DISTURBED
"Myspace ist toll!"
(Interview mit Dan Donegan, Oktober 2008)

Kaum aus der SHINEDOWN Garderobe raus, wartete schon der Tourmanager von DISTURBED ungeduldig auf mich. Er nahm mich mit zum Tourbus, sagte mir, dass Dan drinnen auf mich wartet und meinte mit erhobenem Zeigefinger energisch: „You have 10 Minutes!“ Ich, das erste Mal in meinem Leben in einem Tourbus, (jepeeeee) ging die Stufen hinauf, wo Dan auf mich wartete. Wenn man Dan nur von der Bühne her kennt, würde man nicht glauben was für eine herzliche, ruhige und liebenswürdige Ausstrahlung dieser tätowierte, gepiercte, langbärtige Kerl hat! Während ich meine Sachen bereit legte, kam ein Crewmitglied mit einer Kamera dazu, setzte sich neben mich, richtete die Kamera auf uns und begann unser Interview zu filmen. Tja, da war sie dann auch wieder, meine Nervosität welche ich vorher bei SHINEDOWN endlich abgelegt hatte… Phuuu…na dann mal los!
Zuerst einmal, herzlich willkommen zurück! Wir haben euch vermisst!
Danke dir! Ja, wir waren aber
auch wirklich lange weg.
(und genauso ruhig wie oben beschrieben spricht er auch)
Wie ist die Tour bis jetzt gelaufen?
Es war riesig, wir sind
viereinhalb Monate hier drüber und freuen uns, zurück in diesem Teil der Welt
zu sein. Wir sehen neue Gesichter und neue Fans. Es ist über vier Jahre her,
seit wir das letzte Mal in der Schweiz waren, wir haben aber eine Menge seit
unserem letzten Album gemacht!
Gibt es Unterschiede zwischen dem europäischen Publikum und den Fans in Amerika?
Ääähhh… (überlegt)
ja, die gibt es tatsächlich. Wir haben natürlich eine grosse Fanbase in
Amerika und die unterstützen uns ja auch schon seit Jahren. Das Publikum in
Europa ist jedoch stürmischer, auch ein Bisschen verrückter. Ich denke der
Grund liegt darin, dass die Fans hier ja auch immer warten müssen, bis wir auf
unserer Tour um die Welt bei ihnen vorbeikommen. Die freuen sich dann auch immer
sehr wenn wir endlich wieder da sind. Das gibt uns natürlich auch immer stärker
Anlass dazu, zurück zu kommen.
Ihr seid ja nicht das erste Mal mit Shinedown auf Tour. Jetzt habt ihr sie mit nach Europa genommen. Das ist super für uns Fans, aber auch ein toller Support für sie. Habt ihr diese Entscheidung getroffen, sie hier in Europa zu unterstützen oder war das ein Entscheid von irgendjemandem, irgendwo in einem Büro?
Nein, nein…Wenn wir auf Tour
gehen entscheiden wir immer selbst, wen wir als Support Act dabei haben wollen.
Wir wollen eine Band dabeihaben, die gut zu uns passt, deren Musik wir mögen
und die uns als Menschen sympathisch sind. Wenn das alles passt, unterstützen
wir die Bands dann auch gerne. Es kommt dann auch noch darauf an, ob diese
interessiert und zu dem Zeitpunkt verfügbar sind. Wir haben früher nie mit
Shinedown zusammen gearbeitet, wir haben zwar auf ein paar Festivals zusammen
gespielt, das war’s dann aber auch schon. Als wir ihr neues Album gehört
hatten, gefiel uns die Energie, welche zu spüren war. Ihre Musik passt gut zu
uns und wir wussten, dass unsere Fans deren Musik mögen werden. Da Shinedown
sowieso nach Europa gehen wollten und auch zur Verfügung standen, war es für
beide Seiten schnell klar, dass wir zusammen arbeiten werden.
Ich habe euch mal live gesehen, da sass David auf einem elektrischen Stuhl. Eure Message damals war, dass Menschen, welche nicht der Norm entsprechen von der Gesellschaft verurteilt werden. Was ist eure Nachricht hinter der Hannibal Lector Maske, welche David zu Beginn des Konzertes trägt?
