HEAVEN'S BASEMENT

"Wir haben uns dann aufgelöst und jeder ging für ein Jahr eigene Wege..."

(März 2009)

 

www.heavensbasement.com

 

Nachdem Chris und ich uns eine Weile gesucht und dann doch noch gefunden hatten, führte er mich in den Backstagebereich der Rockfabrik in Augsburg. Die Jungs von HEAVEN’S BASEMENT trudelten einer nach dem anderen ein, ich wurde jedem vorgestellt, und es wurde zuerst mal gegessen: Schnitzel mit Kartoffelsalat, was sonst? Ich wartete, trank meine Cola und fand das alles sehr cool. Als auch Rob mit seinem Schnitzel fertig war ging’s dann in die Garderobe zum Interview. Diese war zwar etwas klein, aber die Jungs machten es sich auf dem Boden bequem und ich bekam das Sofa!

Hallo noch mal, schön euch zu treffen. Wie läuft die Tour?

Alle zusammen: Hallo nochmal!

Richie: Die Tour läuft super bis jetzt!

Sid schien Problem mit der Tür zu haben, die sich nicht verschließen ließ, und die er dann mit dem Mülleimer zuhielt

Sid: so jetzt sind wir bereit!.

Seid ihr das erste mal in Deutschland?

Richie: nun, es ist das erste mal, dass wir auch durchfahren.

Sid: wir sind doch nicht das erste mal in Deutschland?

Richie: doch, mit dieser Band sind wir das erste mal hier.

Was habt ihr ausser den Konzerthallen und der Strasse gesehen?

Sid: Schnee, viel Schnee. Viele Gebäude, viele Bars…

Richie: wir hatten einen Tag off in Berlin und das haben wir sehr genossen. Aber es hat auch in Berlin geschneit. Wenn man in Berlin ist, sollte man sich die Mauer ansehen und das haben wir auch gemacht.

Jetzt seid ihr ja in Bayern…

Sid: wir sind in Bayern?

Chris: ja seit gestern sind wir in Bayern…

Augsburg und Nürnberg sind bayerische Städte und ihr müsst das bayerische Bier probieren, denn es ist das beste!

Sid: ja, machen wir! Im Vergleich zum Englischen…

(Großes Gelächter) Ich meinte das ernst! Na gut, wenigstens sah ich die Jungs später alle mit ner Pulle Bier in der Hand…

Ich hab gelesen, dass ihr mit einem anderen Namen HURRICANE PARTY angefangen habt, den dann aufgrund des Hurricane Katrina gewechselt habt in ROADSTAR, dass ihr euch getrennt habt und jetzt wieder als HEAVEN’S BASEMENT zusammen gefunden habt. Wie lange gab’s ROADSTAR?

Rob: ein paar Jahre…

Richie: ja, zwei Jahre. Wir haben uns dann aufgelöst und jeder ging für ein Jahr eigene Wege. Dann trafen wir uns wieder, haben wieder angefangen miteinander Musik zu machen. Und raus kam das hier.

Was ist der Unterschied zwischen den beiden Bands?

Richie: wir haben sicher noch vieles von ROADSTAR, aber HEAVEN’S BASEMENT hat mehr Leidenschaft, klingt härter und kommt ein klein wenig mehr vom Herzen (dabei klopft sich Richie auf die Brust und sieht mir tief in die Augen…)

Gab es Besetzungswechsel?

Richie: ja, es gab einen Zuwachs, der war der (zeigt auf Sid)… wie heißt er gleich noch mal?

Sid: (verdreht die Augen) Sid…

Und wie lange gibt’s  HEAVEN’S BASEMENT?

Hier redeten alle durcheinander, aber ich denke ich hab ein "April last year" rausgehört, aber nagelt mich da mal nicht fest!

Wie habt ihr eigentlich ganz am Anfang zusammen gefunden?

