BLEEDING THROUGH
"Wir waren nie eine Kritiker-Band"
(Interview mit Brandan, Dezember 2008)

Der
erste Schnee war in diesem Jahr gefallen, es war arschkalt und ich ging mit
meinem 14-jährigen Sohn aufs BULLET FOR MY VALENTINE Konzert. (Review könnt
ihr nachlesen). Im Vorfeld hab ich mich über die Vorbands informiert, und hab
mir gedacht, vielleicht klappt es ja mit nem Interview, damit das ganze nicht
ganz umsonst für mich war! Hat ja dann auch wunderbar mit BLEEDING THROUGH (von
denen ich auch das CD-Review gemacht habe) geklappt.
Also
wartete ich am VIP-Eingang bis ich abgeholt wurde, unterhielt mich mit einem
Kollegen eines wirklich großen Magazins, der aber leider nicht auf der
Interview-Liste stand und somit warten musste bis ICH fertig war (Mann, so was
tut echt gut!).
Und
schon saß ich Brandan, dem Frontman, Sänger und Gründer von BLEEDING THROUGH
gegenüber und es konnte losgehen…
Hi
Brandan, schön dich zu sehen!
Hallo, schön
dich zu sehen!
Ich
weiß es ist nicht das erste mal, dass ihr hier in Deutschland seid, ist es euer
erstes mal in München?
Nein,
wir waren schon 3x hier, das ist nun unser 4.mal.
Ihr
kommt ja aus Kalifornien und hier hat es nun geschneit… habt ihr auch so viel
Schnee? Eher nicht, oder?
Nein, aber ich
wohne zum Beispiel nur eine halbe Stunde von den Bergen entfernt. Da schneit es
auch ständig. Viele von uns fahren Ski oder Snowboarden. Man kann vormittags Snowboarden
und Skifahren, und nachmittags an den Strand, das ist ziemlich cool. Wir haben
hier keinen Strand…
Hast
du unser Bier schon probiert? Das bayrische ist das beste, musst du wissen
Ich trinke nicht!
Aber meine Frau und sie liebt das bayrische Bier! (wußt ich s doch, dass wir
diesen Ruf genießen)
Wenn
ihr auf Tour seid, seht ihr euch dann auch die Städte und Länder an, oder seht
ihr nicht viel mehr als die Konzerthallen?
Nein, ich
versuche immer rauszugehen um mir etwas anzusehen. Die Gebäude, so wie der Kölner
Dom. Leider hatten wir heute nicht so die Möglichkeit viel anzusehen. Wie sind
erst gegen Mittag angekommen und es ist sehr kalt draußen, also haben wir noch
nichts gesehen außer die Einkaufsstrassen.
(das
find ich auch sehr wichtig, besonders wenn man seine Frau dabei hat!)
Ich versuche mir
immer viel anzusehen in den verschiedensten Ländern.
Wir spielen bis
19.45 Uhr und dann haben wir noch genügen Zeit um rumzugucken. Aber es ist
wiiiirkliiiich kalt!
Ihr
ward dieses Jahr schon viel unterwegs und seid es jetzt dann noch mehr, wenn die
Welttour startet…
Wir haben im Sommer gestartet, als Support, die Headliner-Tour für die neue CD beginnt in Russland nach dieser Tour im Dezember, dann geht s nach Australien, dann in die USA und dann kommen wir noch mal nach Europa, und dann hoffen wir, dass wir nach Südamerika und Japan können.

Ihr
spielt schon die neuen Songs vom neuen Album, oder?
Ja, die neuen
Songs, die wir geschrieben haben und auf dem Album sind, liegen uns sehr am
Herzen und drei Lieder spielen wir davon. Der Rest ist von den vorhergehenden
Alben.
Die Leute auf
dieser Tour sind wohl am Anfang etwas geschockt wenn wir kommen. Wir sind ja
wirklich hard and heavy und die jungen Mädels und Jungs gucken dann erst mal.
Ja,
ich hab auch meinen Sohn mitdabei…
… ja genau, die
sind so 12, 13, 14 und die Mädels in den ersten Reihen die sehen schon sehr
schockiert aus am Anfang.
Ja,
ja, die kleinen Mädels…
Wie
bereitet ihr euch auf so eine Tour vor und wie wird man damit fertig?
Man muss es sehen
wie ein Job. Wir sind in der glücklichen Lage zu sagen, das ist unsere Arbeit.
Man muss sich fit halten, den Körper und den Geist; und man darf nicht ständig
feiern. Es gibt sicher Bands, die gehen auf Tour und feiern und feiern bis der Körper
nicht mehr mitmacht und dann brechen sie zusammen und nix geht mehr.
Bist
du immer noch aufgeregt vor einer Show?
Aber ja!!! Ich liebe es! Wir sind hier in München das 4. mal und ich bin nervöser als beim ersten mal.