Jede Art von Theater, welche
wir zu Beginn einer Show machen oder gemacht haben ging eigentlich immer in
dieselbe Richtung, das ist auch jetzt mit der Hannibal Lector Maske und der
Zwangsjacke wieder so. Wir wollen zeigen, dass Leute, die nicht der Norm
entsprechen und ein Bisschen verrückter als andere sind von dem grössten Teil
der Gesellschaft ausgeschlossen und benachteiligt werden. Wir, die Band und
unsere Fans gehören da ja auch dazu. Es reicht ja schon, wenn du lange Haare
hast oder Tattoos oder Piercigs, etwas, was du für dich gewählt hast und mit
dem du dich wohl fühlst, der Gesellschaft jedoch nicht gefällt oder sogar nur
schon, wenn du dich anders kleidest als der Rest.
Wie würdest du die DISTURBED Live Show beschreiben?
Es ist Energie, Leidenschaft
und auch Therapie für uns und unsere Fans. Das sind unsere eineinhalb Stunden
des Tages wofür wir leben und arbeiten. Wir warten jeden Tag darauf, dass es
Abend wird und wir auf die Bühne gehen können, wo das Publikum energiegeladen
auf uns wartet. Das heizt uns natürlich immer wieder von neuem an. Wenn man fünf
Shows in einer Woche hat oder wenn man mal einen nicht ganz so guten Tag hat
kommt es schon vor, dass man sich etwas ausgelaugt fühlt. Sobald wir dann das
Publikum hören, steigt auch die Energie in uns. Es kommt deshalb bei unseren
Shows stark auf die Fans an. Je mehr Energie wir von ihnen spüren umso
energiegeladener werden wir auf der Bühne. Die Bühne zu betreten ist für uns
immer wieder von neuem ein sehr aufregender Moment.
Mit „Indestructible“ habt ihr ein Album gemacht, welches wieder sehr zornig und dunkel ist. Geht ihr wieder zurück zu den Wurzeln?
Etwas. Wir wollten nicht total
von dem Weg wegkommen, welchen wir bisher eingeschlagen hatten, wir haben auch
auf diesem Album viele melodiöse Parts. Was wir wollten ist wieder etwas
dunkler zu werden. Da wir aber auf unseren letzten Alben viel gemacht haben, was
uns immer noch gefällt, haben wir einfach das beste aus dieser Zeit genommen
und mit unseren heutigen Wünschen vermischt. Als wir dann anfingen daran zu
arbeiten kamen wir automatisch in diese Richtung. Dazu kommt, dass David sich
wieder vermehrt auf seinen alten Gesangs-Stil konzentrieren wollte und wir
mussten ihm daher Songs liefern, welche diesen Stil auch fordern.
(Die Tür ging auf und ich wurde von einem grimmig dreinschauenden Tourmanager angestarrt. Ich habe zu Dan geschaut, welcher mir mit einem Lächeln und leichtem Kopfschütteln zu verstehen gab, dass ich mich davon nicht beeindrucken lassen soll und weitermachen darf. Also habe ich wieder zum Tourmanager rübergeblickt, welcher seine fünf Finger in die Luft streckte und mir mit einer lautlosen Lippenbewegung zu verstehen gab, dass ich noch weitere 5 Minuten habe.)
Mit „Indestructible“ habt ihr einen Song für eure Truppen im Irakkrieg gemacht nachdem ihr sie dort besucht hattet. Wie wichtig ist dieses Lied für euch?
Sehr wichtig! Wir sind absolut gegen den Krieg, aber es sind unsere Jungs welche dort unten sind und für ihr Land kämpfen. Du solltest stets gegen den Krieg sein, aber du musst auf jeden Fall für deine Truppen sein. Die machen alle ihren Job. Sie kriegen einen Auftrag und den müssen sie erledigen, ob sie wollen oder nicht. Wir alle sollten sie unterstützen, damit sie den Tag und die Opfer, welche sie bringen müssen überstehen. Wir hatten auch in der Vergangenheit viele Truppen, welche an unsere Konzerte kamen. Damals haben wir schon „Meet&Greets“ mit ihnen gemacht und uns wurde immer wieder gesagt, dass unsere Songs den Männer und Frauen Kraft geben, damit sie nachher wieder zurück in den Kampf gehen können und wir ihnen somit helfen, diese schwierigen Zeiten zu überstehen. Mit „Indestructible“ wollten wir für sie ein Lied machen, welches sie direkt anspricht. Bei dem sie, so gut es geht Kraft holen können um das, was der Tag bringt zu überstehen. Wir hoffen auch dass wir ihnen so helfen die Angst, welche sie die ganze Zeit begleitet, etwas zu vergessen. Es ist für uns wichtig, dass unsere Truppen wissen wir schätzen das, was sie da unten leisten und unterstützen sie so gut wir können.

