bisher beste
Album. Wie siehst du das?
Das Album ist ok. Es gibt jedoch einiges, das ich gerne anders gemacht hätte. Wir haben versucht einige Dinge anders zu machen, was wir auch taten. Ich kann nur für mich selbst sprechen, das Resultat ist jedoch nicht das was ich als 110% betrachte. Das Ergebnis ist noch nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Werdet
ihr diese Vorstellung auf dem nächsten Album realisieren?
Ja, wir arbeiten daran.
MNEMIC
bedeutet auch Philosophie. Eure Songtexte sind oft philosophisch und
psychologisch. Seid ihr in eurer Freizeit auch Philosophen?
Jeder von uns hat seine eigene Lebensphilosophie, das haben wir nicht nur im aktuellen Album verwendet. Hmmm…, was soll ich dir sagen, jeder von uns hat eine andere Perspektive wie er das Leben aufnimmt. Das wird auch in den Texten verwendet. Unsere Texte sind zwar schon persönlich und die Philosophie von jedem einzelnen von uns ist darin enthalten, aber es ist nichts wirklich Tiefgründiges aus dem Leben verarbeitet worden.
Nehmen
wir das Cover eures aktuellen Albums als Beispiel. Helm und Knochen
symbolisieren gleichzeitig das Leben und den Tod. Wie wichtig ist es für euch,
euren Fans nicht nur etwas zum headbangen zu liefern, sondern auch dass sie eure
Nachricht hinter den Texten verstehen?
Das ist für uns sehr wichtig! Es sagt eine Menge darüber aus, wie du mit deinen Fans umgehen kannst und wir gegenseitig auf einander eingehen können. Solange wir in den Fans das Interesse an unserem Produkt und an der Band wecken können erreicht wir etwas. Für uns ist es sehr wichtig gewisse Dinge, wie wir sie sehen, auf diese Weise zu betonen.
Bekomme
ich von dir jetzt schon einen Hinweis auf das neue Album?
Nein, sorry keine Chance. Wir arbeiten immer noch sehr hart daran. Ich sage nur, dass das neue Album im Mai 2009 auf den Markt kommen wird.
Wie
funktioniert der Ablauf bei MNEMIC, wenn ihr ein neues Album produziert?
Normalerweise schreiben wir zu hause. Ich mache eigentlich das Meiste der Arbeit in meinem Homestudio. Guillaume macht auch eine menge Arbeit in seinem Studio bei sich zu Hause. Zwischendurch synchronisieren wir das Ganze. Die Anderen üben und spielen hauptsächlich im Proberaum und erarbeiten ihre Parts. Wir treffen uns dann jeweils und fügen alles zusammen. Ich denke für uns ist dieser Ablauf eine gute Kombination, welche für jeden von uns gut funktioniert. Das Ergebnis ist jedenfalls immer als Gruppenarbeit entstanden.
Ihr
hattet ja einige Änderungen in eurer Bandgeschichte. Bleibt ihr nun so in
dieser Formation zusammen?
Ja, es gibt definitiv keine Änderungen mehr.
Ich
denke, Guillaume hat MNEMIC nochmals einen Schritt vorwärts gebracht, seine
Stimme ist sehr vielseitig. (Mircea nickt mir zustimmend zu) In einigen
Musikforen konnte ich jedoch über die Skepsis und den Unmut einiger Fans lesen.
Haben die Fans euren Wechsel jetzt akzeptiert?
Ja ich denke die meisten haben Guillaume akzeptiert. Einige nicht, die werden es wohl auch nie, da Guillaume Franzose ist. (lacht) Natürlich gibt es immer noch ein paar welche immer noch Michael nachtrauern. (Michael Bogballe, der ehemalige Sänger) Das jetzt, das sind wir, MNEMIC 2008 und die Fans müssen uns so akzeptieren wie wir jetzt sind und ich hoffe dass sie dies tun.
Gillaume
hat auf „Passenger“ einen wirklich guten Job gemacht. Er hält die Balance
zwischen den brutalen und den melodiösen Parts (Mircea nickt zustimmend). Hat
er sich von Anfang an so gut eingelebt oder gab es irgendwelche Startprobleme?
Nein, überhaupt nicht! Er sang von Anfang an sehr gut und er hat sich auch problemlos bei uns eingelebt.
Wenn
immer ich in einem Musikforum über euch oder ein Review über eine eurer CD
lese, lese ich automatisch auch über den Vergleich von MNEMIC mit Fear Factory.
Nervt das nach 8 Jahren nicht?