Was
war der beeindruckenste Moment für dich auf der Bühne?
Hm… ich denke
das war 2006 als wir in England vor 20'000 Leuten gespielt haben. Die Atmosphäre
und die Leute waren super, alle kannten mich und meine Band, das war wirklich
großartig!
Gibt
es einen Unterschied zwischen den US-Fans und den europäischen/ deutschen Fans?
JA! Und hier ist der Unterschied! Die
amerikanischen Fans flippen immer aus, egal was du spielst und wie du spielst.
Die Engländer flippen auch aus, aber du musst gut spielen, spielst du nicht
gut, lassen sie es dich sofort wissen.
Und nun die
Deutschen. Die passen wirklich auf und hören zu. Sie flippen auch aus, aber
hinterher können sie dir genau sagen, wer was wie gespielt hat! Wie welches
Riff, wie die Drums usw. geklungen haben. Ja, die Deutschen passen wirklich gut
auf! Man denkt manchmal, die mögen einen nicht, aber das ist nicht so! Später,
wenn wir von der Bühne gehen bekommen wir aber zu hören, dass ihnen unsere
Show gefallen hat und dass wir wiederkommen sollen. Ich denke das ist einfach
die Art der Deutschen…
Vor
zwei Jahren war ich in den USA und mir kam es so vor als ob es dort eine viel größere
Rock-Szene gibt als hier.
Der Metal ist
hier größer!
Ja?
Metal und Rock hat hier so gut wie keine Lobby, weder im TV noch im Radio wird
er gespielt. Und in den Staaten ist es so, man steigt ins Auto, macht das Radio
an und … WOW…
jede Menge gute Musik…
Ja, das mag schon
so sein. Aber, drüben ist es so, dass der Rock und der Metal zum Mainstream gehören.
Die Leute hören es, weil es modern ist. Sie stehen
nicht dahinter. Hier ist es so,
dass die Leute, die Rock und Metal hören wirklich dahinter stehen – für
immer! Es ist ein Lebensgefühl für sie! Deswegen komme ich auch immer wieder
gerne hierher, weil ich weiß, wenn man einen guten Eindruck hinterlässt und
gut spielt, bleiben einem die Fans treu!
BLEEDING
THROUG existiert seit ca. 10 Jahren und es gab immer mal wieder einen Wechsel
der Musiker innerhalb der Band.
Ja, fast 10 Jahre. Ja, weißt du, am Anfang war das so eine Art Projekt, und wir nahmen alles nicht so ernst. Dann tourten wir und, da geht einiges auseinander, und über die Jahre hinweg musste der eine oder andere aus verschiedensten Gründen aussteigen. Aber in Kalifornien gibt es eine Menge Musiker, und wir kennen eine Menge Leute, also war es nie ein Problem für uns jemand neues zu finden.

Eure
neue CD “Declaration” ist eure best gereviewte CD, wie wichtig sind für
euch Kritiken?
Wir waren nie
eine Kritiker-Band. Die letzten beiden Alben kamen zwar recht gut an, aber diese
hier gefällt ihnen. Ja, wir mögen das schon (grinst)… wenn man ne Band ist,
die jetzt so lange im Geschäft ist, da darf man den Bezug nicht verlieren. Wenn
man dann seine beste Arbeit auf den Markt bringt und das positiv honoriert wird
tut das schon gut.
Was
weißt du über Deutschland?
Ja, das ist so
eine Sache. Bevor das mit der Musik angefangen hat wollte ich Geschichte
studieren und später Geschichte unterrichten. Und ich wollte hier in
Deutschland über den 2. Weltkrieg lernen… mich fasziniert die Wirtschaft
hier. Deutschland scheint es finanziell immer gut zu gehen, im Vergleich zu
anderen Ländern, sie spenden und geben immer auch anderen Ländern und sind
stolz darauf.
Was
war die letzte CD die du gekauft hast?
Wahrscheinlich
unsere eigene, “Declaration”!
Wie
wichtig ist dir euer Image?
Weißt du, als
wir anfingen, da war das noch wichtiger, wir trugen wie alle anderen Bands
dieser Art, schwarz und waren sehr düster und dunkel. Aber mit der Zeit wird
das Image unwichtiger, und jetzt tragen wir zwar immer noch schwarz, so wie wir
s immer gemacht haben, aber das Spielen steht im Vordergrund.
Wann
hast du sie dir machen lassen?
Ich hab mit 14
angefangen, jetzt bin ich 28 und jetzt bin ich fast ganz zutätowiert außer
meinem Hals.
Was
bedeuten sie dir?
Nun… wie das so
ist, als ich angefangen habe… dachte ich einfach, dass Tattoos super cool wären!
Und mit der Zeit… hm.. ich bin keiner, der den ganzen Tattoo-Kult mitmacht.
Ich gehe nicht auf Conventions und all so was. Die Tattoos gefallen mir und sind
ein Teil von mir.
Hast
du noch ein paar letzte Worte für unsere Leser?