Was bedeutet Myspace für dich?
Myspace ist toll! Es gibt uns
die Möglichkeit mit unseren Fans Kontakt zu haben und unsere Musik zu präsentieren.
Wir geben ja schliesslich unser bestes um eine weltweit bekannte Band zu werden.
Mit Myspace haben wir einen weiteren Bereich, welcher uns die Möglichkeit gibt
unsere und neue Fans zu erreichen. Du siehst ja wie lange wir keine Zeit mehr
hatten euch hier in der Schweiz zu besuchen. Es gibt jedoch viele, welche in der
Zeit in der wir weg sind, auf unseren Account klicken um sich zu informieren. So
können wir unseren Fans etwas nahe sein und eine grosse Bandbreite an Menschen
erreichen. Das trifft natürlich auf alle diese Internetseiten zu. Vor allem für
junge Bands, welche keinen Vertrag in der Tasche haben, ist Myspace ein sehr
gutes Werkzeug um bekannt zu werden und ihre Musik unter die Masse zu bringen.
Früher war komplett anders wenn man erfolgreich werden wollte. Als wir
anfingen, mussten wir Tapes aufnehmen und diese dann, in der Hoffnung, dass
jemand sich das anhört und etwas davon spielt, überall hinschicken. Heute
haben die Bands eine Myspace oder eine Bandseite und wenn jemand ihre Seite
findet kann er sich über die Band informieren und gleichzeitig die Musik hören.
Da ist die Chance gross, dass dieser dann auch ein Fan der Band wird.
Mittlerweile können wir auch DISTURBED Videos auf MTV sehen. Das war ja zu Beginn nicht so. Wie viel bedeutet es euch, dass MTV eure Videos zeigt?
Jedes Video, das wir machen,
machen wir ja auch um die Message, welche im Song ist besser rüber bringen zu können.
Es ist halt eine weitere Möglichkeit unsere Musik zu verbreiten. Wir hatten es
am Anfang in dieser Beziehung nicht leicht. Bands wie wir, Metalbands allgemein
haben schwerer auf diesem Weg ihre Songs unter die Leute zu bringen. Die
Musiksender zeigen zwar unsere Videos, aber wirklich viele Heavy Metal Videos
sieht man ja nicht. Die sind auf Rock, Pop und Hip Hop ausgerichtet. Wir werden
immer wieder Videos machen, für uns und für unsere Fans. Wenn wir die Möglichkeit
bekommen, unsere Videos zu zeigen, dann nutzen wir diese Option, auch wenn sie
nicht sehr gross ist. Im Endeffekt geht es darum, so viele Menschen wie möglich
zu erreichen und je mehr Wege wir dazu nutzen können, umso besser ist das natürlich
für uns.
Ihr habt ja schon jede Menge Soundtracks, Musik für Games und für die WWE gemacht. Ich erinnere mich, dass Stone Cold Steve Austin zu einem Song von euch eingelaufen ist. Mögt ihr es, diese Art von Songs zu komponieren oder ist das nur fürs Geschäft?
Als wir damals den Song für
Steve Austin machten, gab es uns ganz frisch. Wir hatten gerade unser erstes
Album heraus gebracht und wir wurden gefragt, ob wir seinen Theme Song, welcher
damals schon geschrieben war, mit unserem Sound aufnehmen wollen. Austin war zu
dieser Zeit der beste Wrestler den es gab und wir dachten, wow! Das war eine
hervorragende Möglichkeit für uns Werbung in eigene Sache zu machen. Unsere
Musik spricht ja viele Kämpfer, Soldaten und Athleten an, also passt das
jeweils ganz gut. Unser Stil eignet sich ja definitiv dazu, das Adrenalin im Körper
zu steigern und nach vorne durchzustarten. Da die WWE ja auch ein Bisschen „disturbed“
ist, passen wir und unsere Musik ganz gut dazu. Auch dies ist eine weitere Möglichkeit
ein neues, anderes Publikum zu erreichen. Dadurch haben wir auch viele neue Fans
gefunden.
