BELOVED ENEMY

"Entweder ein Song bewirkt Gänsehaut oder er geht voll ab!"

(Interview mit Peter und Dead L-Vis, Juni 2007)

 

www.belovedenemy.com

 

Peter, warum bist Du bei Fiddler's Green ausgestiegen?

Peter:
Es war nicht mehr die Musik, die ich wirklich machen wollte.

War es eine kurz entschlossene Sache, oder längerfristig geplant?

Peter:
Das habe ich mir schon sehr genau überlegt, denn es war eine sehr schöne Zeit mit Fiddlers. Ich hab die Band ja gegründet und viele Songs geschrieben.

Wie war die Reaktion der Band auf Deinen Ausstieg?

Peter:
Schon sehr sehr überrascht.

Warum hast Du Dich von Peter Pathos in Peter Kafka umbenannt?

Peter:
Pathos war meine Fiddlers Zeit und die ist jetzt zu Ende.

Fiel Dir der Abschied von den Bandkollegen und den Fans der Fiddler's nach über 10 Jahren schwer? Du hast ja scheinbar übergangslos und ohne Wehmut mit Beloved Enemy weitergemacht.

Peter:
Ja es fiel mir schwer: die Fiddlers sind super Jungs, haben meine Songs prima umgesetzt und es war schon fast wie ne Familie.

Warum hast Du Beloved Enemy nicht erst als Seitenprojekt ins Leben gerufen, ohne Fiddler's Green gleich Adieu zu sagen?

Peter:
Nein, das musste schon mit ganzer Konsequenz erfolgen. Ich wollte schon immer mal ne laute und brutale Band und jetzt nach fünf Tagen proben mit Beloved Enemy bluten mir die Ohren!!!

Hast Du die Songs für Beloved Enemy noch während Deiner Zeit bei Fiddler's Green geschrieben oder danach?

Peter:
Ja, die Songs sind noch während der FG Zeit entstanden, zumindest einige.

Bei welcher der beiden Bands fühlst Du Dich authentischer? Und warum?

Peter:
Bei Beloved Enemy natürlich: ich hab mich schon sehr verändert in den letzten zwei Jahren.

Wie bist Du zu den einzelnen Bandmitgliedern von Beloved Enemy gekommen? Warum hast Du ausgerechnet diese gewählt?

Peter:
Ski hab ich durch Zufall in Nürnberg getroffen: die ganze Geschichte steht auf www.myspace.com/belovedenemy666.
Die restlichen Musiker hab ich schon seit Jahren gekannt und wollte mit Ihnen immer schon in einer Band spielen.

Dead L-vis, was hat Dich dazu bewogen, bei Beloved Enemy einzusteigen?

Dead L-vis:
Ich kenne Peters Qualitäten schon lange, aber hatte nie die Gelegenheit mit ihm zusammen zu arbeiten. Als wir uns trafen und er voller Begeisterung mich fragte, ob ich Lust auf ein Band habe war ich hin und weg.  Tatsächlich war ich dann bei ihm im Studio und alles lief wie in einem Bilderbuch ab. Ich verliebte mich in das Konzept und wollte am liebsten nichts anderes mehr machen.

Wo, neben Beloved Enemy, kann man Dich noch sehen/hören?

Dead L-vis:
Ich bin jetzt seit mehr als fünf Jahre als Sänger, Moderator und KJ tätig. Angefangen hat es mit Elvis (wer hätte das erraten?), aber auch Johnny Cash und Motörhead kommen vor in meiner One-Man-Show. Mehr Infos gibt es auf http://www.myspace.com/themightyskiking

Wie bist Du auf den Namen Dead L-vis gekommen?

Dead L-vis:
Ich denke wenn man meinen Hintergrund und meinen Gesangsstil kennt, müsste es offensichtlich sein. Tatsächlich hatten wir zuerst den Gedanken die Band so zu nennen, Gott sei dank haben wir es uns anders überlegt.

Habt Ihr die positiven Reaktionen und guten Kritiken über ENEMY MINE erwartet, oder seid Ihr eher überrascht darüber?

Peter:
Ich hab mich sehr gefreut. Da steckt so viel Arbeit drin und deshalb war es schon eine geile Selbstbestätigung.

Dead L-vis:
Ich hab mir gute Kritiken gewünscht, aber war sehr überrascht dass es überwiegend super Kritiken gab, so viel positive Resonanz habe ich noch nie erlebt.

Was wollt Ihr mit Beloved Enemy bewirken/aussagen? Wollt Ihr speziell die schwarze Szene ansprechen?

Peter:
Nein, nicht nur: die Songs sind eigentlich Rocksongs und sonst nix.
Ich bin nur von einer Maxime ausgegangen: Entweder ein Song bewirkt Gänsehaut oder er geht voll ab.

Dead L-vis:
Ich bin ein Mensch der sich nur ungern in eine Schublade stecken lässt, also nein, ich freue mich natürlich auf jeden, der sich von unserer Musik angesprochen fühlt.

Was haltet Ihr von Vergleichen mit anderen Bands, wie z.B. The 69 Eyes? Ist das eher störend oder schmeichelhaft?

Peter:
69 Eyes sind schon ne geile Band: ich hab nix gegen solche Vergleiche.

Dead L-vis:
Das ist notwendig um den Lesern eine Vorstellung zu geben, was für eine Musik wir machen und die Vergleiche sind alle mit super Bands. Ich bin aber eher beleidigt, wenn die Leute meinen wir versuchen wie diese zu klingen. Ich habe 69 Eyes zum Beispiel das ersten Mal gehört als unsere CD schon im Laden war, und Peter kannte nur einen Song von Type O. Also, wir versuchen nicht wie Andere zu klingen, wir machen einfach Musik, die uns gefällt.

Seid Ihr morbide veranlagt? Warum beschäftigt Ihr Euch viel mit der Thematik der Untoten?

Peter:
Gar nicht: lies die Texte genau durch: da geht es um Liebe und Sehnsucht und ja, zugegeben: auch um Sex.

Dead L-vis:
Ich denke, dass viele Leute heutzutage nicht wirklich lebendig sind, was nicht heißen soll, dass ich lebendiger bin. Also beschreiben wir die Welt aus der Sicht eines Untoten, eine lebendige Leiche.

Lest Ihr gerne Horrorgeschichten, und wenn ja, welche Autoren?

Peter:
Stephen King und Franz Kafka.

Dead L-vis:
Stephen King, Kafka ist mir zu kompliziert!

Wie geht es weiter mit Beloved Enemy? Steht eine Tour an?

Peter:
Im Oktober wollen wir auf Tour gehen.
Alle Dates gibt es auf unserer myspace–Seite.

Was gibt es über Beloved Enemy zu sagen, was Euch bisher noch niemand in einem Interview gefragt hat? ;-)

Peter:
Ich hoffe, daß viele Leute unsere CD kaufen, denn wir sind schon mitten in den Recordings für die nächste Platte.

BE is here to stay.

Liebt eure Feinde.

Dead L-vis:
Was hat uns keiner gefragt bisher? Es hat uns noch keiner nach Politik oder Religion gefragt, und es hat sich noch keiner interessiert ob wir Hetero, Homo oder Metro sind, oder wo wir die Welt in zehn Jahre sehen. Aber wen interessiert das schon???

Wir kommen und wir werden bleiben!!!

Herzlichen Dank, Peter und Dead L-vis, für die Beantwortung der Fragen.

Euer Gig am WGT 2007 in Leipzig war absolut überzeugend und mitreissend. Ich freue mich, Euch bald wieder live zu erleben!


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