Richie: ja, so wie das bei jeder Band ist. Jonny und Rob spielten vor Jahren in einer Band zusammen, die dann später HURRICANE PARTY wurde. Wie das so ist, stieg dann der Drummer aus, Chris kam dann dazu, dann verließ der Sänger die Band und ich kam dazu, dann wurde daraus ROADSTAR, dann kam Sid dazu. Wir wuchsen als Band zusammen und entwickeln uns als solche.

Das Magazin “Rocks” hat euch zur besten Newcomer band von 2008 und der besten Band ohne Label gewählt. Wusstet ihr davon?

Sid: ja?

Also nicht alle haben’s gewusst.

Chris: ja!

Richie: das ist sehr cool!

Jonny: die haben doch auch auch einen unserer Songs auf die Cd gepackt.

Das war schon der zweite…

Jonny: oh zwei, cool!

Sind Kritiken wichtig für euch?

Jonny: Kritiken? Nein! Wir machen was wir wollen.

Ihr habt ein paar Gigs für BON JOVI eröffnet…

Richie: ja…

… habt ihr ihn getroffen?

Richie: nein!

Mist, so wird das nie was mit der Nummer von Jon!!! Es ist nicht so einfach für eine so große Band zu eröffnen, die Fans können da schon mal sehr intolerant sein. Was habt ihr da erlebt?

Richie. Hm… dein Job ist es, das Publikum für dich zu gewinnen. Wenn du ins Schleudern kommst, hast du schon verloren. Wir können sagen, dass wir bis jetzt immer in der glücklichen Lage waren, die Leute für uns zu gewinnen.

Chris: wir haben auf dem Bloodstock-Festival gespielt, auf dem wirklich harte Metal-Bands waren, haben da auf der Main eröffnet und es war wirklich, wirklich gut und auch den Leuten hat’s sehr gefallen.

Rob: davor haben wir ein Indie-Festival am Strand gespielt, wo das Publikum ein völlig anderes war.

Richie: ich denke es kommt darauf an wie du loslegst. Du musst das Publikum kennen, dann kannst du dich darauf einstellen und loslegen.

Was macht ihr wenn ihr keine Musik macht?

Richie: making love… (und guckt dabei ganz verschämt… tz tz tz, als ob ich ihm das abkaufen würde)

Gelächter von den anderen!!!

Richie: naja, es ist ein Full-time-Job im Moment.

Ihr macht nix anderes?

Richie: nein, keine anderen Jobs.

Sid: wir sitzen also auf dem Sofa…

Chris: schreiben an neuen Sachen…

Richie: besuchen unsere Familien und Freunde.

Ihr könnt wirklich von der Musik leben?

Jonny: nein, nicht leben. Wir existieren irgendwie!

Richie: die Sache ist die, wenn wir damit aufhören, merken wir, dass wir weder Geld noch was zu essen haben, und deshalb müssen wir immer weiter machen.

Chris: das was du am Anfang gesehen hast, war unser Essen für Wochen!!!

  

Ich kenn das Leben von Musikern, mein Vater und mein Onkel sind/waren Musiker, aber die mussten immer auch noch arbeiten. Aber ihr habt ja auch noch keine Familien für die ihr sorgen müsstet, oder?

Entsetzen in den Augen der Jungs, dann ein einstimmiges NOOOOO!

Jonny: wir sind froh wenn wir auf uns selber aufpassen können.

Habt ihr mittlerweile schon bei einem Label unterschrieben?

Chris: nein, wir übereilen da nichts. Es ist nichts Konkretes geplant. Wir lassen das auf uns zukommen. Die Dinge kommen auf uns zu und es wird schon das richtige dabei sein.

Was ist als nächstes geplant?

Chris: viel neues schreiben, dann im April/Mai touren in UK, ein paar Festivals in Rumänien und Spanien, wir hoffen auch wieder in Deutschland.

Wo seht ihr euch selber in fünf Jahren?