DISTURBED gibt es immer noch in der fast gleichen Zusammensetzung wie am Anfang. Ihr hattet nur 2003 einen Wechsel, was ja doch etwas unüblich ist. Was ist euer Geheimnis?
Jeder von uns hat einen sehr
grossen Respekt den Anderen gegenüber. Wir sind alle sehr humorvoll und necken
uns auch oft gegenseitig. Wir wissen jedoch alle auch wenn wir aufhören müssen.
Wenn man schon solange zusammen ist, dann merkt man auch schnell wenn einer mal
einen schlechten Tag hat und etwas Abstand braucht. Du siehst ja, so eng wie das
hier drinnen ist, hat man natürlich nicht sehr viel Platz um einander aus dem
Weg zu gehen. Wir versuchen dann trotzdem so gut es geht denjenigen in Ruhe zu
lassen. Unser Humor hilft uns da schon oft weiter. Ich denke es gibt
wahrscheinlich viele Bands, welche schockiert wären wenn sie uns sehen würden.
Wir sind wirklich eine ganz enge Einheit und eine Band, welche aus besten
Freunden besteht. Wir haben in den letzten 12 Jahren ja schliesslich auch mehr
Zeit zusammen als mit unseren Familien verbracht, da lernt man schon, wie man
miteinander umgehen muss.
Auf der Bühne bist du sehr impulsiv und aggressiv. Bist du in deinem Privatleben auch so ein impulsiver Mensch oder ist das die Seite an dir, welche du nur auf der Bühne auslebst?
(also eigentlich hätte ich mir diese Frage auch sparen können, denn Dan ist aber so was von nett und die Ruhe selbst, den bringt nichts aus der Ruhe! Schon gar nicht der mittlerweile doch recht genervte Tourmanager, welcher nun wieder da stand und mir zu verstehen gab, dass meine Zeit um sei. Dan gab mir doch auch dieses Mal lächelnd und kopfschüttelnd zu verstehen, dass ich mich nicht zu beeilen brauchte oder aufhören musste. Also habe ich zum Tourmanager geschaut, meine fünf Finger in die Luft gestreckt und mit einer lautlosen Lippenbewegung 5 Minuten zu ihm gesagt, was Dan sichtlich amüsierte. Den Manager zwar weniger, aber er ist tatsächlich wieder gegangen. *g* )
Für mich persönlich ist das
so ein Umschalten, was in mir passiert. Eigentlich sind wir alle auf der Bühne
voll im Element, lehnen uns privat aber gerne zurück. Einige von uns haben
mittlerweile Familien oder sind auf dem besten Weg dazu bald eine zu haben und
geniessen die Zeit, die sie gemütlich zu Hause verbringen können. Auf der Bühne
kannst du natürlich alles rauslassen und auch dein Ego befriedigen, das ist
ganz etwas anderes. Man kann es schon so bezeichnen, dass wir alle eine andere
Persönlichkeit haben und ausleben, wenn wir auf der Bühne stehen.
War ist das Beste, dass du mit DISTURBED erlebt hast?
Ich habe die Möglichkeit,
jeden Tag das zu tun was ich will und was ich mag und dann bin ich auch noch
erfolgreich darin! Ich mache meinen Job hier seit neun Jahren professionell. Ich
bin jetzt in Zürich und werde heute Abend eine Show haben. Jedes Mal, wenn wir
herkommen ist der Saal, in dem wir auftreten grösser als das letzte Mal, als
wir hier waren. Was will man mehr? Als Band zu wachsen und erfolgreich zu sein
ist für uns alle das Beste, was uns passieren konnte.
Wirst du wählen gehen?
Ich hoffe es, die Wahlen sind
am 4. November und wir werden erst am 3. nach Hause fliegen. Je nachdem, wenn
ich rechtzeitig zurück bin und kein Jet Lag habe werde ich sicher wählen
gehen.
Darf ich fragen wen?
Obama!
Was erwartest du vom neuen Präsidenten?