Doch das tut es. Wir klingen nicht mehr wie Fear Factory. Wir hatten zwar, als wir begannen ein paar Sachen von Fear Factory übernommen, aber mittlerweile haben wir unseren eigenen Stil. Es ist am Anfang schwierig deinen eigenen Stil rüber zu bringen und wenn man ein Label sucht ist es einfacher, wenn man sagen kann, man klingt wie diese oder jene Band. Das war am Anfang notwendig, mittlerweile klingen wir wie MNEMIC und wollen diese Vergleiche nicht mehr hören.

In
einem Interview, welches schon ein paar Jahre zurück liegt, habe ich folgendes
gelesen: Wenn euer Bekanntheitsgrad so ansteigt, dass ihr euch alles leisten könntet,
würdet ihr euer Geld folgendermassen investieren. 1. Musikutensilien, 2.
Alkohol, 3. Autos und 4. Frauen. Hat sich an dieser Reihenfolge mittlerweile
etwas geändert?
Das hoffe ich doch schwer dass sich da etwas geändert hat, das hört sich voll bescheuert an! (lacht) Ich weiss nicht, was ich dir darauf antworten soll, ich war damals wohl sehr jung und dumm als ich das sagte.
Jeder
sprich momentan über das neue Metallica Album „Death Magnetic“, welches im
September erscheint. Was erwartest du von diesem Album?
Ich denke das wird ein sehr gutes Album werden. Das was ich bis jetzt via Internet hören konnte gefällt mir sehr gut. Es klingt wie eine Mischung aus „Justice For All“ und dem schwarzen Album. Es ist Metallica, aber sie haben mich sowieso noch nie enttäuscht. Auch nicht mit „St Anger“ ich mag auch auf diesem Album einige Songs. Ich respektiere Metallica dafür, dass sie mit ihrer Musik auch mal experimentieren und ihr eigenes Ding durchziehen. Mich interessiert es nicht, was die Leute sagen. Wenn die sagen die Musik ist schlecht weil es nicht wie Metallica klingt, ist das für mich nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass sie das machen was sie machen wollen und dass das bei ihnen an erster Stelle steht. Für mich kommt mit „Death Magnetic“ einfach ein weiteres Metallica Album auf den Markt, das rocken wird. Ich freue mich darauf.
Was
erwartest du 2009 für MNEMIC und für dich?
Wir erwarten das neue Album und hoffen darauf, dass wir noch mehrere Shows mit Metallica haben können. (lacht) Alles andere lassen wir auf uns zukommen.
Was
hast du, ausser Musik zu machen, sonst für Interessen?
Ich habe erst kürzlich ein neues Projekt angefangen mit Software Design und Entwicklung. Das ist momentan das, was mich neben der Musik am meisten interessiert.
Was
magst du hier an der Schweiz am meisten? Die Berge, den Käse, die Schokolade,
das Bier oder die Frauen?
ALLES, ernsthaft, ich mag die Schweiz und mag alles an ihr!

(unsere Denise post mit Mircea um
die Wette)
Böse
Jungs wie ihr es seid. Erzähl mir etwas über dein Frühstück. Milch, Tee oder
Kaffe oder Bier, Whisky und Pizza?
Milch mit Sicherheit und manchmal auch Brot dazu. Mein Frühstück sieht ganz normal aus, ich bin kein böser Junge!
Gibt es
unter euren dunklen Kleidern irgendwelche versteckten Tattoos oder Piercings
welche die weiblichen Fans interessieren könnte?
Ich hatte mal ein Piercing in meiner Brustwarze aber das ist rausgewachsen. Das war noch aus der Zeit als ich jung und dämlich war. (lacht) Ich habe noch ein Tattoo (zeigt auf sein Bein) das ist alles und ich werde mir kein weiteres machen lassen.
Zum
Abschluss möchte ich mit dir ein kleines Spiel machen. Ich gebe dir ein paar
Stichworte und du sagst mir das erste, was dir dazu einfällt.
Schweiz?
Schokolade
Judas
Priest’s „Nostradamus?
ÄÄÄhhhh..ok…
Eurovisiom
Song Contest?
Weiss ich gar nichts darüber, ich schaue kein TV.
Groupies?
Ich hasse Groupies.
Metallica?
Ich liebe sie!
Within
Temptation?
Wir haben zusammen auf ein paar Shows gespielt, haben sonst aber nichts mit ihnen zu tun gehabt.
MySpace?
Ich mag MySpace.
Da ich
weiss, dass du keine Schlussworte magst, brauche ich dich ja nicht zu fragen ob
du mir noch etwas sagen willst.
Genau ich mache keine Schlussworte! Aber ich danke dir für das Interview.
Ich bedanke mich!
(Interview by Denise)