Jonny: im Gefängnis!

Gelächter!

Sid: wenn er so weiter macht wird er eher tot sein!

Jonny: wir werden wohl das selbe machen wie jetzt. Touren und Musik machen. Aber dann für unser eigenes Publikum und nicht für das einer anderen Band.

Ihr seid jetzt mit THUNDER auf Tour, die nach dieser Tour wieder getrennte Wege gehen. 20 Jahre waren sie im Geschäft, macht euch das stolz, dass ihr auf der Abschiedstour dabei sein könnt?

Alle: ja sehr stolz!

Richie: da kann ich jetzt nur für mich persönlich reden. Mich macht es sehr stolz, denn ich bin mit der Musik von THUNDER aufgewachsen. Mein Vater hat THUNDER immer gehört und jetzt kann ich sagen, wir sind Freunde geworden! Man hat Respekt voreinander und mich macht das sehr stolz.

Jonny: es ist immer gut, wenn eine Band dir die Möglichkeit gibt, vor Leuten zu spielen. Egal wer das nun ist.

Erzählt mal ein paar lustige Geschichten, die so auf Tour passieren…

Sid: wir erzählen dir gar nichts!

Richie: auf dieser Tour?

Egal…

Sid: wir gehen immer gleich nach der Show brav ins Bett, trinken heiße Milch und erzählen uns reihum Gute-Nacht-Geschichten.

Ja, ja, ja….

Nun, die Frage, die ich immer stelle, Sex, Drugs und Rock’n’Roll, lebt ihr dieses Klischee?

Sid: Rock’n’Roll, Sex and Drugs…

Richie: nuuun, sicher leben wir es, aber nicht so wie man sich das vorstellt. Es ist so, zuerst kommt die Musik und jeder von uns will in erster Linie eine gute Show spielen und einen guten Job machen…

Jonny: ich denke, dass viele dieses Klischee Sex, Drugs and Rock’n’Roll leben, auch wenn sie nicht in einer Band spielen. Sie ziehen am Wochenende los, in einen Club oder so, lassen sich voll laufen und versuchen jemanden abzuschleppen.

Richie: die haben nur weniger Rock’n’Roll, wenn sie 5 Tage arbeiten müssen.

Sid: das ist das gute daran, wir können verschiedene Bars, verschiedene Frauen… öhm…  Drinks probieren…

Dann folgt seltsames Genuschel, das mir bis heute und mehrmaligem Anhören des Bandes immer noch ein Rätsel ist.

Richie: er hat heute zu wenig Drogen genommen…

Und nun könnt ihr noch die letzten Worte an unsere Leser richten, bevor ich mir die Show ansehe…

Jonny: habt ein Auge Drauf, wann unsere CD erscheint. Die kommt irgendwann.

Richie: und wann wir wieder hier sind um zu spielen…

Ihr sagt mir Bescheid, wenn ihr wieder hier seid!

Chris: aber ja!

Rob: ihr habt hier voll viel Auswahl an Brot und Wurst und Käse!

Öhm… ja, was soll ich jetzt da drauf sagen, ist so!

Rob: vier verschiedene Schinkensorten…

Sid: … und Salami… und welches ist nun das beste Bier?

Die anderen verziehen sich schon mal, ich fang sie aber später noch mal für ein Foto ein, während ich Sid erkläre, dass wir hier in Bayern in fast jedem Landkreis eine eigene Brauerei haben und somit ein eigenes Bier. Was aber nicht heißt, dass da auch jedes Bier schmeckt!

Sid: ja, ich glaub wir sind hier an der Brauerei vorbei gefahren, Augsburger… irgendwas…

Ich wohn ja nicht in Augsburg und kann dir somit nichts zu dem Augsburger Bier sagen. Ich weiß auch nicht welches Bier, die hier in der Rockfabrik verkaufen. Probier einfach mal durch!

(Interview by Melanie)


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