Naja, worauf wir alle hoffen ist auf einen Wechsel. Die letzten Jahre waren einfach nur die Hölle für Jeden. Es ist das erste Mal, dass ich erlebe, wie viele Menschen aus anderen Ländern darauf warten, dass diese Ära endlich vorbei ist und eine so starke Ablehnung gegen unser System haben. Ich denke viele von uns werden sich wohler fühlen, wenn sie wissen, dass Obama für sie im Weissen Haus sitzt. Mc Cain ist einfach zu alt für diesen Job. Er hat seine Chance vor acht Jahren verpasst und ist auch jetzt nicht der Richtige dafür. Mir ist auch nicht wohl bei dem Gedanken, dass falls er gewählt werden sollte, Sarah Palin dabei ist. Sie ist in meinen Augen schlichtweg nicht qualifiziert Vize-Präsidentin oder im schlimmsten Fall sogar Präsidentin zu sein, falls Mc Cain etwas passieren sollte. Das gibt mir überhaupt kein gutes Gefühl.

Unsere Denise im Griff von
Dan Donegan
Was erwartest du für 2009?
Wir werden viel auf Tour sein.
Ich hoffe, dass wir im Juni für ein paar Festivals nach Europa zurückkommen können,
Auftritte in Amerika haben wir natürlich auch. Dann wollen wir alle wieder mal
für eine kurze Zeit nach Hause und sollten auch mal wieder etwas am neuen Album
weiter arbeiten.
Was isst du zum Frühstück, Brot und Milch oder Bier und Pizza ?
Zum Frühstück? Ich bin nicht
der Frühstück-Typ, ich bin eher Lunch-Typ, als du also Bier und Pizza gesagt
hast, hast du schon meine Aufmerksamkeit erreicht!
Ich dachte mir, böse Jungs wie ihr und Milch? Da passt Bier besser…
Hey da hast du natürlich schon
recht! Wir trinken gerne! David nicht mehr, seiner Stimme zu liebe. Ein paar von
uns trinken jedoch schon auch mal einen Fruchtsaft zum Frühstück. Aber wir
bevorzugen definitiv die Drinks.
(da lachte und strahlte sogar der Kameramann der immer noch filmend neben mir sass)
Ich möchte dir zum Abschluss einige Stichworte geben und du sagst mir das erste. Was dir dazu einfällt, ok?
Natürlich, gerne.
Die Schweiz?
Wunderschön, ich habe bis
jetzt viel zuwenig von diesem Land gesehen. Wir hatten auch dieses Mal keinen
freien Tag hier. Ich hoffe und freue mich darauf, irgendwann mal hierher zu
kommen, ein paar Tage frei zu haben und auch mal etwas anschauen zu können.
Groupies?
Das ist für uns eine schon
etwas ältere Geschichte. Drei von uns sind mittlerweile verheiratet. Es ist
aber trotzdem ein Teil des Rock’n’Roll und ist ja auch ein Grund weshalb man
Musiker werden will. Den Girls macht es halt Spass einem Typen zuzuschauen, der
Gitarre spielt und auf der Bühne steht. Sie waren der Grund, weshalb man früher
überall zu spät kam. Man hatte somit aber auch immer eine gute Ausrede.
Metallica’s „Death Magnetic“?
Als ich das Album zum ersten
Mal hörte war ich erfreut, sie gehen damit wieder in die richtige Richtung.
Metallica sind ganz klar die beste Metalband auf der Welt und sie haben viele
Alben und viel Material von denen sich die Leute das herauspicken können, was
ihnen gefällt. Sie gehen aber mit „Death Magnetic“ sicher wieder mehr zu
ihren Wurzeln zurück, haben wieder härtere Riffs und längere Songs, ich mag
es.
American Idol?
Naja, finde ich nicht so toll,
interessiert mich aber auch nicht wirklich. Mit jeder Staffel erregt American
Idol mehr Aufmerksamkeit und ich wundere mich immer wieder, wie viele Leute es
gibt, denen es anscheinend nichts ausmacht sich dort vor laufender Kamera zu
absoluten Idioten zu machen. Natürlich hat es da und dort ein paar Talente
dabei. Sieh nur mal Daughtry, er ist ein guter Rocksänger mit einer tollen
Stimme. Das Publikum wählt ja den Sieger und obwohl American Idol eine Pop
Veranstaltung ist, haben sie für den Rocksänger angerufen. Bei dieser Staffel
ist wenigstens etwas Gutes am Ende rausgekommen.
Ozzfest?
Das ist ein grosser Meilenstein
in unserer Karriere. Wir haben mittlerweile schon viermal dort gespielt und es
ist eine sehr gute Möglichkeit für uns mit anderen Bands aufzutreten. Wir mögen
Sharon und Ozzy sehr gut und haben dann immer eine gute Zeit. Es ist eine
grossartige Starthilfe für Newcomer Bands. Auch wir waren damals, in 2000 noch
unbekannt, mittlerweile haben sie uns schon viermal angefragt und wird nehmen
jedes Mal gerne an.
Dimebag Darrell?
Der wahrscheinlich beste Metal
Gitarrist, den die Welt jemals gesehen hat. Er war ein sehr bodenständiger Typ
und jedermanns Freund. Wir haben ihn damals kennen gelernt, ein ganz lieber
Mensch, ein unglaublicher Spieler, eine Legende.
(und jetzt war fertig mit lustig, der Manager öffnete die Tür, alles andere als leise wie zuvor, und starrte mich ununterbrochen und aber so was von ooobergrimmig an. Sein Blick blieb starr auf mich gerichtet, also schnell fertig machen!)
Hast du zum Abschluss noch irgendwelche hervorragende Abschlussworte für mich?
Phuuuu…(lacht)
hervorragende?
Ok einfach nur Abschlussworte reichen auch.
Also gut, aber ich erzähle dir
nun aber nichts mit einem wirklich tiefen psychologischen Sinn. Wir wollen nächstes
Jahr für das neue Album vermehrt ausserhalb von Amerika auftreten. Es gibt eine
Menge Metalfans da draussen, die wir noch erreichen können und mit denen wir
unsere Fanbase aufbauen wollen. Wir haben in kleinen Clubs angefangen und können
jetzt in immer grösseren Hallen auftreten, da unsere Fans bei der nächsten
Show ihre Freunde mitbringen. Natürlich ist dieser Weg nicht leicht und es
braucht seine Zeit. Wir sind ja keine Band, welch über Nacht plötzlich berühmt
geworden ist. Für uns stimmt dieser Weg jedoch, da es für uns toll ist mit zu
erleben wie jedes Mal, wenn wir auftreten, mehr Leute kommen um unsere Show zu
sehen.
Ich danke dir vielmals für die Zeit und das ausführliche Interview!
Ich bedanke mich!
Natürlich musste ich noch fragen, ob ich mein Foto machen darf, was Dan gemütlich mit einem „natürlich“ beantwortete. Also habe ich dem Kameramann meine Kamera gegeben um schnell noch ein Foto zu machen. Als der dann fand, das erste Foto sei nicht gut und er wolle noch ein zweites machen, hat es dem Manager anscheinend ganz den Rest gegeben, denn jetzt fing der an mit seinen Fingern auf die Ablagefläche zu klopfen. Dan legte freundlich den Arm um mich und zeigte mir erneut, dass ich den netten ungeduldigen Mann dort nicht beachten soll. Ich habe mich verabschiedet und mich beim Manager für die „Überzeit“ bedankt, was er dann doch mit einem „no problem“ beantwortete. Er schaute mich an, zeigte nach draussen und schrie sehr gestresst „wer ist der nächste?“ aus dem Bus. Da verstand ich auch, weshalb der so genervt war; da draussen war eine Schlange aus 5-6 Leuten, welche darauf warteten, ihr Interview mit Dan machen zu können. Uuuuppppsssss! Die mussten alle wegen mir warten! Das war mir dann nun doch etwas peinlich…Der Manager hat lachend (ja er hat doch noch gelacht) den Kopf geschüttelt, sich von mir nett verabschiedet und den Nächsten zu Dan gebracht. Tja, was soll’s, ich habe nichts von den Wartenden dort draussen gewusst, Dan hat es anscheinend nicht gestört und der Tourmanager wird’s verkraften. Dafür durfte ich doppelt so lange mit Dan plaudern und kann euch somit auch genug zum lesen liefern. (habe ich schon erwähnt, wie sehr ich meinen Job hier mag?) *gggggg*